Adolf Sauerland wird im Internet zur Unperson des Jahres gewählt

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist für die Teilnehmer einer Internet-Umfrage die Unperson des Jahres 2010. Foto: imago
Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist für die Teilnehmer einer Internet-Umfrage die Unperson des Jahres 2010. Foto: imago
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Duisburg. Nutzer des Meinungsportals „Deutschland stimmt ab“ haben den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland zur „Unperson des Jahres“ gewählt. Gesucht wurde eine Person, die stark polarisiert und die Gesellschaft teilweise gegen sich aufgebracht habe.

Was haben Ex-Bischof Walter Mixa, der Fußballer Kevin Prince Boateng (der, der Ballack foulte), DSDS-Sternchen Menowin Fröhlich und Duisburgs OB Adolf Sauerland gemeinsam: Sie gehörten zu den elf Kandidaten, unter denen in dem Meinungsportal „Deutschland-stimmt-ab“ die „Unperson des Jahres 2010“ gewählt werden konnte. Sauerland kam auf den ersten Platz mit 32,8 Prozent, gefolgt vom DSDS-Mann (17,8 %) und Walter Mixa (13,2,%)

Sechs Wochen lief die Online-Abstimmung, über 6000 Teilnehmer klickten sich ein. Gesucht wurde „die Person, die besonders stark polarisiert und die Gesellschaft teilweise gegen sich aufgebracht hat“. Seit Sommer 2010 gibt es das Meinungsportal der Essener XPINION GmbH.

Da sind keine schrägen www-Vögel unterwegs. Auf der Plattform geht’s auch um politische Fragen (Soll Guttenberg zurücktreten?), um gesellschaftliche (Frauenquote ja oder nein?) „Immer mehr Menschen entdecken die Möglichkeiten des Internets zur demokratischen Willensbildung beizutragen“, begründet der Essener Firmenchef David Gielen die Abstimmungsplattform.

Das Portal, mehr als eine Spielerei im Netz? Ja, denn das Internet macht Meinung und Stimmung, spiegelt sie zugleich wieder. Insofern ist die Unperson 2010 ein weiterer Mosaikstein im zertrümmerten Duisburg-Bild. Und doch: Das „Netz“, es ist auch von bodenloser Freiheit, die keine Grenzen kennt, die sie sich doch selbst setzen müsste. Sauerland gemeinsam mit Nordkoreas mordenden Despoten Kim Yong-il auf die Kandidatenliste zu setzen, ist ein fatales Internet-Irrlicht.