Auto ist Duisburgs Verkehrsmittel Nr. 1 - Wenige nutzen ÖPNV

Willi Mohrs
Das Auto ist Duisburgs Liebling. Das ist das Ergebnis der 2015 durchgeführten Mobilitätsbefragung.
Das Auto ist Duisburgs Liebling. Das ist das Ergebnis der 2015 durchgeführten Mobilitätsbefragung.
Foto: WAZ
Ergebnis der Mobilitätsumfrage unter mehr als 5000 Duisburgern: Nur je 16 Prozent aller Wege werden mit Bus und Bahn oder zu Fuß zurückgelegt, 11 Prozent per Rad.

Duisburg. Der Duisburger bewegt sich hauptsächlich per Auto. Das ist das eindeutige Ergebnis der 2015 durchgeführten Mobilitätsbefragung, für die Wegeprotokolle von 5151 Personen ausgewertet wurden. 57,7 Prozent aller Strecken wurden demnach per Auto zurückgelegt, jeweils 16 Prozent zu Fuß oder mit Bus und Bahn sowie 11 Prozent mit dem Fahrrad.

Was auffällt an den nüchternen Zahlen des von der Stadt mit der Mobilitätsbefragung beauftragten Aachener Ingenieurbüros, ist der doch recht große Unterschied der Verkehrsverteilung in den sieben Stadtbezirken. In Duisburg-Mitte ist das Auto „nur“ für 45 Prozent der Verkehrsteilnehmer die Nr. 1, in dafür kommt der öffentliche Nahverkehr auf 18 Prozent. In Meiderich nutzen 54 Prozent der Befragten bevorzugt das Auto, aber fast 23 Prozent Bus und Bahn. Im Bezirk Hamborn kommt das Auto auf einen Nutzungsanteil von 64 Prozent, im Bezirk Homberg, Ruhrort. Baerl gar auf den Duisburger Höchstwert von über 68 Prozent. Dem gegenüber steht ein Wert von unter 10 Prozent für Bus und Bahn.

Große Unterschiede gibt es auch bei der Neigung zu Fuß zu gehen. Im Bezirk Mitte werden stolze 24 Prozent aller Wege per pedes zurückgelegt, in Meiderich/ Beeck immerhin noch mehr als 18 Prozent. Auf überwiegend leere Bürgersteige lassen hingegen die Werte für Rheinhausen (11,5 %) und Walsum (10,7 %) schließen.

Walsumer radeln gern

Dafür liegt Walsum beim Radeln ganz vorne. Fast 15 Prozent aller Wege werden in den nördlichsten Stadtteilen mit dem Drahtesel bewältigt, während die Bewohner der Bezirke Hamborn (6,2 %) und Meiderich/ Beeck (5,6 %) in ihrer Radelbegeisterung ziemlich auf dem Rücktritt stehen.

Dabei ist in 84 Prozent aller Duisburger Haushalte ein Fahrrad verfügbar, 60 Prozent haben sogar zwei oder mehr Räder. 16 Prozent der Haushalte sind fahrradlos, das ist deutlich unter dem NRW-Schnitt (18,8 %).

Mobiler als der Landesdurchschnitt ist Duisburg auch beim Blick auf die Personenwagen pro Haushalt. 85 Prozent verfügen über mindestens eine eigene Karosse (NRW: 83,3 %), jeder dritte Haushalt ist mit zwei und mehr Autos ausgestattet.

Einen Führerschein besitzen 92 Prozent der befragten Männer und 84 Prozent der Frauen. Nur 12 Prozent der Duisburger ab 16 Jahren sind ohne Fahrerlaubnis.

Und warum ist der Duisburger unterwegs? Vor allem, um zu arbeiten (28,3 %). Oder um einzukaufen (21,6 %), Kultur oder Sport anzusteuern (10,3 %), Arzt oder Bank aufzusuchen (10,2 %) oder jemanden zu besuchen (9,9 %).

Kommentar zum Thema: Die Frage nach dem Warum 

Zahlen lügen nicht, aber sie bedürfen der Interpretation. Dass die Duisburger sich mehrheitlich hinters Steuer setzen, um von A nach B zu kommen, kann heißen, dass sie das Autofahren lieben.

Es kann aber auch bedeuten, dass es ihnen an attraktiven Alternativen mangelt, es also an Angeboten im öffentlichen Nahverkehr fehlt oder an einem gut ausgebauten Radwegenetz. Dass sich die Zahlen für den relativ gut erschlossenen Bezirk Mitte vom Rest der Stadt teils deutlich unterscheiden, könnte darauf hinweisen.

Die Befragung nach dem Warum der Verkehrsmittelwahl müsste also folgen.