Alice Schwarzer referiert an Uni über Islamismus

DerWesten
Harenberg City Center - Kulturprogramm 2/2007, HCC Alice Schwarzer
Harenberg City Center - Kulturprogramm 2/2007, HCC Alice Schwarzer
Foto: WR

Duisburg/Essen. Alice Schwarzer wird an der Universität Duisburg-Essen Vorträge über Islamismus und Integration sowie über Gewalt im Verhältnis der Geschlechter sprechen. Die Emma-Herausgeberin ist neue Inhaberin der Mercator-Professur.

Im September konnte Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen (UDE), vermelden, dass Journalistin Alice Schwarzer neue Inhaberin der Mercator-Professur ist. „Ich freue mich sehr über die Zusage, denn mit der Ernennung von Alice Schwarzer erfüllt sich in besonderem Maße die Grundidee der Mercator-Professur, nämlich Weltoffenheit und debattenanregende Beiträge in der Auseinandersetzung mit wichtigen Zeitfragen“, sagte Radtke.

Nun steht fest, welche Zeitfragen Alice Schwarzer für ihre Vorträge ausgewählt hat: Am 14. Dezember wird die Emma-Herausgeberin im Audimax am Campus Duisburg ab 18 Uhr über „Die Funktion der Gewalt im Verhältnis der Geschlechter“ sprechen. Im zweiten Vortrag am 25. Januar referiert sie im Audimax am Essener Campus „Über Islam, Islamismus und Integration“ (Beginn: 17 Uhr).

Die Eintrittskarten für die beiden Veranstaltungsorte waren bereits nach wenigen Tagen vergriffen. Darum sollen die Vorträge mit anschließender Diskussion zusätzlich in weitere Hörsäle und per Livestream im Internet übertragen werden.

Nach Bundesministern und Nobelpreisträgerin

Mit der 1997 eingerichteten Mercator-Professur soll das wissenschaftliche Vermächtnis des berühmten Duisburger Kartographen und Universalgelehrten aus dem 16. Jahrhundert wachgehalten werden. Die Persönlichkeiten, die bisher eine Mercator-Professur inne hatten, kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zu ihnen gehören unter anderen: Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker, Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, der ehemalige Top-Manager Daniel Goeudevert, Filmregisseur Völker Schlöndorff, der Journalist Ulrich Wickert, die Soziologin Necla Kelek, die Nahost-Politikerin Hanan Ashrawi, die Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard sowie der Publizist Dr. Peter Scholl-Latour.

Alice Schwarzer volontierte nach einem Sprachstudium in Paris bei den Düsseldorfer Nachrichten, wurde Reporterin bei Pardon und ging von 1969 bis 1974 als freie Korrespondentin zurück nach Paris. Gleichzeitig studierte sie dort Soziologie und Psychologie. 1974/75 übernahm sie einen Lehrauftrag für Soziologie an der Universität Münster. In Paris gehörte sie zu den Pionierinnen der französischen Frauenbewegung. 1971 initiierte sie die berühmte Protestaktion gegen den Paragraph 218: „Ich habe abgetrieben“ (veröffentlicht im Stern), die letztendlich zum Auslöser der deutschen Frauenbewegung wurde. Über diese Problematik schrieb Schwarzer ihr erstes Buch („Frauen gegen den § 218“). Seither hat sie 27 Bücher als Autorin und 18 als Herausgeberin veröffentlicht.