Beim Schachturnier in Duisburg qualmen die Köpfe

Die Schüler Aylin, Zeyned, Mia, Mustafa und Talia spielen eine Partie gegeneinander
Die Schüler Aylin, Zeyned, Mia, Mustafa und Talia spielen eine Partie gegeneinander
Foto: FunkeFotoServices
Rund 100 Schüler tragen beim 24. Schachpokal der Sparkasse packende Duelle am Brett aus. Die jüngsten Teilnehmer gehen noch auf die Grundschule.

Duisburg.. Die Köpfe im Sparkassengebäude an der Friedrich-Wilhelm-Straße in der Innenstadt qualmen: Die Räder, die in den Köpfen der jungen Strategen arbeiten, kann man beinahe rattern hören. Rund 100 Schüler trugen beim 24. Schachpokal der Sparkasse Duisburg packende Duelle am Brett aus.

Den Gegner in schach gesetzt

Die heiße Phase des Spiels hat begonnen. Die Uhr, die Zakhar Bedenkzeit anzeigt, läuft unerbittlich runter. Der Neunjährige lehnt sich zurück und plant seinen nächsten Zug. Dreimal hat er seinen Gegner bereits schach gesetzt, immer wieder konnte dieser sich aber aus der Umklammerung herauswinden. Beim vierten Zug ist das Spiel dann aber vorbei. Zakhar hat seinem Gegenüber keinen Ausweg mehr gelassen – schachmatt. „Wenn man gewinnt, macht es am meisten Spaß“, sagt der Viertklässler der Grundschule Am See, der beim Schachpokal in der Altersklasse der jüngsten Spieler antritt. Zakhar nimmt bereits zum zweiten Mal teil. Das Schachfieber hat ihn erfasst. „Ich spiele in der Schule, zu Hause und im Verein“, erzählt der Wedauer stolz. „Das Wichtigste ist, dass man sich jeden Schritt gut überlegt“, sagt der Nachwuchsspieler erstaunlich abgeklärt.

In fünf Wettkampfklassen messen sich die Schüler am Schachbrett. Die jüngsten Teilnehmer gehen noch auf die Grundschule, die ältesten stehen kurz vor dem Abitur. Gespielt wird nach dem Schweizer System. Das bedeutet, dass jeder Spieler in den sieben Wettkampfrunden auf einen Gegner mit gleich vielen Siegen trifft. „Das ist vergleichbar mit einer Pyramide. Am Ende steht ein klarer Sieger“, erklärt Turnierleiter Erwin Spitzer. Die Partie ist beendet, wenn ein Spieler schachmatt gesetzt wird oder die Bedenkzeit eines Strategen abgelaufen ist. Jedem Teilnehmer stehen pro Runde zehn Minuten zum Grübeln zur Verfügung.

Der Ehrgeiz ist geweckt

Schach ist Gehirnjogging mit König und Dame. Ausdauer, Ehrgeiz und eine schnelle Auffassungsgabe sind dabei gefragt. In den Partien sind die jungen Denker auf sich allein gestellt. Übereifrige Eltern werden da schon mal in die Schranken gewiesen. „Sie sind aber trotzdem wichtig, denn nach einer Niederlage fließen auch mal Tränen“, berichtet Spitzer.

Zum Heulen ist Paul und Marc (beide acht Jahre alt) aber längst nicht zumute. Denn die Schüler der Grundschule am Knappert haben die ersten beiden Aufeinandertreffen an diesem Tag für sich entschieden. „Einen Pokal habe ich schon zu Hause. Vielleicht kommt ja bald ein zweiter dazu“, hofft Grundschüler Marc. Der Ehrgeiz ist geweckt – auch bei den Jüngsten. Nun heißt es, sich Zug um Zug bis zum Ziel vorzuarbeiten.

 

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