Bildungslotsen weisen den Weg

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Astrid Günther schaut Malak über die Schulter. Das Mädchen, dessen Mutter aus Marokko stammt, bastelt gerade an einer bunten Maske. Sie tupft Farben auf das Gesicht, verziert es mit Glitzer. Stolz zeigt sie später das Ergebnis den Erwachsenen. Astrid Günther lobt – und lächelt. Sie ist ehrenamtlich beim Verein „Bildungslotsen“ aktiv. Einmal pro Woche holt sie Malak ab, unternimmt etwas mit ihr und bringt ihr spielerisch Deutsch bei. Der Verein „Bildungslotsen“ hat sich vor vier Jahren vom „Lions Club Concordia“ gegründet, um Kindergartenkindern aus sozial schwachen Familien einen guten Start in die Grundschule zu bereiten. Dabei arbeitet der Verein eng mit verschiedenen Kindergärten zusammen. Derzeit gibt es 19 Erwachsene, die in ihrer Freizeit individuell 19 Jungen und Mädchen betreuen.

Astrid Günther ist gelernte Fremdsprachen-Assistentin. Früher hat sie in Köln gelebt und sich dort in einer Flüchtlings-Initiative engagiert. Als sie nach Duisburg zog, suchte sie ein ähnliches Betätigungsfeld.„ Ich finde, jeder Mensch hat die gleichen Chancen verdient, unabhängig von Herkunft oder sozio-ökonomischem Status.“ Sie freut sich, wenn sie Malak nachmittags abholt, hat inzwischen ein gutes Verhältnis zur Familie aufgebaut – und Malak profitiert ganz automatisch von der liebevollen Betreuung.

„In einigen Familien mit mehreren Geschwistern ist es wichtig, wenn man auch mal etwas alleine mit einem Kind unternimmt“, weiß Felizia Boßmann. Aber auch unerwartete soziale Härten können die Ehrenamtlichen mit ihrem Engagement manchmal abfedern. Die Geschäftsführerin der Bildungslotsen organisiert Seminare für die Ehrenamtlichen. Sie setzen sich zum Beispiel mit der Kultur der Familien auseinander – der Zugang zu den Eltern ist nämlich genauso wichtig. Außerdem hält Felizia Boßmann den Kontakt zu den Kindergärten, die die Kleinen für die Bildungslotsen aussuchen. „Momentan habe ich einige Anfragen“, erzählt sie. Im Schnitt werden die Jungen und Mädchen ein Jahr bevor sie in die Gtundschule gehen, von den Lotsen betreut – und auch in den ersten Monaten in der neuen Bildungseinrichtung begleiten die Erwachsenen die Kinder. So soll ein guter Übergang gelingen.

Astrid Günther ist glücklich mit ihrem Ehrenamt. „Es ist schön, die Entwicklung der Kinder zu sehen.“ Ab und zu unternehmen die Lotsen mit den Kleinen auch etwas in der Gruppe. Dann basteln sie oder besuchen beispielsweise den Wald. Für einige der jungen Teilnehmer ist so ein Waldspaziergang eine ganz neue Erfahrung.

 
 

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