Duisburg

Ausgebrannt? In der Prüfungsphase an der Uni: So kannst du ein Burn-out vermeiden

Vor allem in der Prüfungsphase können Studenten ein Burn-out bekommen: Die Psychologische Beratung des Studierendenwerks Essen-Duisburg warnt davor, erste Zeichen zu ignorieren.
Vor allem in der Prüfungsphase können Studenten ein Burn-out bekommen: Die Psychologische Beratung des Studierendenwerks Essen-Duisburg warnt davor, erste Zeichen zu ignorieren.
Foto: imago/ Blickwinkel (Symbolbild)
  • Burn-out-Fälle in der Prüfungsphase an der Uni Duisburg-Essen
  • Das sind die Symptome, die dich aufhorchen lassen sollten
  • Studierendenwerk-Beratungsstellenleiter erklärt, wie du ein Burn-out vermeiden kannst

Duisburg. Das ausgebrannte Gefühl kommt schleichend. Du bemerkst es nicht von heute auf morgen. Betroffene nehmen ein Burn-out zunächst häufig gar nicht als ein solches wahr. Während Burn-outs laut einem DAK-Bericht in der Arbeitswelt langsam zurückgehen, sind sie für Studenten in Prüfungsphasen wie der jetzigen noch grausamer Alltag.

So auch an der Uni Duisburg-Essen: Hier gibt es viele Burn-out-Fälle. Der Leiter der Beratungsstelle des Studierendenwerks erklärt, wie du den üblen Erschöpfungszustand vermeiden kannst.

3 Fächer im Lehramt-Studium: Prüfungsphase schon zu viel?

Christina Schmidt (Name geändert) ist Studentin an der Uni Duisburg-Essen. Sie ist 24 Jahre alt und studiert drei Fächer auf Lehramt. Sie ist trotz guter Noten grundsätzlich unzufrieden mit ihrem Lerntempo.

Jetzt, in der Prüfungsphase, kommt sie mit dem Lernen kaum noch hinterher. Sie müsste auch eigentlich längst mit ihrer Masterarbeit angefangen haben.

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Ständige Sportkurse, Umzugshilfe, ausgiebige Hilfsbereitschaft

Doch dazu kommt sie einfach nicht. Christina arbeitet neben dem Studium in der Gastronomie. Durch die späten Arbeitszeiten und den Schichtdienst hat sie oft Schlafmangel. Christinas Freizeit ist durchgetaktet. Sportkurse, Umzugshilfe bei Freunden, Treffen mit ihnen, um beim Lernen zu helfen.

Sie ist nicht nur hilfsbereit, sie hat auch einen großen Leistungsanspruch an sich selbst. Dem immer gerecht werden? Nicht möglich.

Im Haushalt macht Christina fast alles alleine. Aufgaben auch mal an ihren Freund, mit dem sie zusammen wohnt abzugeben, fällt ihr schwer. Durch den Stress, nimmt ihr Interesse am Thema der Masterarbeit immer mehr ab.

„Wenn es bei ihr so weitergeht, gerät sie in einen Burn-out,“ sagt Harald Kaßen vom Studierendenwerk.

Das sind die Burn-out Symptome

„Burn-Out ist eine sehr komplexe Erkrankung mit mehr als 100 möglichen Symptomen. Dies macht eine eindeutige Diagnosestellung auch schwierig,“ sagt Harald Kaßen vom Studierendenwerk.

Betroffene Studenten würden die Krankheit oft lange mit sich herumschleppen, so die psychologische Beratung des Studierendenwerks. Das könne gefährlich sein, da sie sich dann immer mehr intensivieren, so auch Leiter Harald Kaßen gegenüber DER WESTEN.

Leitsymptome seien erstmal unauffällig:

  • Grundlose Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Lustlosigkeit - auch bei Aktivitäten, die sonst Spaß machen

Gründe für die Burn-out Falle

Ein Burn-out kann prinzipiell jeder bekommen. „Doch die betroffenen Studierenden sind häufig unzufrieden mit den eigenen Leistungen und neigen zu Perfektionismus“, so Kaßen.

Oft spiele auch der gesellschaftliche Druck eine Rolle: „Du musst überdurchschnittlich gut sein. Du brauchst diverse Praktika und Nebenjobs. Die Studierenden stehen gerade in anspruchsvollen Studiengängen unter hohem Leistungsdruck“, sagt Kaßen.

„Es kommt dazu, wenn subjektiv zu viel Stress entsteht und zu hohe Ansprüche an sich selbst gestellt werden“, sagt Kaßen. Ein fehlendes Gefühl für die eigene Leistungsgrenze komme hinzu.

Körperliche Folgen eines Burn-outs

Doch ein Burn-out ist nicht nur eine psychische Störung. Körperliche Folgen für die Studenten können noch hinzukommen.

Dazu gehören:

  • Dauerhaftes Stressgefühl - nicht mehr „runterkommen“ können
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Probleme

Klinikaufenthalte und Therapien können je nach Schwere der Erschöpfung auch nötig werden. „Burn-outs können unerkannt und unbehandelt bis hin zum Suizid führen“, warnt Kaßen.

Was du tun kannst, um einem Burn-out vorzubeugen

So schwer es dir in einer Lernphase wie der jetzigen auch erscheint, wenn du ein Burn-out vermeiden willst, musst du laut dem Studierendenwerk auf Folgendes achten:

  • Lernprioritäten setzen
  • Klausuren je nach Leistungsgrenze auch mal schieben
  • Mit Dozenten/ Professoren über deine Probleme sprechen
  • Dich regelmäßig fragen: Sind das realistische Lernziele?
  • Erreichbare Lernziele setzen
  • Erfolgserlebnisse feiern!
  • Wochenbelastung anschauen: Mutest du dir zu viel zu?
  • Ausgleiche schaffen

Je extremer sich die Symptome eines Burn-outs entwickeln, desto schlimmer können auch die Langzeitfolgen sein.

Also achte auf dich und mute dir nicht zu viel zu: Dein Körper und deine Psyche werden es dir danken.

 

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