Alltours-Chef Verhuven muss nach Vorfall an Straßensperre vor Gericht

Marc Wolko und Thomas Richter
Alltours-Chef Willi Verhuven muss sich wegen des Unfalls an einer Straßensperre am 17. Oktober vor Gericht verantworten.
Alltours-Chef Willi Verhuven muss sich wegen des Unfalls an einer Straßensperre am 17. Oktober vor Gericht verantworten.
Foto: WAZ FotoPool
Alltours-Chef Willi Verhuven, der an einer Straßensperre am Innenhafen einen Polizisten angefahren haben soll, muss am 17. Oktober vor Gericht. Das Amtsgericht Duisburg hat die Klage wegen Widerstands und fahrlässiger Körperverletzung zugelassen. Im Gegenzug will Verhuven nun den Beamten verklagen.

Duisburg. Das Duisburger Amtsgericht hat die Anklage gegen Alltours-Chef Willi Verhuven zugelassen und einen Termin für die Hauptverhandlung festgelegt. Am 17. Oktober, 9.30 Uhr, soll sich der Unternehmer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und fahrlässiger Körperverletzung in einem Strafverfahren vor Gericht verantworten.

Im Sitzungssaal 88 des Duisburger Amtsgerichtes will die Justiz dann den genauen Ablauf des Vorfalls am 21. März 2012 ans Licht bringen - es gibt nämlich verschiedene Versionen der Geschehnisse an der Straßensperre Schifferstraße. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Während eines Warnstreiks soll Verhuven mit seinem Mercedes 350 SL einen Motorrad-Polizisten angefahren haben, der am Innenhafen im Einsatz war und eine Gewerkschafts-Demo absicherte. „Er soll hierbei mit Schrittgeschwindigkeit bewusst auf den vor seinem Pkw stehenden Beamten zugefahren sein, wobei dieser auf die Motorhaube des Fahrzeuges fiel und anschließend seitlich von der Motorhaube rutschte“, heißt es in der Mitteilung, die das Amtsgericht am Mittwochmorgen veröffentlichte.

Zehn Zeugen und ein Sachverständiger sind geladen

Der Polizist wurde dabei am linken Knie verletzt und musste wegen eines Blutergusses (Hämatom) behandelt werden. 14 Tage war er deswegen krank geschrieben. Nach dem Vorfall, den mehrere Zeugen beobachtet hatten, soll Verhuven weiter gefahren sein, seinen Wagen auf dem Firmenparkplatz abgestellt und mit der Arbeit begonnen haben. Da die Polizei zunächst auch wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelte, musste Willi Verhuven seinen Führerschein abgeben, erhielt ihn dann aber später wieder. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft diesen Vorwurf fallen gelassen. „Und ich bin zuversichtlich, dass wir die verbliebenen Vorwürfe gegen meinen Mandanten auch noch entkräften können“, erklärte Verhuvens Verteidiger Björn Gercke.

„Es sind zehn Zeugen und ein Sachverständiger geladen“, sagte Dr. Rolf Rausch, der Sprecher des Amtsgerichtes. Herr Verhuven könne sich als Angeklagter am Verhandlungstag nicht allein durch seine Anwälte vertreten lassen, sondern müsse persönlich anwesend sein, so Rausch. Der in der Anklageschrift formulierte Vorwurf der Nötigung wurde indes fallen gelassen. Er sei im Tatvorwurf des Widerstandes eines Vollstreckungsbeamten quasi inbegriffen.

Willi Verhuven will Polizisten wegen Sachbeschädigung verklagen

Der Alltours-Chef sieht diese ganze Anlegenheit anders: Verhuven gab zunächst zu Protokoll, dass der Polizist auf das Auto gesprungen sei, als Verhuven wenden wollte. Stattdessen habe der Beamte mutwillig den Scheibenwischer zerstört und auf das Auto eingeschlagen. Danach sei der Alltours-Chef ausgestiegen und habe den Polizisten gefragt, ob ihm etwas passiert sei. Er sei nicht geflohen. Der Unternehmer will darüberhinaus eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gegen den Polizisten stellen, der den Mercedes beschädigt haben soll, bestätigte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft.

Aus Sicht des Verteidigers Gerkens habe der Polizeibeamte widersprüchliche Aussagen zum Tathergang gemacht. Zudem gebe es sich widersprechende Zeugenaussagen. Gercke rechne daher mit einem Freispruch. "Dieser Fall ist aber unabhängig zu betrachten und hat keinerlei Bedeutung für die Hauptverhandlung gegen Herrn Verhuven", stellt Amtsgerichts-Sprecher Rausch klar.