Bekenntnisschulen in Duisburg geraten unter Druck

Das Kreuz neben der Tafel signalisiert den chirtslichen tagesablauf in der bekenntnisschule: Morgengebet, Teilnahme am Religionsunterricht und aktive Teilnahme an allen christlichen Festen im Laufe eines Schuljahres (Ostern, Pfingsten, Advent..)
Das Kreuz neben der Tafel signalisiert den chirtslichen tagesablauf in der bekenntnisschule: Morgengebet, Teilnahme am Religionsunterricht und aktive Teilnahme an allen christlichen Festen im Laufe eines Schuljahres (Ostern, Pfingsten, Advent..)
Foto: ddp
Auch die Bekenntnisschulen in Duisburg sollen leichter aufgelöst werden können. Derzeit gibt es eine evangelische und neun katholische Primarschulen.

Duisburg.. Die staatlichen konfessionellen Grundschulen in NRW verlieren politisch an Rückhalt. Jetzt soll ein neues Landesgesetz die Umwandlung der Bekenntnisschulen zu einer staatlichen Gemeinschaftsschule erleichtern.

Ziel dieser aktuellen Gesetzesänderung, die auch die derzeit eine evangelische und neun katholischen Primarschulen in Duisburg berührt, ist es, allen Kindern unabhängig von ihrer Konfession die nächstgelegene Grundschule anbieten zu können.

Dies ist aber seit vielen Jahren nicht mehr überall möglich: Immer mehr schulpflichtige I-Dötzchen finden eine christliche Bekenntnisschule als die nächstgelegene Schule vor, aber das schulpflichtige Kind ist entweder nicht getauft oder ein Moslem. Konsequenz: Es muss sich eine andere Schule suchen, oder aber die Regeln der christlichen Schule einhalten. Diese sind: Morgengebet, Teilnahme am Religionsunterricht und aktive Teilnahme an allen christlichen Festen im Laufe eines Schuljahres (Ostern, Pfingsten, Advent..).

"Man könnte auch von einer Mogelpackung sprechen"

Diesen Zwiespalt zwischen Schulpflicht und wohnortnahem Angebot nur durch eine Beknntnisschule will die Gesetzesinitiative jetzt entschärfen. Sylvia Schulte, zuständige Schulaufsichtsbeamtin für Grundschulen in Duisburg hat für diesen politischen Vorstoß Verständnis: „Schon seit Jahren ist in vielen Bekenntnisschulen nicht mehr drin, was drauf steht. Man könnte auch von einer Mogelpackung sprechen.“ Schon längst haben die derzeit noch 10 Bekenntnisschulen mangels Nachfrage den Grundsatz „30% bekenntnisfremde und 70 konfessionelle Schüler“ aufgeweicht. Schulte: „Heute ist es eher umgekehrt.“

Bekenntnisschulen sind nach Worten von Schulte bei Migrantenfamilien mit hohem Bildungsanspruch beliebt, weil diese den Kindern mehr deutsche Sprachvorbilder geben. „Dafür haben sie dann den christlichen Schulablauf mitgemacht.“ Doch diese Mischung kippt. Immer mehr Migrantenkinder müssen heute einen Umweg machen, obwohl sie eine Grundschule (zwar mit Bekenntnis) vor der Türe haben, die zudem bereits mit bis zu 70% Nicht-Christen gefüllt ist.

Schulträger will sich Thema zuwenden

Der Schulträger, so erklärte auf Nachfrage der NRZ der Schuldezernent der Stadt, Thomas Krützberg, werde sich diesem Thema in Duisburg zuwenden: „Aber moderat und ohne jede Hast.“

Zuletzt wurde in Duisburg im Jahr 2007 die Gemeinschaftsgrundschule Am Tollberg und die Katholische Grundschule Suitbertus in Wanheim zu gemeinschafts-Grundschule vereint, weil zum einen die Anzahl der Kinder für jede einzelne Schule zu gering war, zum anderen seit Jahren von Eltern gefordert wurde, das Nebeneinander der Schulen zu einem konstruktiven Miteinander zu entwickeln. Aktuell driftet die Kath. Grundschule Eschenstraße (Wanheimerort) ihrer Auflösung entgegen.

 
 

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