Duisburg

Sie hatten Tausende Kunden mit irrer Preiserhöhung abgezockt – Skandal-Stromanbieter BEV Energie ist pleite

Die Verbraucherzentrale NRW hat auf ihrer Interseite Beschwerden von Bürgern aufgegriffen, in denen es sich um die Geschäftspraktiken des Energieversorgers BEV geht.
Die Verbraucherzentrale NRW hat auf ihrer Interseite Beschwerden von Bürgern aufgegriffen, in denen es sich um die Geschäftspraktiken des Energieversorgers BEV geht.
Foto: Jörg Schimmel / Funke Foto Services

Duisburg. Nach dem Ärger über BEV Energie steht jetzt fest - der umstrittene Strom- und Gasanbieter BEV Energie hat beim Amtsgericht München ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend.

Die Verbraucherzentrale hatte zuletzt schon vor den Abzocke-Maschen von BEV Energie gewarnt. Immer wieder erreichte die Verbraucherzentrale Beschwerden von Kunden.

Noch ist unklar, ob Kunden jemals Geld wiedersehen. Eine Gerichtssprecherin zu Bild: „Der vorläufige Insolvenzverwalter muss beispielsweise zustimmen, wenn das Unternehmen Geld auszahlt.“

Bayerischer Energieversorger ist pleite

BEV-Kunden waren Ende letzten Jahres über eine schriftliche Preiserhöhung zum 1. Februar informiert worden. Obwohl die Lieferverträge eine Preisgarantie der Strombezugspreise vorsieht, sollen Kunden nun freiwillig einer vorzeitigen Anhebung ab Februar zustimmen.

Kunden, die nicht mit der „einvernehmlichen“ Preissteigerung einverstanden sind, sollten sich beim Versorger melden. Wer sich nicht meldet, stimme „stillschweigend“ der Erhöhung zu.

Ein Unding, findet die Verbraucherzentrale NRW und hat den Strom- und Gasversorger deshalb zuletzt abgemahnt.

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Nicht die einzige Beschwerde über den Stromversorger, wie Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale NRW bestätigt. „Uns erreichen auch Meldungen, das Guthaben bei den Schlussrechungen nicht ausgezahlt wurde“, so die Energiejuristin der Verbraucherzentrale NRW.

Was tun in solchen Fällen? Zunächst eine Zahlungsfrist setzen. Folgt darauf nichts, rät die Verbraucherzentrale den Weg eines gerichtlichen Mahnbescheids.

Bei Jahresrechnungen könnten Verbraucher das Guthaben mit den monatlichen Abschlägen verrechnen – sprich weniger zahlen, empfiehlt die Verbraucherzentrale.

Das rät die Verbraucherzentrale

Ein weiterer Punkt, der für Kunden-Ärger sorgt, sind nicht ausgezahlte Sofortkundenboni und der Neukundenboni. Bei Facebook haben sich Geschädigte von BEV Energie sogar schon in einer Gruppe zusammengeschlossen.

Die NRW-Verbraucherzentrale hat einen weiteren Tipp: das SEPA-Lastschriftmandat sollte widerrufen werden, damit die BEV keine Abschläge mit den ungewollten Preiserhöhungen einziehen kann.

Stattdessen empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, bei der Bank einen Dauerauftrag zur Überweisung der ursprünglich vertraglich vereinbarten Abschlagszahlungen einzurichten. (ms)

 
 

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