Betrüger handelten mit erschwindelten Autos und Gemüse

Wegen Betrugs und Urkundenfälschung wird einem 52-Jährigen seit Dienstag im Duisburger Landgericht (Foto) der Prozess gemacht.
Wegen Betrugs und Urkundenfälschung wird einem 52-Jährigen seit Dienstag im Duisburger Landgericht (Foto) der Prozess gemacht.
Foto: NRZ
Wegen gewerbsmäßigen Betruges und Urkundenfälschung in 84 Fällen muss sich ein 52-Jähriger vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Gemeinsam mit mehreren Mittätern soll er Scheinfirmen gegründet und Banken und Unternehmen im Raum Duisburg um rund 1,1 Millionen Euro betrogen haben.

Duisburg.. Mit einem verkappten Fall von Wirtschaftskriminalität muss sich seit Mittwoch die 5. Große Strafkammer des Duisburgers Landgerichts, die sonst vor allem zuständig für Kapitalsachen ist, herumschlagen.

Betrug und Urkundenfälschung

Betrug und Urkundenfälschung in insgesamt 84 Fällen wird einem 52-jährigen Türken vorgeworfen. Der Mann, der derzeit keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, soll vor zehn Jahren im Großraum Duisburg, im Raum Neuss, in Essen und Mülheim an betrügerischen Geschäften beteiligt gewesen sein, bei denen Banken und Firmen um rund 1,1 Millionen Euro geprellt wurden.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrug vor. Anfang 2000 soll er mit mehreren Mittätern auf die Idee gekommen sein, über die Gründung mehrerer Scheinfirmen an das große Geld zu kommen. Die Täter sollen die entsprechenden Firmenkonten kräftig überzogen, Darlehen genommen und nicht bedient haben und mittels ungedeckter Schecks - mal vom einen, mal vom anderen Geld-Institut - Lieferanten immer wieder vertröstet haben.

Leasing-Verträge nur unregelmäßig oder gar nicht bezahlt

Zu den Lieferanten gehörten vor allem Autohäuser in halb Nordrhein-Westfalen, die den Tätern bis Januar 2003 Fahrzeuge als angebliche Firmenwagen lieferten. Die von den Tätern unter einer ganzen Reihe falscher Namen abgeschlossenen Leasing-Verträge wurden allerdings nur unregelmäßig oder gar nicht bezahlt.

Einen Teil der Autos, zu denen Klein- und Mittelklassewagen, aber auch ein Lastwagen, ein Gabelstapler und nicht zuletzt zwei Luxus-Sportwagen gehörten, sollen der Angeklagte und seine gesondert verfolgten Mittäter selbst genutzt haben. Die übrigen Fahrzeuge soll die Bande an Dritte weiterverkauft worden sein.

Auf dem Duisburger Großmarkt verkauft

Zudem sollen der Angeklagte und seine Komplizen einen schwunghaften Handel mit Obst und Gemüse betrieben haben. Die Lebensmittel wurden durch eine von der Bande gegründete Firma auf dem Duisburger Großmarkt verkauft , wofür wohl auch der erschwindelte Lastwagen und der Gabelstapler gebraucht wurden. Auf die Bezahlung von Obst- und Gemüse im Wert von rund einer halben Million Euro warten zahlreiche Lieferanten allerdings bis heute.

Für das Verfahren sind bis Mitte Juli fünf weitere Verhandlungstage geplant.

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