Auto Franken meldet Insolvenz an

Die Autohaus-Gruppe Franken setzt auf einen Sanierungsplan zur Rettung des Unternehmens.
Die Autohaus-Gruppe Franken setzt auf einen Sanierungsplan zur Rettung des Unternehmens.
Foto: WAZ FotoPool
Die Franken-Gruppe, großer Autohändler am Niederrhein und in Duisburg ist zahlungsunfähig und hat Insolvenz angemeldet. Alle sieben Standorte in Kamp-Lintfort, Moers, Krefeld und Duisburg arbeiten weiter. Nun wird ein Sanierungsplan erarbeitet.

Am Niederrhein/Duisburg.. Eines der großen Autohäuser am Niederrhein steht auf der Kippe: Die Franken-Gruppe, Vertreter von Opel, Chevrolet und Kia, hat Insolvenz angemeldet. „Wir befinden uns in einer Extremsituation“, sagte Geschäftsführer Dieter Rasel am Dienstag in einer Pressekonferenz. Seine wichtigste Botschaft: Die Insolvenz bedeutet nicht, dass bei Franken die Lichter ausgehen. Alle sieben Standorte in Kamp-Lintfort, Moers, Krefeld und Duisburg arbeiten weiter, alle Kunden-Garantien haben Bestand. Und: Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall arbeiten an der Sanierung. Sie eint die Hoffnung, dass das Unternehmen gesundet und alle 189 Arbeitsplätze erhalten werden können.

Vertrauen von Kunden und Lieferanten

Wie dies im Einzelnen aussehen wird, ob Standorte geschlossen werden, die Belegschaft Verzicht leistet oder neue Gesellschafter ins Unternehmen geholt werden, darüber wollten sich die Beteiligten noch nicht äußern. Der Sanierungsplan müsse mit dem Insolvenzverwalter abgestimmt werden, was sicher einige Wochen in Anspruch nehmen wird. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Axel Schwentker von der Kanzlei Schwentker-Bückmann in Oberhausen.

Ziel sei, alle Standorte und Jobs zu erhalten, versicherten Dieter Rasel und der Betriebsratsvorsitzende Ralf Zilinski. Auch IG-Metall-Sekretär Markus Ernst zeigte sich überzeugt: „Wer im Monat 1700 Neuwagen verkauft, hat realistische Chancen auf dem Markt, und zwar mit allen Filialen.“ Auf dem Weg zur Sanierung benötige man freilich auch das Vertrauen von Kunden und Lieferanten, erklärte Dieter Rasel. Verkauf und Werkstatt arbeiten weiter, Kunden behalten auch dann ihre Gewährleistungsrechte, wenn sie jetzt bei Franken ein Auto kaufen.

Nicht überraschend

Ganz überraschend kam die Insolvenz nicht für die Belegschaft. Der Umsatz von Franken ist in den vergangenen Jahren beständig gesunken. Da der Markt durch die Abwrackprämie gesättigt war, kam es danach zeitweise zu einer Absatzkrise, und da viel mehr Neuwagen unterwegs waren, hatten auch die Werkstätten und der Teileverkauf weniger zu tun. Konsequenz: Kapitalausstattung und damit die Liquidität nahmen rapide ab. Jetzt setzt man auf die Möglichkeiten der Insolvenzordnung. Die Belegschaft, versichert Betriebsratschef Ralf Zilinski, werde ihren Teil zur Gesundung von Franken beitragen: „Es gibt keine Resignation.“

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