Biere aus aller Welt - Duisburger Kneipe "Finkenkrug" wird 40

Die 25 Biersorten, die der Finkenkrug an den Zapfhähnen hängen hat, sind heute die Attraktion des Hauses. Insgesamt gibt es aktuell über 300 Biere im Sortiment.
Die 25 Biersorten, die der Finkenkrug an den Zapfhähnen hängen hat, sind heute die Attraktion des Hauses. Insgesamt gibt es aktuell über 300 Biere im Sortiment.
Foto: Fabian Strauch/ Funke Foto Services
Die zweitälteste Duisburger Studentenkneipe, der „Finkenkrug“ in Neudorf, feiert ihren 40. Geburtstag. In all den Jahren hat sich das Lokal immer wieder neu erfunden, ohne das Fundament zu verlieren.

Duisburg. Rauchschwaden, Holztische, Flugblätter und das erste gezapfte Pils an der neuen Theke: Am 3. Dezember 1975 wurde um 17 Uhr von einem alternativ und linksideologisch beseelten Kollektiv an der Ecke Sternbuschweg/Finkenstraße Duisburgs inzwischen zweitälteste Studentenkneipe eröffnet, die jetzt ihren 40. Geburtstag feiern darf.

Nicht weit von der kurz zuvor eröffneten Hochschule war die Neueröffnung einer einst bürgerlichen Kneipe mit Hinterzimmer ein Projekt des im stürmischen Wind der 68er-Bewegung segelnden Sozialistischen Büros.

Wobei der heutige Geschäftsführer Roland Jahn, immerhin auch schon seit 1985 Mitarbeiter des Finkenkrugs, die Nähe und den intensiven Kontakt zur Universität deutlich macht: „Viele Stammgäste sagen, dass die Hochschule eigentlich nur wegen des Finkenkrugs gegründet wurde.“ Immerhin konnten damals Angestellte der Hochschule ihre Essensmarken auch im Finkenkrug einlösen.

„Bürgerhof“ bereits 1974 ins Leben gerufen

Während Duisburgs allererste Studentenkneipe, der benachbarte „Bürgerhof“, bereits 1974 von der Sozialistischen Gruppe ins Leben gerufen wurde, war der Finkenkrug der vitale Ableger einer heute kaum noch zu verstehenden hochtheoretischen politischen Debatte, in der sich sogenannte Marxisten aller Couleur, Spontis, Anarchos und die Vertreterinnen der Frauenbewegung im Kampf um den ideologischen und gegen den kapitalistischen Mehrwert nichts schenkten.

Zu den der Frauenbewegung geschuldeten Kuriositäten, so Roland Jahn, zählte auch zeitweise, das nur von Frauen zu benutzende Hinterzimmer der Kneipe, zu dem Männer keinen Zutritt hatten.

Zu den Attraktionen des Finkenkrugs, der damals noch ohne Biergarten und ohne Anbauten deutlich kleiner war, gehören heute statt politischer Debatten insgesamt mehr als 300 Biere, davon 25 Fassbiere. Eine wohl in der Region unvergleichbare Auswahl und ein Angebot, das gerade bei den jungen Besuchern sehr gut ankommt.

Insgesamt zeigt sich Roland Jahn mit der Bilanz seines Schaffens – eigentlich sollte er 1985 hier nur eine Woche lang als Handwerker arbeiten – sehr zufrieden: „Der ursprüngliche Gedanke, hier sichere Arbeitsplätze für Studenten zu schaffen, wurde bis heute durchgehalten. Da der Fachbereich Sozialwissenschaften nach Essen verlegt wurde, kommen heute vorwiegend Wiwi-Studenten zu uns, die aber bei uns von ihren im gleichen Fach studierenden Kellnern auf Augenhöhe bedient werden können. Wir mussten uns hier immer wieder verjüngen.“

Spezial-Quiz zum Geburtstag

Die Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag beginnen am 30. November mit einem Spezial-Quiz zum Thema „40 Jahre Finkenkrug“. Am 5. Dezember findet ein Konzert mit der Cover-Rock-Band Higgins Dirty Work statt. Weitere Informationen zu den Festtagen und zum Party-Angebot sind im Finkenkrug erhältlich.

 
 

EURE FAVORITEN