Alice Schwarzer warnt vor Islamisierung der Türkei

Alice Schwarzer übernahm die Mercator-Gastprofessur an der Universität Duisburg-Essen. Die Universität wurde deswegen von verschiedenen Gruppen kritisiert. Foto: Alexandra Umbach / WAZ FotoPool
Alice Schwarzer übernahm die Mercator-Gastprofessur an der Universität Duisburg-Essen. Die Universität wurde deswegen von verschiedenen Gruppen kritisiert. Foto: Alexandra Umbach / WAZ FotoPool
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Duisburg/Essen.. Alice Schwarzer hat kein Verständnis dafür, dass evangelische Kirchen, islamische Studierende, Grüne und Antirassisten gegen ihre Gastprofessur an der Universität Duisburg-Essen protestieren. 2011 will sie in der Marxloher Moschee diskutieren.

Ein gutes Dutzend Journalisten wartete bei der offiziellen Vorstellung Alice Schwarzers als Mercator-Professorin am Dienstagnachmittag in Duisburg ungeduldig darauf, Fragen an die nicht ganz unumstrittene Autorin und Frauenrechtlerin zu stellen.

„Ich freue mich schon seit Jahren darauf, Alice Schwarzer an unserer Universität willkommen zu heißen“, sagt Uni-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke. Doch die Freude übers Schwarzers Ehrung teilen nicht alle in der Stadt und der Universität. Am Dienstag sprach sich ein Verband aus evangelischer Kirche, islamischer Studierendenvertretung, Grüner Hochschulgruppe und einer Antirassistischen Organisation gegen Schwarzer aus und kritisierte die Veröffentlichungen der Emma-Verlegerin, die sich mit dem „Kopftuch als Flagge des Islamismus“ beschäftigen. „Schwarzer stigmatisiert und setzt das Kopftuch mit islamistischen Terrorismus gleich. Diese Person sollte keinesfalls mit der Mercator-Professur geehrt werden“, äußersten sich die Kritiker.

Kopftuch als „Uniform und Flagge des Islamismus“

Alice Schwarzer hat kein Verständnis für die Kritik an ihrer Person. „Ich habe niemals eine Zeile über den Islam geschrieben. Ich beschäftige mich seit 30 Jahren mit dem politisierten Islam und dem Islamismus. Das ist ein Unterschied.“ Dass man sie in diesem Zusammenhang gar als Rassistin bezeichne, sei völlig „unglaubwürdig.“ „Bereits in den 60er und 70er Jahren hat es etwa zwei Millionen Menschen aus islamischen Kulturkreisen in Deutschland gegeben. Damals war das Kopftuch nicht zu sehen. Erst mit der radikalen Islamisierung des Iran wurde das Kopftuch zur Uniform und Flagge des Islamismus“, sagt Schwarzer.

Dabei räumt sie ein, dass Frauen unterschiedliche Motive haben können, ihr Haar zu bedecken. Es könne rein religiöse Gründe geben, die keinen politischen Hintergrund beabsichtigen, ungewollt aber dennoch Sympathie für den Islamismus symbolisieren.

Alice Schwarzer sieht eine besorgniserregende Entwicklung. Die Regierung des türkischen Premiers Erdogan islamisiere die Türkei enorm und das wirke sich auch auf die „türkischen Außenposten in Deutschland aus.“

„Kurs der Moschee hat sich offenbar verändert“

Der Kritik, dass sich Schwarzer nicht auf Augenhöhe mit ihren Kritikern austausche, entgegnete die Gastprofessorin, dass sie nach einer Fernsehsendung, in der sie von der Leiterin der Begegnungsstätte an der Marxloher Moschee eingeladen worden war, sich vor Ort zu einer Podiumsdiskussion zu stellen, bereits zugesagt habe. „Ich werde im nächsten Jahr gerne an einem Gespräch teilnehmen. Auch wenn sich der Kurs der deutschlandweit viel gelobten Moschee, ähnlich wie der Kurs der Türkei, offenbar geändert hat.“

 
 

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