Duisburg

Duisburger Automobil-Experte fordert: Wer ein breites Auto hat, soll auch mehr zahlen

Limousine, SUV und Co. nehmen im Parkhaus häufig mehr Platz ein.
Limousine, SUV und Co. nehmen im Parkhaus häufig mehr Platz ein.
Foto: Jürgen Ritter / Imago
  • Ferdinad Dudenhöffer ist ein führender Auto-Experte
  • Er meint: Wer ein breites Auto fährt, soll auch mehr zahlen
  • Seine Studie zeigt: Nicht nur SUV und Limousinen werden immer breiter

Duisburg. Die Idee von Ferdinand Dudenhöffer ist simpel: Wer ein breites Auto fährt, soll auch mehr zahlen. Der Professor an der Universität Essen-Duisburg ist Experte beim Thema Auto.

Autos werden immer breiter. Gut zu erkennen ist das am VW Golf. 1974 maß er noch 1,60 Meter Breite, der nächste Golf 8 könnte bereits 1,80 Meter breit sein.

Den meisten Autofahrern sind jedoch SUVs und Limousinen ein Dorn im Auge. Die Schlachtschiffe der Straße messen im Schnitt 1,85 Meter – Tendenz stark steigend.

Auf Parkplätzen und in Autobahnbaustellen wird es enger

Parkplätze haben bisher allerdings nur eine Mindestbreite von vorgeschriebenen 2,30 Meter. „Es ist also enger geworden in unseren Parkhäusern – weil eben die Autos in die Breite wachsen“, schreibt Dudenhöffer in einer gerade veröffentlichten Studie.

Gleiches gilt für Autobahnbaustellen. Die linke Spur weist im Baustellenbereich 2,50 Meter auf. Für breite Autos kann das Überholen ganz schön heikel werden.

------------------------------------

• Mehr Themen aus Duisburg:

Starke Unwetter über NRW: Düsseldorf und Duisburg versinken in den Regen-Fluten

Dank dieser genialen Idee leuchtet der Radweg im Landschaftspark Duisburg jetzt im Dunkeln – ohne Strom!

• Top-News des Tages:

Todesdrama am Bahnhof Gelsenkirchen-Zoo: Junge (13) wird von Güterzug erfasst und stirbt

Autofahrer (24) rast in Bordell – Prostituierte beschreibt Horror-Szenario: „Ihr Schrei war auf der ganzen Straße zu hören“

-------------------------------------

Fahrer breiter Autos sollen zur Kassen gebeten werden

Der Gründer der CAR (Center Automotive Research) wirft die Frage auf, ob Fahrer breiter Autos nicht mehr zahlen sollten. „Wer mehr Platz im Parkhaus in Anspruch nimmt, bezahlt halt etwas mehr, denn Parkraum kostet Geld“, schlägt der Professor vor.

Bei der Einfahrt ins Parkhaus müssten die Fahrzeuge gescannt werden und schon erscheint an der Kasse bei der Ausfahrt eine etwas höhere Rechnung. Es müssten also zwei Größenkategorien für Parkplätze im Parkhaus eingeführt werden.

Auch für das Problem mit zu engen Autobahnbaustellen hat er eine Idee. „Je breiter, umso größer das Unfallrisiko auf Autobahnbaustellen“, meint Dudenhöffer. Also sollen SUV-, Limousinenfahrer und Co. einfach mehr Versicherungskosten zahlen. Die Kosten für die Versicherung ermitteln sich durch die Breite des Wagens.

Dudenhöffer spricht vom Lemming-Effekt

Dafür, dass viele Automodelle in die Breite wachsen, hat der Auto-Experte eine Erklärung: „Der größere Komfort, die höhere subjektive Sicherheit, die man fühlt, wenn man im Auto unterwegs ist, sind wichtige Argumente für Autokäufer.“ Die Autoindustrie reagiere nur auf die Wünsche der Käufer.

Außerdem folgen Konsumenten einem Lemming-Effekt: Ein Autofahrer kauft ein neues, komfortableres Fahrzeug und viele machen es ihm nach. Dudenhöffer vergleicht Autokäufer mit Lemmingen, die gemeinsam von einer Klippe in den sicheren Tod springen: „Einer läuft in eine Richtung – und alle anderen hinterher, auch wenn´s in den Abgrund geht.“

 
 

EURE FAVORITEN