Biotonne soll in Duisburg 2013 eingeführt werden

Willi Mohrs
Organische Abfälle sollen in der braunen Tonne landen, um dann verwertet zu werden. Foto: Bettina Engel
Organische Abfälle sollen in der braunen Tonne landen, um dann verwertet zu werden. Foto: Bettina Engel
Foto: fotoagentur-ruhr

Duisburg. Wann kommt sie? In welcher Form kommt sie? Wo kommt sie? Kommt sie überhaupt, die braue Tonne für den Bioabfall? Fragezeichen blieben reichlich nach der Sitzung des Umweltausschusses.

Eigentlich muss die Tonne für Bioabfall laut Gesetz bis 2015 eingeführt werden, in einigen Duisburger Stadtteilen gibt es sie auch schon. So ganz bindend sei das Datum aber wohl nicht, hieß es seitens der Wirtschaftsbetriebe. „Wir arbeiten dran“, erklärte Umweltdezernent Dr. Peter Greulich. Er sei zuversichtlich, die neue Tonne für biogene Abfälle (also aus Küche, Grünanlage oder Garten) im nächsten Jahr einführen zu können: „Das Thema steht hoch oben auf der Tagesordnung.“

Bis dahin sind – siehe oben – noch Fragen in großer Zahl zu klären. Etwa, ob in allen Stadtteilen Biomüll eingesammelt wird. Und in welchem Takt? Der Müllsortier-Eifer ist nämlich unterschiedlich ausgeprägt im Stadtgebiet.

Pflicht oder freiwillig

Sortenreines Material ist aber erforderlich für die Kompostierung des Bioabfalls. Greulich: „Das wird uns flächendeckend nicht gelingen.“ Eine Alternative, die von Greulich bevorzugte Erzeugung von Biogas, ist nicht mit allen Bioabfällen möglich, kommt dafür mit weniger Sortierfleiß aus. Auf jeden Fall, so der Umweltdezernent, sei bei der Einführung der braunen Tonne „ein hohes Maß an Öffentlichkeitsarbeit“ erforderlich, um genau zu erklären, was denn künftig in welche Tonne gehört.

Ein weiteres Fragezeichen steht hinter dem optimalen Abfuhrrhythmus. Nach dem aktuellen Abfallwirtschaftskonzept der Wirtschaftsbetriebe ist eine „kostenneutrale Erfassung“ der Küchen- und Gartenabfälle bei einer 14-täglichen Abfuhr möglich. Macht man’s wöchentlich, was angesichts der tonneninternen Prozesse gerade in der warmen Jahreszeit wünschenswert wäre, ergäbe sich eine Kostensteigerung. Kombiniere man die Leerung von grauer Restmüll- und brauner Biotonne im jeweils zweiwöchentlichen Takt, sei sogar eine Kostenminderung möglich. Was den Gebührenzahler erfreuen dürfte.

Wobei auch noch zu klären ist, ob die Biotonne Pflicht wird oder auf freiwilliger Basis eingeführt wird. Und ob die Abfuhr in die Müllgebühr eingerechnet oder separat erhoben wird.

Bei der Verwertung der nach Klärung aller Fragen eingesammelten Bioabfälle wollen die Wirtschaftsbetriebe mit anderen kommunalen Entsorgungsbetrieben zusammenarbeiten. Über eigene Anlagen verfüge man nicht.