Aktion der Verbraucherzentrale hilft, Heizkosten zu senken

Sonja Herzberg vom Mieterbund, Marina Steiner von der Verbraucherzentrale und Energieberater Jochen Kruse (v.l.) stellten die Aktion vor.
Sonja Herzberg vom Mieterbund, Marina Steiner von der Verbraucherzentrale und Energieberater Jochen Kruse (v.l.) stellten die Aktion vor.
Foto: Funke Foto Services
Im Rahmen der Kampagne „NRW macht den Thermostat-Check“ klärt die Verbraucherzentrale Duisburg über die richtige Nutzung von Thermostatventilen auf.

Duisburg..  Es sieht so unscheinbar aus, dieses weiße Thermostatventil – dabei kann man es in Sachen Energiesparen durchaus als kleine Geheimwaffe bezeichnen. Um dem Heizungsregler zu mehr Popularität zu verhelfen, gibt die Verbraucherzentrale Duisburg im Rahmen der landesweiten Kampagne „NRW macht den Thermostat-Check“ Tipps zum richtigen Heizen.

Wer ein paar Grundregeln beherzigt, so die Botschaft, kann seine Wohnung angenehm warm halten und dennoch ein böses Erwachen bei der Heizkostenabrechnung vermeiden.

Obwohl die alten Handventile, mit denen sich die Heizung nur an- oder ausdrehen ließ, längst den neuen Reglern mit Temperaturfühler gewichen sind, würden viele Nutzer die Thermostatventile falsch bedienen, sagt Jochen Kruse, Energieberater der Verbraucherzentrale. Eigentlich ist es ganz simpel: Hinter den Ziffern eins bis fünf verbergen sich konkrete Zieltemperaturen, wie etwa 20 Grad bei Stufe drei. „Erreicht die Raumtemperatur diesen Wert, schließt sich das Ventil und es wird nicht weiter geheizt“, so Kruse. Sinkt die Temperatur unter den Zielwert, springt der Heizkörper wieder an. Dadurch komme es, theoretisch zumindest, nur zu leichten Schwankungen der Raumtemperatur. In der Praxis jedoch sieht es oft anders aus: „Vielfach scheitert es schon am technischen Basiswissen der Mieter“, sagt Rechtsanwältin Sonja Herzberg vom Mieterbund Rhein-Ruhr, der die Aktion unterstützt. Hinzu komme die oft problematische Bausubstanz der 50er-, 60er-Jahre.

Ein häufiger Fehler: Die Heizung bleibt den ganzen Tag ausgeschaltet, wird aber abends auf Stufe fünf gestellt, im Glauben, dass es auf diese Weise schneller warm wird. „Doch das Thermostatventil ist kein Gaspedal – es funktioniert eher wie ein Tempomat“, sagt Jochen Kruse. Empfehlenswerter sei es daher, tagsüber eine moderate Temperatur aufrechtzuerhalten. „Denn je kälter die Wohnung, desto länger dauert es, sie wieder aufzuwärmen, und umso höher ist der Energieverbrauch.“ Außerdem drohe bei Temperaturen unter 16 Grad Schimmelbildung, „denn kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit auf als warme“.

Ein weiterer Fehler: Von zwei Heizkörpern im Raum wird nur einer genutzt. Dieser braucht dann aber viel mehr Energie, um die Zieltemperatur zu erreichen. Auch ein Schrank oder ein Sofa direkt davor, oder aber die rustikale Holzverkleidung, kann die Heiz-Effizienz drastisch reduzieren. Wodurch wiederum die Energiekosten steigen. Das Fazit der Experten aus tausenden Beratungen: „Die technische Aufklärung ist enorm wichtig.“ Dazu bieten sie nicht nur in der Verbraucherzentrale vor Ort, sondern auch im Internet ihre Unterstützung an.

Die verschiedenen Ventiltypen

Das Standardmodell wird manuell auf die gewünschte Zieltemperatur eingestellt. Seine Skala ist in Vier-Grad-Schritten aufgebaut: die niedrigste Temperatur auf Stufe eins beträgt 12 Grad, die höchste liegt bei 28 Grad auf Stufe fünf.

Eine Alternative sind programmierbare Thermostatventile, bei denen sich die Zieltemperaturen für bestimmte Uhrzeiten einspeichern lassen. Sie sind vergleichsweise günstig und können vom Mieter selbst installiert werden.

Noch neu und deutlich teurer sind Thermostate, die sich etwa per Smartphone-App bedienen lassen.

Handventile dürfen seit 1995 nicht mehr eingebaut werden.

 
 

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