Betuwe-Linie lässt noch lange auf sich warten

Willi Mohrs
Die Bahn investierte am Hafen schon für den Schienenverkehr der Zukunft.
Die Bahn investierte am Hafen schon für den Schienenverkehr der Zukunft.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die Finanzierungsvereinbarung für den deutschen Teil der Betuwe-Linie ist unterzeichnet, aber auf die langersehnte leistungsfähige Schienenverbindung zwischen Rotterdam und dem Ruhrgebiet wird nicht nur der Hafen noch Jahre warten müssen.

Der Duisburger Hafen sei froh über die Einigung zwischen Land und Bund über die Finanzierungsfrage für den Ausbau der Gleisverbindung zwischen dem größten Nordseehafen im niederländischen Rotterdam und dem heimischen Revier, erklärte gestern Hafen-Sprecher Julian Böcker.

"Es fehlen noch ein paar weitere Schritte"

Zugleich verwies er aber auch auf die bereits bestehenden rund 20 Zugverbindungen wöchentlich zwischen Binnenhafen Nummer 1 und Seehafen Nummer 1. Gleichwohl werde die neue Bahnstrecke Duisburg als Hinterlandstandort stärken.

„Ein wichtiger Schritt“, lobt auch Ocke Hamann, Verkehrsexperte der IHK, die Finanzierungsvereinbarung: „Aber es fehlen noch ein paar weitere Schritte.“ So müsse unter anderem Baurecht geschaffen werden für zwölf Planfeststellungsabschnitte an der 73 Kilometer langen Strecke diesseits der niederländischen Grenze. Hamann: „Bislang liegt für keinen einzigen Baurecht vor.“

Auch sei keineswegs gesichert, wie viel Geld in den Ausbau der Güterzugstrecke investiert werde. Der Verkehrsetat des Bundes sei sehr umkämpft und Mittel für die Verbesserung der Schieneninfrastruktur seien auf Jahre gebunden durch Großprojekte wie etwa „Stuttgart 21“.

Strecken-Management gefordert

Die „technische Bauzeit“ von fünf Jahren werde wegen der Finanzfragen „auf keinen Fall“ einzuhalten sein. Der IHK-Experte rechnet mit einer Bauzeit von zehn bis zwölf Jahren ab dem ersten Spatenstich.

Für die Bauzeit fordert Hamann ein Strecken-Management. Es werde auch bei Bau „unterm rollenden Rad“ Teil- und Vollsperrungen der Bahnstrecke geben, aber die Versorgungssicherheit der Wirtschaft dürfe nicht gefährdet werden.