Auftakt im Duisburger Uhrenraub-Prozess missglückt

Ein 34-jähriger Serbe steht für zwei Überfälle auf ein und denselben Juwelier vor Gericht.
Ein 34-jähriger Serbe steht für zwei Überfälle auf ein und denselben Juwelier vor Gericht.
Foto: WP
Anklage: 34-Jähriger erbeutete bei zwei Überfällen im März und Mai 2010 an der Königstraße Uhren im Wert von 1,1 Millionen Euro.

Duisburg. Bemerkenswert ist an dem Prozess, der am Dienstag vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg beginnen sollte, einiges: Uhren im Wert von 1,1 Millionen Euro soll ein 34-jähriger Serbe bei zwei Überfällen auf einen Juwelier an der Königstraße im Abstand von gerade einmal zwei Monaten erbeutet haben. Das war im Jahre 2010. Um das Strafverfahren endlich hinter sich zu bringen, war der Angeklagte sogar bereit gewesen, aus seiner Heimat anzureisen. Doch vor Gericht fehlte er: Seine Verteidigerin erklärte, der Mann müsse sich in Serbien einer Behandlung im Krankenhaus unterziehen.

Mit Sonnenbrille und Schlägermütze

Am 1. März 2010 soll der 34-Jährige erstmals das Juweliergeschäft betreten haben. Mit Sonnenbrille und Schlägermütze unkenntlich gemacht, gab er vor, eine Nobel-Uhr kaufen zu wollen. Doch dann zog er eine Pistole und nahm gleich 54 Uhren mit. Am 6. Mai wiederholte sich die Tat. Diesmal soll der Angeklagte 69 Uhren erbeutet haben. Gesamtschaden: Rund 1,1 Million Euro.

Die Beweislage ist alles andere als überwältigend: Die Anklage stützt sich vor allem auf die Aussage eines Fernbusfahrers, dem wenige Tage nach dem ersten Überfall in Stuttgart Uhren aus dem Duisburger Raub zwecks Transportes nach Serbien übergeben wurden. Die Uhren wurden an der Grenze sicher gestellt. Der ertappte Busfahrer will auf Fotos der Polizei den 34-Jährigen als jenen Mann erkannt haben, der ihm 2500 Euro für den Transport bot.

Attest muss noch übersetzt werden

Das alles wird nun zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt noch einmal aufgeklärt werden müssen. Das am ersten Verhandlungstag vorgelegte ärztliche Attest muss nun zunächst einmal ins Deutsche übersetzt werden. Auf dem Wege der Amtshilfe muss das Gericht dann in Serbien prüfen lassen, ob die Angaben in dem Dokument auch der Wahrheit entsprechen. Bis fest steht, ob der 34-Jährige gestern entschuldbar fehlte, oder ob doch ein Haftbefehl erlassen werden muss, wird es wohl mehrere Monate dauern.

 
 

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