Baustopp für Kunst-Kubus am Museum Küppersmühle in Duisburg

Der Aufsichtsrat der Gebag hat erst einmal einen Baustopp für die Erweiterung des Museums Küppersmühle verhängt. Foto: Hans Blossey
Der Aufsichtsrat der Gebag hat erst einmal einen Baustopp für die Erweiterung des Museums Küppersmühle verhängt. Foto: Hans Blossey
Foto: Hans Blossey

Duisburg.. Die Duisburger Gebag zieht die Reißleine am Museumsbau Küppersmühle und stoppt alle Baumaßnahmen. Ob der Glaskubus jemals auf den Silos der alten Mühle schwebt, ist mehr als ungewiss. Außerdem ermittelt die Justiz wegen des Verdachts der Baugefährdung.

Die Gebag hat einen Baustopp am Erweiterungsbau für das Museum Küppersmühle verfügt und will an der Skandalbaustelle erst mal kein weiteres Geld verbrennen. „Die Zukunft des Kunst-Kubus“ ist unsicher“, räumte Gebag-Chef Dietmar Cremer auf einer Pressekonferenz erstmals ein.

Ob das tonnenschwere Stahlgerüst jemals auf den Silos der alten Mühle im Innenhafen spektakulär schweben wird, ist mehr als ungewiss, nachdem wie berichtet nach Pfusch am Bau die Kosten von knapp 50 auf nicht bestätigte 69 Mio Euro steigen sollen. Es steht und fällt damit, ob die Sponsoren nochmals tiefer in die Tasche greifen. Weil von den Geldgebern, Kunstsammler-Ehepaar Ströher und der Evonik, noch keine verbindlichen Finanzzusagen erfolgt sind und auch die Zahlungen vorerst eingestellt wurden, entschied sich die Gebag, die Reißleine zu ziehen, um das eigene Unternehmen nicht zu gefährden. „Die Sicherheit der Gebag und das Wohnungs-Kerngeschäft haben Vorrang“, unterstrichen Vorstand und Aufsichtsrat am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstagabend.

Unternehmensberatung und Kanzlei sollen Gutachten erstellen

Bis Anfang Juli hofft die Gebag auf Klarheit. Auf Intervention der Banken, wie Cremer erklärte, hat sich die städtische Wohnungstochter die Düsseldorfer Unternehmensberatung Mbb Consult und eine Kanzlei ins Haus geholt, die Gutachten erstellen sollen, wie „die Situation der Gebag gesichert werden kann und welche Schritte notwendig sind, um die Mehrkosten aufzufangen und den Museumsbau zu vollenden“.

In dieser Woche hatte es eine Runde mit den Banken gegeben. Sie wollen Sicherheiten und Antworten, bevor im Juli fällige Kredite für die Gebag verlängert werden. „Die Bereitschaft der Banken ist da. Sie wollen aber wissen, wie zumutbar ihr weiteres Engagement ist“, so Cremer. Bei den Krediten, die die Liquidität der Gebag sicherstellen sollen, geht es nicht einmal um die Finanzierung der Küppersmühle-Baustelle, sondern um das ureigene Wohnungsgeschäft der Gebag.

„Wir sind nach der Sitzung des Aufsichtsrates beruhigter als vorher“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Friedel Prüßmann (SPD). „Eine Insolvenz der Gebag ist nicht zu erwarten“, meinte sein Stellvertreter Peter Griebeling (CDU). Im Vordergrund müsse die Sicherheit der Mieter und der Mitarbeiter der Gebag stehen. „Das Kerngeschäft ist nicht gefährdet“, betonten beide Aufsichtsräte. Unverändert gilt zudem, dass die Gebag nicht mehr als die knapp 1,4 Mio Euro aus eigener Tasche in das Museumsprojekt steckt: „Der Beschluss gilt“, so Prüßmann.

Was passiert, wenn die Sponsoren aussteigen?

Offen ist aber, was passiert, wenn die Sponsoren aus dem ehrgeizigen Museumsprojekt aussteigen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kubus dann da am Boden als Museum bleibt“, so Cremer. Selbst die Verschrottung des Stahlgerüstes ist denkbar. Ungewiss kann sogar die gesamte Zukunft des Museums werden, wenn es mit dem Kubus-Flopp nicht die zusätzliche Ausstellungsfläche für die Kunstsammlung Ströhers gibt.

Auch Juristen sind jetzt am Werk. Sie prüfen die Verträge und Ausstiegsklauseln der Sponsoren, die mittlerweile schon an die 30 Mio € in den Bau gesteckt haben. Aber auch in die Verträge mit den Architekten, die den weltweit einmaligen Aufbau entwarfen, wird genauer geschaut.

 

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