Betrügerpaar versteigerte 477 Handys, die es gar nicht gab

Freunde der modernen Kommunikationstechnologie nutzen gerne eine Möglichkeit, um preisgünstig an iPhones zu kommen. Doch in dem Fall, mit dem sich das Landgericht seit gestern befassen muss, soll es die auf diversen Internet-Plattformen angebotenen Geräte gar nicht gegeben haben. Hunderte Kunden sahen weder die Geräte, noch jemals ihr Geld wieder. Dafür steht jetzt ein Paar aus Wedau vor der Großen Strafkammer.

Die Anklage wirft dem bereits vorbestraften 36-Jährigen und seiner ein Jahr jüngeren, bislang unbescholtenen Freundin gewerbsmäßigen Betrug vor. Zwischen November 2012 und Dezember 2014 soll das Paar aus Wedau in 477 Fällen Besteller in ganz Deutschland und dem europäischen Ausland geprellt haben. Die Angeklagten sollen die iPhones 4, 4S und 5 für Preise zwischen 100 und 500 Euro verkauft beziehungsweise versteigert haben. Der Schaden beläuft sich insgesamt auf fast 100.000 Euro. Die Angeklagten sollen die Betrügereien nur deshalb so lange durchgehalten haben, weil sie mit hoher krimineller Energie mit einer Vielzahl von falschen Identitäten, Deckadressen und wechselnden Konten operiert haben sollen.

Die Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft benötigte gestern fast drei Stunden, um die detaillierte Anklage zu verlesen. Danach zogen sich die beteiligten Juristen zu einem Rechtsgespräch zurück, dessen Ziel eine Verständigung sein soll, die den Angeklagten im Falle eines Geständnisses ein vergleichsweise günstiges Urteil zusichert. Bereits im Vorfeld des Prozesses hatte es entsprechende Vorgespräche gegeben. Für das Verfahren sind bis zum 29. Juni drei weitere Verhandlungstage geplant.

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