Beecker Kirmes soll durch früheren Termin attraktiver werden

Die Beecker Kirmes öffnet ab dem kommenden Jahr immer über den ersten Sonntag im Juli.
Die Beecker Kirmes öffnet ab dem kommenden Jahr immer über den ersten Sonntag im Juli.
Foto: Lars Fröhlich
  • Beecker Kirmes öffnet nach Ratsentscheidung künftig immer über den ersten Sonntag im Juli
  • Bruch mit jahrhundertelanger Tradition stößt beim Schaustellerbund nicht auf ungeteilte Zustimmung
  • Duisburg Kontor als Kirmesveranstalter hofft auf mehr Besucher und attraktivere Angebote

Duisburg. Die Beecker Kirmes war in ihrer 477-jährigen Geschichte bisher untrennbar mit dem Bartholomäustag verbunden. Der wird am 24. August gefeiert und immer am Sonntag danach kamen die Fans des Rummels im Duisburger Norden auf ihre Kosten. Deshalb ist die jüngste Entscheidung des Rats, die Volksfestsatzung zu ändern, damit Kirmes ab 2017 fortan immer über den ersten Sonntag im Juli öffnen darf, durchaus eine historische. Der Entschluss soll mehr Besucher anlocken und für ein attraktiveres Angebot sorgen. Er ist im Vorfeld mit dem Deutschen Schaustellerbund abgestimmt worden, sorgt dort aber nicht für ungeteilte Zustimmung.

Die große zeitliche Nähe zum Hafenfest

Das liegt nicht nur daran, dass dessen Präsident Albert Ritter eigentlich grundsätzlich dagegen ist, an traditionellen Terminen zu rütteln. Ein Hauptgrund für die Vorverlegung ist, so Peter Joppa vom Kirmesveranstalter Duisburg Kontor, die bisher große zeitliche Nähe zum Ruhrorter Hafenfest, das häufig nur mit einer Woche Abstand auch mit einer großen Kirmes auf der Mühlenweide aufwartet. Dass am Ende nicht das Hafenfest dauerhaft verlegt worden ist, macht Ritter an der zu geringen Lobby für den Rummel in Beeck fest.

Joppa („Tradition ist das Eine, eine erfolgreiche Kirmes das Andere“) lässt das nicht gelten. Er hält Ritter entgegen, dass ein Termin für das Hafenfest von großen Feuerwerksveranstaltungen am Rhein wie den „Kölner Lichtern“ abhänge. „Wir brauchen einen Schiffskonvoi und müssen uns deshalb daran orientieren“, so der Duisburg-Kontor-Chef. Außerdem habe Beeck zuletzt zusätzlich in immer größerer Konkurrenz zur Schützenkirmes in Neuss gestanden. Joppa erhofft sich von dem früheren Termin – 2017 vom 30. Juni bis 4. Juli – einerseits mehr Besucher. Mindestens 300 000 sind das Ziel. Und die sollen sich andererseits auch wieder auf mehr Großfahrgeschäfte freuen können. Erste Gespräche diesbezüglich mit Schaustellern, so Joppa, seien vielversprechend gelaufen. Zwei Wochen später findet die Rheinkirmes in Düsseldorf statt. Da soll möglichst vorher ein Abstecher nach Duisburg gemacht werden.

Ärger über kurzfristig abgesagte Auftritte

„Es ist ein Versuch wert“, so Ritter. „Was kann sich in Beeck schließlich noch verschlechtern..?“ Bei aller Kritik honoriert er Joppas Bemühungen, zu denen in diesem Jahr die Rückkehr des Partyzelts mit einem Ballermann-Schlagerparty-Konzept gehörte. Das funktionierte allerdings überhaupt nicht. Dazu kam der Ärger über kurzfristig abgesagte Auftritte.

Jens Naujokat, Geschäftsführer von Viva Concepts, dem Zeltbetreiber, muss nun bis zum Jahresende liefern und überzeugen. Ansonsten macht Duisburg Kontor von der Ausstiegsklausel Gebrauch. Naujokat, dem bereits ein kleineres, offenes Zelt mit Strandatmosphäre vorschwebt, soll einerseits besser auf die Wünsche des jungen Publikums, andererseits auf Familien Rücksicht nehmen. Ein schwieriger Spagat. Er selbst sieht seine Chance aufs Weitermachen bei fifty-fifty.

 
 

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