Aktion für mobile Obdachlosen-Hilfe

Daniel Spliethoff
Foto: WAZ

Der Friedrich-Wilhelm-Platz am Sonnenwall verwandelt sich schon bald wieder in einen Tannenwald. Dann verkauft der Verein „Gemeinsam gegen Kälte in Duisburg e.V.“ einmal mehr Weihnachtsbäume, um ihre mobile Hilfe für obdachlose Menschen finanzieren zu können. „Das Geld aus dem Weihnachtsbaumverkauf macht etwa die Hälfte unseres Budgets für 2015 aus“, sagt der erste Vorsitzende des Vereins, Kurt Schreiber.

Von dem Geld unterhalten die ehrenamtlichen Geschäftsführer zwei Minijobber, den Großraum-Wagen für den mobilen Einsatz, Einkäufe für die Obdachlosen sowie Verwaltungskosten. Der Bedarf liegt in jedem Jahr bei bis zu 17 000 Euro.

Die mobile Hilfe wird von vielen Betroffenen gerne angenommen. „Wir sind ein Anlaufpunkt. Da kommen einige immer wieder her und trinken ihre morgendliche Tasse Kaffee bei uns. Und wenn wir sehen, dass da bei jemandem die Zehen aus den Schuhen gucken, dann schauen wir, dass wir dagegen was unternehmen“, berichtet Friedhelm Fritschen, 2. Vorsitzender des Vereins. Obdachlose im engeren Sinne gibt es in Duisburg nur sehr wenige: „Wir wissen von etwa sieben bis acht Wohnungslosen in der Stadt. Dazu kommen natürlich noch durchreisende Menschen, die morgen schon wieder woanders sein können“, weiß Fritschen. Die Mehrzahl der Besucher in der mobilen Station lebt in einer kleinen Wohnung von Hartz IV. Tagsüber sind diese Menschen aber auf den Straßen unterwegs. Den meisten fehlt eine gewöhnliche Tagesstruktur, die der Verein ihnen geben möchte.

Zu diesem Angebot zählt auch der Weihnachtsbaumverkauf. Einige Besucher helfen beim Fegen der Verkaufsfläche, ein anderer liefert Weihnachtsbäume gegen ein geringes Entgelt mit dem Fahrrad und einem Anhänger in die nähere Umgebung aus. Friedhelm Fritschen beobachtet seine Schützlinge dabei ganz genau: „Wenn ich sehe, da gibt sich jemand richtig Mühe und ist nicht gleich nach ein paar Stunden wieder weg, dann zeige ich ihm, wie Weihnachtsbäume verkauft werden.“ Das schaffe Erfolgserlebnisse bei den Menschen, die oft ansonsten wenig zu lachen haben.