Behörden informiert

Glück im Unglück: Fünf der ehemaligen Tagesmütter fanden einen Steuerberater (Name der Redaktion bekannt), der bereit war, zu helfen. Denn die Konsequenzen der enormen monatlichen Zahlungen machten sich einige Nimmerland-Tagesmütter nach eigenem Bekunden erst klar, als es Zeit für die Steuererklärung war.

„Die Frauen hätten wesentlich mehr versteuern müssen, als sie eigentlich bekommen haben“, sagt der Steuerberater, den betroffene Tagesmütter von seiner amtlichen Schweigepflicht der WAZ gegenüber entbunden haben. Der Mann, betreut die Frauen seit 2010: „Ihnen drohten Steuernachzahlungen von bis zu 12.000 Euro pro Jahr.“

Der Steuerberater glich die Kontoauszüge der Frauen untereinander ab und stellte fest, dass alle zu ähnlichen Zeiten jeden Monat hohe Bargeld-Beträge von ihren Konten abgehoben hatten: „Daraufhin habe ich mich mit den Behörden in Verbindung gesetzt und die Vorgänge geschildert.“ Dies habe er 2011 getan. „Seitdem ermittelt die Steuerfahndung in dem Fall“, sagt der Steuerberater.

Rechtlich in einer besonders schlimmen Lage seien diejenigen Frauen gewesen, die im Rahmen einer Jobcenter-Maßnahme für schwer vermittelbare Arbeitnehmer im Nimmerland gearbeitet hätten. Diese Frauen hätten eigentlich zwei Jahre lang ein Angestelltengehalt beziehen sollen. Dies sollte zu 75 Prozent vom Jobcenter und zu 25 Prozent vom Verein Im Nimmerland finanziert werden. Diese 25 Prozent Eigenbeteiligung habe Nimmerland jedoch nie gezahlt: „Die Frauen hat man jedoch gleichzeitig private Betreuungsverträge unterschreiben lassen“, sagt der Finanzfachmann, „was aber nicht erlaubt ist, weil sie zu dem Zeitpunkt Gelder des Jobcenters bezogen.“

Diese Frauen hätten sich, sagt der Steuerberater weiter, nicht nur selbst strafbar gemacht: „Auch sie durften von der beachtlichen Summe, die sich aus Festgehalt und Tagesmutter-Honorar ergab, nur 1000 Euro behalten.“ Die sie dann noch hätten versteuern müssen.

 
 

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