Bibliothek Duisburg darf keine Bücher kaufen

Foto: Michael Urban/ddp
Foto: Michael Urban/ddp

Duisburg. Das ist deutschlandweit einmalig: Die Stadtbibliothek kann in diesem Jahr keine neuen Bücher mehr kaufen. Von ihrem Anschaffungsetat - der Stadtrat segnete 900.000 Euro ab - darf sie keinen Cent mehr ausgeben. So will es die Bezirksregierung.

Die Stadtbibliothek Duisburg ist die einzige in Deutschland, die in diesem Jahr keinen Medienetat hat – und damit ihren Bestand an Büchern und anderen Medien nicht auf dem neuesten Stand halten kann. Das bestätigte Bibliothekschef Dr. Jan-Pieter-Barbian gestern am Rande der Internationalen Kinderbuchausstellung (Ikibu). Die Bezirksregierung, die jede Ausgabe Duisburgs für „freiwillige Leistungen“ genehmigen muss, habe das Geld nicht freigegeben; und bis Jahresende sei auch nicht mehr damit zu rechnen.

Etat auf Null gesetzt

Laut Ratsbeschluss steht der Stadtbibliothek ein Anschaffungsetat von 900.000 Euro zur Verfügung; 2009 durfte sie davon noch 500.000 Euro ausgeben – in diesem Jahr keinen Cent.

Und auch die traditionsreiche Ikibu, die im nächsten Jahr ihre 40. Ausgabe feiern kann, gibt es 2010 nur in einer Spar-Variante. Regulär waren die Ikibu-Kosten mit 33.000 Euro angesetzt, knapp 22.000 Euro wurden im September freigegeben. Aktionstage und Programmheft fallen beispielsweise aus. Das Programm beschränkt sich aufs „Kerngeschäft“: Lesungen für Schulklassen und die Buchausstellung in der Zentralbibliothek an der Düsseldorfer Straße. Gestartet war die Ikibu 1970 mit einem Haushalt von 200.000 D-Mark.

 
 

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