Bilderbuch-Theater begeistert auch ohne Worte

Kinderbuchautorin Claude K. Dubois ist tief bewegt. Ihre Augen strahlen, als sie von der Inszenierung ihres Bilderbuchs „Akim rennt“ erzählt. Denn ihre Erzählung wurde am Dienstag im Stadttheater auf die Bühne gebracht.

Mit der passenden Geräuschkulisse führte das Ensemble „compagnie toit végétal“ mit live entstehenden Videoprojektionen die skizzenhaften Zeichnungen der Belgierin vor. Neben Schülern und einigen ­Erwachsenen saß auch die Autorin selbst in den Zuschauerreihen und folgte aufmerksam dem Schauspiel.

Dubois’ bewegende Geschichte handelt von dem kleinen Jungen Akim, der von Soldaten aus seiner Heimat vertrieben wird und die Flucht ergreift. Ihre Erzählung, die im Jahr 2014 sogar mit dem deutschen Jugendliteraturpreis gekrönt wurde, steht stellvertretend für das Schicksal tausender Kinder, die derzeit ihr Zuhause verlassen müssen. „Dieses aktuelles Thema wollen wir unserem Publikum näher bringen“, schildert Thomas Jäkel, der gemeinsam mit Darstellerin Sarah Mehlfeld die Regie geführt hat.

Schicksal eines jungen Flüchtlings

Im Bilderbuch wird größtenteils auf Worte verzichtet. Nur an einzelnen Stellen hat Dubois kleine Textpassagen zum besseren Verständnis eingefügt. Vor allem deshalb ist sie von dem Bühnenstück begeistert, „denn es kommt ganz ohne Worte aus“.

Jörg Marc Buttler untermalt die Stimmung im Spiel mit Gitarrenklängen - mal sind sie dramatisch, mal traurig. Sarah Mehlfeld und Lisa Balzer erzeugen mit einfachen Hilfsmitteln die passenden Geräusche dazu: Beim Wandern durch die ­Wüste rieselt etwa Sand auf die schwarz-weiße Skizze. Und auch als Akim auf ein überfülltes Flüchtlingsboot steigt, hilft Lisa Balzer nach: Mithilfe von schwarzem Krepp-Papier färbt sie das Wasser dunkel. Begleitet von trauriger Gitarrenmusik, fühlt man sich in die Lage Akims hineinversetzt. Die Autorin ist gerührt: „Dadurch wird meiner Geschichte erst das Leben eingehaucht.“

Nach der knapp 40- minütigen Vorstellung gibt’s eine Nachbesprechung mit dem Publikum. Trotz der kleinen Leinwand hat das nonverbale Schauspiel große Gefühle ausgelöst. Ein Schüler meldet sich: „ Am Ende hat Akim seine Mutter wiedergefunden“, sagt er. „Das fand’ ich schön.“

 
 

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