Auch 7000 Kinder betroffen - Kitas in Duisburg machen „dicht“

Thomas Richter

Duisburg. Addiert rund 7000 Kinder besuchen die 76 städtischen Kindergärten und Kindertagesstätten in Duisburg. Einige Eltern werden am Mittwoch zumindest ein kleines Unterbringungs-Problem haben.

Weil die Gewerkschaften ihre Mitglieder am Mittwoch zur erneuten Teilnahme an einem Warnstreik aufgerufen haben, werden einige dieser Einrichtungen nicht öffnen. Doch Alternativangebote für jeden soll es auf jeden Fall geben. „Wir hoffen auf eine gewohnt hohe Streikbeteiligung im Sozial- und Erziehungsdienst. Daher glaube ich, dass mindestens 30 bis 50 Prozent dieser Einrichtung schließen müssen“, sagt Detlef Sell, der zuständige Fachbereichssekretär von Verdi Duisburg.

Keiner muss sich sorgen

Was heißt das für die betroffenen Eltern? Die wurden bereits seit Freitag in Form eines von den Gewerkschaften formulierten „Elternbriefes“, die in allen Einrichtungen aushängen und dort auch verteilt werden, über die Streikmotive des Personals informiert. Doch keiner muss sich sorgen, dass sein Kind am Mittwoch nirgendwo unterkommen kann. „Es wird einige Gruppen für Kinder geben, deren Eltern zwingend auf die Unterbringung angewiesen sind“, erklärte Jugendamts-Leiter Thomas Krützberg am Montag auf WAZ-Anfrage.

Wo diese Alternativen zu finden sind, erfahren die Eltern vor Ort in der vertrauten Kita. „Es wird ein adäquates Ersatzangebot im erreichbaren Umfeld geben“, verspricht Krützberg. „Wir sind insgesamt gut aufgestellt – auch weil die Gewerkschaften sich sehr fair verhalten und und frühzeitig informiert haben.“ Er erwartet dennoch, dass nachher Elternbeschwerden laut werden. „Die gibt es bei Streiks leider immer – auch, wenn er wie jetzt nur einen Tag dauert.“

Angestellte Lehrer wollen sich solidarisch zeigen

Ob der Schulbetrieb zusammenbricht, wenn sich Hausmeister und Sekretärinnen am Warnstreik beteiligen, ist fraglich. Vorsorglich bietet das Immobilien-Management den Schulen bei Bedarf Hilfe an, heißt es aus dem Rathaus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht davon aus, dass mangels städtischem Personal „an der einen oder anderen Stelle“ Schulen geschlossen bleiben. Verbeamtete Lehrkräfte dürfen ohnehin nicht streiken, angestellte Lehrer können sich ebenfalls nicht einklinken. „Leider läuft der Tarifvertrag des Landes noch ein Jahr“, sagt Norbert Müller, Vorsitzender des GEW-Stadtverbandes.

Der Warnstreik der Kommunalbeschäftigten werde aber mit Solidarität betrachtet: „Wenn die Sicherheit unserer schutzbefohlenen Kinder durch Arbeitskampfmaßnahmen des Schulpersonals gefährdet ist, werden sich Lehrkräfte nicht als Streikbrecher instrumentalisieren lassen“.