Duisburg

Dem Ruhrgebiet geht der Sprit aus: Erste Tankstellen haben kein Benzin mehr – strategische Ölreserven freigegeben

Der Griff zum Zapfhahn wird teuer: Engpässe sorgen für Benzinknappheit bei Tankstellen im Ruhrgebiet.
Der Griff zum Zapfhahn wird teuer: Engpässe sorgen für Benzinknappheit bei Tankstellen im Ruhrgebiet.
Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Duisburg. Die Meldungen mehren sich: Zahlreichen Tankstellen im Ruhrgebiet geht langsam der Sprit aus. Bei einigen Pächtern ist die Not bereits so groß, dass sie ihre Zapfsäulen nur noch mit „ausverkauft“-Schildern versehen sind. Schuld daran: Die niedrigen Pegelstände der Flüsse, insbesondere des Rheins.

Weil die Versorgungsschiffe auf dem Fluss nicht so schwer beladen werden können wie üblich, wird zu wenig Kraftstoff in die bereitstehenden Tanklaster umgefüllt.

Benzinknappheit: Ölreserven freigegeben

Betroffen sind beispielsweise Tankstellen an der Beisenstraße und Düsseldorfer Straße in Duisburg. Hier gab es zwischenzeitig kein Super oder E10 mehr. Die Situation ist mittlerweile so brenzlig, dass das Bundeswirtschaftsministerium strategische Ölreserven freigegeben hat. Dabei handle es sich um Benzin, Diesel und Kerosin im Umfang von insgesamt 271.000 Tonnen Rohöläquivalent.

Eine Situation, die in der Geschichte der Bundesrepublik erst drei Mal eingetreten ist: Im Golfkrieg 1990/91, nach den Hurrikanen Katrina und Rita in den USA 2005 und nach dem arabischen Frühling in Libyen 2011.

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Benzinpreise auf Jahreshoch

Vor allem bei Facebook wird das Thema heiß diskutiert. Denn die Preise für Benzin steigen durch die Engpässe. Laut ADAC kostet der Liter Diesel ungefähr 1,40 Euro, Super liegt bei 1,50 Euro. Damit steigen die Preise auf ein Jahreshoch.

Wie die dpa berichtet, können bei anhaltender Trockenheit auch in den kommenden Tagen Lieferengpässe nicht ausgeschlossen werden.

Die Mineralölbranche setzt vermehrt Schiffe ein und versucht zudem, die Ladungen teilweise vom Fluss auf die Schiene zu verlegen. „Wir bemühen uns um Alternativen“, sagte ein Sprecher. „Aber die Kapazitäten bei Zügen sind auch begrenzt.“ Der Rhein führt aufgrund der anhaltenden Trockenheit aktuell an einzelnen Stellen so wenig Wasser wie noch nie gemessen. (dpa/mb)

 
 

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