„Analysieren, bewerten, machen“

Harald Lenders möchte Oberbürgermeister in Duisburg werden.
Harald Lenders möchte Oberbürgermeister in Duisburg werden.
Foto: WAZ FotoPool
Der pensionierte Bundeswehr-Offizier Harald Lenders kandidiert bei der Oberbürgermeister-Wahl in Duisburg. Er bezeichnet sich selbst als unparteiisch und bürgernah, als konservativ und sozial.

Duisburg.. Wer ist Harald Lenders?

Aus Homberg-Hochheide ist Harald Lenders mit einem flotten Rad in die Innenstadt zum Gespräch gekommen. Der 55-Jährige bezeichnet sich als zeitversetzten Triathleten: Drei mal die Woche schwimmt er drei bis vier Kilometer, drei mal die Woche läuft er 12 bis 16 Kilometer, und in der Zeit dazwischen fährt er Rad. Gut gebräunt und durchtrainiert wirkt er, fit wie ein Turnschuh. Für seinen Wahlkampf hat er etliche Kilometer auf den Reifen, denn er klappert seit Anfang Mai sämtliche Wochenmärkte der Stadt ab, um sich bekannt zu machen und zu zeigen, wie er sich sieht: bürgernah und bodenständig.

Der gebürtige Rumelner machte eine Maschinenschlosser-Lehre bei Krupp, schlug danach die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr ein, arbeitete in verschiedenen Stabsstellen. Aufenthalte in Usbekistan, Afghanistan, auch in Italien zu Zeiten des Kosovo-Krieges machten ihn gelassen. „Uns geht es verdammt gut“, hat er festgestellt. Seine beruflich größte Herausforderung erlebte er als Abgeordneter der Bundeswehr beim Nato-Stab, „das hat mir viel gebracht“. Für die Familie bedeutete das, einen Wochenend-Papa zu haben. Ehefrau Beate und die inzwischen erwachsenen Söhne trugen es mit Fassung. Jetzt als Rentner kümmert er sich neben seinem Sport um Haus und Garten. Die Familie unterstützt seine Kandidatur. „Weißt Du, worauf Du dich einlässt?“, habe seine Frau gefragt. „Ein Haifischbecken ist nichts dagegen, aber man wächst mit seinen Aufgaben.“

Warum kandidiert er?

„Ich bin noch jung, mir fehlt die Herausforderung“, erkannte Lenders nach der Pensionierung. Seine Bundeswehr-Erfahrungen könnte er auf die Verwaltungstätigkeit im Rathaus übertragen. Beim Abwahlverfahren bekam er das Gefühl, dass die Duisburger einen echten Neuanfang wollen, „und den will ich durch meine Parteilosigkeit und Unabhängigkeit umsetzen“. Damit glaubt er auch, gegen die allgemeine Politikverdrossenheit punkten zu können. Auf seinen Wochenmarkt-Besuchen erlebte Lenders: „Sag ich parteilos, bleiben die Leute stehen.“

Neuanfang nach der Loveparade Er selbst war immer Wechselwähler, seine eigene Richtung beschreibt er als „konservativ, sozial und bürgernah“.

Was will er?

Im Rat der Stadt würde Lenders auf die Fraktionen und einzelne Vertreter zugehen, um „mit vernünftigen Vorschlägen das Beste für Duisburg zu erreichen, ich möchte Gräben schließen“. Außerdem sieht er sich als Brücke zwischen Rat und Verwaltung.

Die Streichliste würde er sofort auf Eis legen, Sport- und Kulturstätten könne man angesichts der dort laufenden Integrationsarbeit nicht schließen. Stattdessen will Lenders Gelder loslösen durch die Reduzierung der Bezirke, durch die Verkleinerung von Rat und Ausschüssen. Die Gewerbesteuer dürfe auf keinen Fall erhöht werden, „wir müssen für Unternehmen attraktiv bleiben“.

Ein erklärtes Ziel ist, den Tourismus anzukurbeln, „es gibt hier viel Wald, Seen, den Hafen“. Außerdem „gibt es hier fast nur nette Menschen, die offen sind, dieses Potenzial muss man nutzen“.

Außerdem will Lenders dezentralisieren, die Stadtteile stärken, dafür sorgen, dass trotz demografischen Wandels Supermärkte und Fachärzte vor Ort sind und nicht nur in fernen Zentren. „Stadtteile liebenswert machen“, nennt er das.

Wenn ich OB wäre...

...würde ich mir auch weiter Zeit für persönliche Gespräche nehmen“, verspricht Lenders. Auch mit Wohlfahrtsverbänden und Kirchenvertretern will der überzeugte Christ im Kontakt bleiben. Sein Ziel: Lösungen finden, auch für Kleinigkeiten. Dabei helfe seine Arbeitsstrategie „analysieren, bewerten, machen - und ein bisschen träumen ist auch nicht verkehrt.“

Zur Website des OB-Kandidaten Harald Lenders: www.haraldlenders.de

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