Bandidos-Unterstützer und Hell’s Angels sind im Duisburger Westen Nachbarn

Die Hell’s Angels haben eine neue Heimat im Duisburger Westen gefunden.
Die Hell’s Angels haben eine neue Heimat im Duisburger Westen gefunden.
Foto: dapd
Die Bandidos-Unterstützer vom Motorradclub „Brotherhood Clown-Town“ haben seit anderthalb Jahren ihren Sitz in Rheinhausen. Seit drei Monaten haben sie neue Nachbarn: die Hell’s Angels haben ein Bürogebäude umgebaut. Die Polizei reagiert mit Präsenz.

Duisburg.. Die Hell’s Angels haben die Würstchen ausgepackt. Mit Blick auf den Toeppersee, nur durch die Straße „Borgschenweg“ getrennt, haben sich rund 50 Rocker in ihren rot-weißen Kutten an ihrer neuen Heimat in Rumeln zur Grillparty versammelt. Vor drei Monaten hatten sie das Bürogebäude einer ehemaligen Baumaschinen-Firma zu ihrem Club umgerüstet. Wer die Straße entlang fährt, sieht ab und an die schweren Motorräder vor der Tür stehen. Die Rocker haben Biergarnituren und Pavillons auf den Firmenhof gestellt. Die Polizei fährt im Schneckentempo vorbei. Alles friedlich.

Einige hundert Meter weiter, an der vierspurigen Friedrich-Ebert-Straße in Rheinhausen, hat auch ein Motorradclub seinen Sitz. „Brotherhood Clown-Town“, die zum Lager der Bandidos gezählt werden, haben eine leerstehende Kneipe zum Club-Sitz gewählt. Seit anderthalb Jahren sind sie dort, auffällig waren sie bisher nicht.

Rocker aus Holland zu Gast bei Bandidos-Sympathisanten

Erst der Einsatz der Polizei am späten Donnerstagabend hat deutlich gemacht, dass sich die Rockerszene inzwischen auch im Duisburger Westen festgesetzt hat. Stundenlang, bis 1 Uhr in der Nacht, wuselten Teile der Hundertschaft vor dem Clown-Town-Club herum, durchsuchten rund 30 Rocker, überprüften Personalien und kontrollierten Fahrzeuge. Die Ausbeute war mit zwei Strafanzeigen – wegen eines Schlagrings und Drogenbesitzes – eher mager, offenbar aber auch gar nicht das Ziel der Polizei gewesen.

Hintergrund für die Kontrollen waren die Gäste, die von der Brotherhood Clown-Town an diesem Abend erwartet wurde: Rocker eines befreundeten Motorradclubs aus Holland. Die von der Duisburger Polizei angeforderte Hundertschaft verengte die Friedrich-Ebert-Straße und beobachtete die passierenden Fahrzeuge. Tatsächlich waren an diesem Abend 14 Rocker aus Holland mit dem Auto nach Rheinhausen gefahren. An einem Abend, an dem sich die Gegenseite unweit zur Grillparty traf. Zufall? „Wenn es an einer Stelle ein Treffen gibt, dann haben wir immer auch die anderen bekannten Standorte der Szene im Blick“, sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat.

Die Polizei hat mit ihrer Kontrolle und dem Großaufgebot ihr Ziel an diesem Abend erreicht. Sie will präventiv „Flagge zeigen“.

Jetzt auch in Rheinhausen.

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