Beim Duisburger „Platzhirsch“-Festival gibt's mehr als Musik

Die Aeronauten sind gleich am ersten Festivaltag kostenlos auf dem Dellplatz zu sehen.
Die Aeronauten sind gleich am ersten Festivaltag kostenlos auf dem Dellplatz zu sehen.
Foto: Veranstalter
Ausstellungen und Theater sind neben den Musik-Acts auch Teil des Festivals am Duisburger Dellplatz. Ein Überblick über das Programm am Wochenende.

Duisburg.. Es ist das „Festival der Artenvielfalt“, und in erster Linie geht es beim „Platzhirsch“ am Wochenende darum, neue Künstler zu entdecken. Doch einige bekannte Namen sind auch dabei, die das Publikum an den Dellplatz und die Veranstaltungsorte rundherum locken wollen. Ein kleiner Blick auf das Programm.

Aeronauten

Gleich am ersten Tag des Festivals, am Freitag um 20.30 Uhr, spielen die Aeronauten mitten auf dem Dellplatz. Und für diese Bühne verlangt der „Platzhirsch“ nicht mal Eintritt. Doch nicht nur deshalb sollte man hier vorbeischauen, sondern auch wegen der großartigen Songs der Band. Frontmann Guz singt von pathetischen Jungen, von Modellflugzeugen, Frauen, Männern und darüber, dass Punk noch nicht tot ist – obwohl er bei den Aeronauten auch nach Soul, Ska und einem halben Dutzend anderer Musikrichtungen klingen kann.

Jaya The Cat

Ebenfalls am Freitagabend spielen "Jaya The Cat", um 21 Uhr beginnen sie ihr Konzert im Grammatikoff. Die ausgelassene Reggae-Punkrock-Mischung der fünf Musiker funktioniert live am besten, die Show dürfte zu einer Party werden.

Beatmartin

Doch man muss sich nicht nur auf dem oder rund um den Dellplatz aufhalten, um am Wochenende gute Konzerte zu erleben. Das „Platzhirsch“-Revier reicht bis zum Djäzz an der Börsenstraße. Hier spielen am Samstagabend um 20.30 Uhr Beatmartin. Sänger und Gitarrist Martin Marzipano kann es sogar mit Guz aufnehmen, wenn es darum geht, rührende Songs zwischen Pop, Punk und Soul zu schreiben.

CCJO spielt Slayer

In eine andere Richtung geht das Cologne Contemporary Jazz Orchestra am Sonntag um 20 Uhr im Grammatikoff. Nicht in Richtung Jazz, die Musiker spielen Lieder der Metal-Band Slayer. Sie betrachten die Stücke der Trash-Gruppe aus einer neuen Perspektive und hinterlassen oft Staunen im Publikum. Doch sie verstehen es auch, veritablen Krach zu erzeugen.

Tickets

Karten für einzelne Tage kosten im Vorverkauf 12 Euro, für das Festival 25 Euro und sind etwa im Grammatikoff erhältlich. An der Tageskasse kosten die Tickets 15/30 Euro.#

Experimentelles Theater und Kunst-Ausstellungen

Die Musiker auf den Bühnen sind die „Lockvögel“, denn zweifellos werden die meisten Besucher des „Platzhirsch“-Festivals wegen der Konzerte an den Dellplatz kommen. Doch von Freitag bis Sonntag gibt es in der Innenstadt unter dem Logo des röhrenden Hirsches noch anderes zu entdecken.

Die Theatermacherin Karolina Žernytė aus Vilnius hat mit ihrem Team eine Form des Theaters entwickelt, die alle Sinne mit Ausnahme des Sehsinnes anspricht und aktiviert. Publikum und dabei „Mitspieler“ können blinde und sehbehinderte Menschen sein, aber auch Menschen mit normalem Sehvermögen, die durch eine Maske ihres gewohnten Hauptsinnes beraubt werden. Damit erfahren sie eine Wahrnehmung außerhalb ihres gewohnten Spektrums. „Tense In Sense“, am Freitag um 18 Uhr im Lehmbruck-Museum zu erleben, ist Karolina Žernytės viertes Stück dieser Art. Es feiert in Duisburg eine experimentelle Premiere.

Live-Hörspiel in der "Säule"

Franz-Joseph van der Grinten ist Zeichner, Druckgraphiker, Maler, Autor, Sammler, Lehrer, Stifter, Kurator, Kunsthistoriker und Museumsleiter. Am Freitag von 18 bis 20 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sind im Künstlerhaus an der Goldstraße einige ausgewählte Werke des Niederrheiners ausgestellt. Zudem wird van der Grinten am Sonntag um 15 Uhr im Künstlerhaus aus seinem 2013 erschienenen Gedichtband einige Texte über den Facettenreichtum des Lebens lesen.

Ein Live-Hörspiel wird am Samstag um 21 Uhr in der „Säule“ an der Goldstraße aufgeführt. Als Vorlage für das Stück diente eine Hafenrundfahrt mit dem Titel „Vergessene Häfen“, die in Duisburg angeboten wird. Sie führt durch alte, weitgehend unbekannte Teile des Hafens. Vor der Folie schickt der Musiker und Hörspielautor Thorsten Töpp vier Personen auf eine fiktive Bootstour. Ihre Suche nach einer inneren Heimat wird zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Ort, an dem sie ihr Leben verbringen. In einen ruhig fließenden Klangteppich sind von Thorsten Töpp und Jörn Nettingsmeier kunstvoll Zitate und Anspielungen hineingewoben.

 
 

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