Bildhauer Lüpertz schafft Skulptur für den Duisburger Hafen

Oliver Schmeer
Auf der Mercatorinsel am Fuße der Rheinbrücke laufen derzeit die Bauarbeiten am Podest für die Büste von Poseidon.
Auf der Mercatorinsel am Fuße der Rheinbrücke laufen derzeit die Bauarbeiten am Podest für die Büste von Poseidon.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Bildhauer Markus Lüpertz schafft zur 300-Jahr-Feier des Duisburger Hafens eine Groß-Plastik: Ein „Poseidon“ soll am Rhein wachen.

Duisburg. In Gelsenkirchen überragt sein kolossaler „Herkules“ im Nordsternpark in 100 Metern Höhe das Revier, in Duisburg wird Meeresgott „Poseidon“ am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr wachen: Die Hafen-Gesellschaft Duisport „schenkt“ sich und der Stadt zum 300. Geburtstag eine spektakuläre Plastik des „Malerfürsten“ und Monumental-Bildhauers Markus Lüpertz.

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder soll Kunstwerk Ende Mai enthüllen

Noch hält sich Duisport mit Details zurück, hatte bislang lediglich angedeutet, dass auf der Ruhrorter Mercatorinsel zur Jubiläumsfeier „etwas“ hinkommen soll. Das „Etwas“ wird wohl unübersehbar. Mächtig ist der eingeschalte Betonsockel, der kommende Woche gegossen wird. Er soll, so bestätigte Hafen-Chef Erich Staake am Freitag auf Nachfrage der WAZ, das „Echo des Poseidon“ tragen, eine weitere kraftvolle Bildhauer-Arbeit des 75-jährigen Künstlers aus der Welt der griechischen Mythologie.

Der „Gott des Meeres“ soll ab Ende Mai weithin sichtbar die ankommenden Schiffe im größten Binnenhafen der Welt begrüßen. Mehrere Meter hoch soll die Plastik werden, die Lüpertz zurzeit in einer Werkstatt gießen lässt. Während der 18 Meter hohe Herkules in Gelsenkirchen den ganzen Helden der Antike zeigt, soll Lüpertz’ Arbeit für Duisport als Büste entworfen worden sein, offenbar auch ohne den Dreizack des Wassergottes.

Am 27. Mai wird Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder das Kunstwerk seines langjährigen Weggefährten und Skatbruders enthüllen. Auch Hafenchef Staake und Lüpertz kamen, so heißt es, schnell und gut zusammen, auch in der Preisfrage; niedrig sechsstellig soll die Summe sein. Als einen „unserer größten zeitgenössischen Künstler“ lobt Staake den ehemaligen Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie.

Auch in Ruhrort gab es schon Kritik an Lüpertz-Werken

Arbeiten von Lüpertz sind aktuell im Museum Küppersmühle im Innenhafen zu sehen. Dessen Direktor Walter Smerling erklärte: „Ich freue mich sehr darüber, dass zu unserem Ausstellungsende im Mai etwas Nachhaltiges von Lüpertz in Duisburg bleibt.“ Und das an solch exponierter Stelle am Rhein, Europas Strom: „Das ist ein wunderbares Zeichen“, so der Vorstand der „Stiftung für Kunst und Kultur“. Gerade Lüpertz’ urgewaltige Skulpturen führten oft zu heftigen Diskussionen, sei es in Gelsenkirchen zu „Herkules“, in Bonn zur Arbeit „Mercurius“ oder zum „Apoll“ in Bamberg. Auch aus Ruhrort gab es schon kritische bis spöttelnde Töne. „Lüpertz war nie ein Leisetreter. Jeder Künstler ist umstritten, sonst ist er langweilig“, meint Smerling.

Auch in der Kunstgalerie Kugel in der Innenstadt sind parallel zur Museumsschau Arbeiten, Abgüsse und Gipsmodelle von Lüpertz zu sehen (und für fünfstellige Summen zu kaufen). „Ein Lüpertz für Duisburg: Das finde ich fantastisch“, freut sich Galeristin Irmhild Kugel. „Ein schöne Sache. Chapeau“, meint auch Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg und erinnert daran, wie der einstmals umstrittene Livesafer in der Innenstadt zum Wahrzeichen Duisburgs geworden ist.