Abwahl oder Abrechnung

Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) am Tag, als die Initiative „Neuanfang für Duisburg“ dem Stadtrat die Unterschriften gegen ihn überreichte. „Ich werde so lange Oberbürgermeister bleiben, bis es ein anderes demokratisches Votum gibt“, sagte er  am 17. Oktober. Vor den eigenen Leuten ging er nun in die Offensive und attackierte seine Gegner. Foto: dapd
Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) am Tag, als die Initiative „Neuanfang für Duisburg“ dem Stadtrat die Unterschriften gegen ihn überreichte. „Ich werde so lange Oberbürgermeister bleiben, bis es ein anderes demokratisches Votum gibt“, sagte er am 17. Oktober. Vor den eigenen Leuten ging er nun in die Offensive und attackierte seine Gegner. Foto: dapd
Foto: dapd
Adolf Sauerland will seine Abwahl durch die Duisburger mit einem Lagerwahlkampf verhindern. Das Abwahlverfahren droht im Wahlkampf unterzugehen. Warum die Abwahlinitiative ihm gewissermaßen die Vorlage lieferte und warum die CDU mit ihrer Strategie viele Duisburger diskreditiert. Ein Kommentar.

Schwere Kost lieferte Adolf Sauerland bei der CDU-Mittelstandsvereinigung zu Gänsekeule und Kloß, der seinen Gegnern im Halse stecken bleiben dürfte, den eigenen Reihen aber sichtlich mundete. Sauerland und die CDU setzen bei der Abwahl ganz klar auf den Lagerwahlkampf, fast schon nach dem Motto Freiheit oder Sozialismus.

Das schließt die Reihen. Sie nutzen, dass Teile der Abwahl-Initiative den in der Tat notwendigen Neuanfang für Duisburg nicht nur auf den umstrittenen OB und seine Rolle beim Loveparade-Desaster beziehen, sondern einen Politikwechsel damit verbinden. Was Duisburg droht, ist Wahlkampf pur.

Ob die CDU-Strategie allerdings aufgeht, ist fraglich, auch wenn’s für sie so einfacher ist, weil man so schön einen Polit-Gegner ausgemacht hat. Ihr Kurs der Partei-Polarisierung diskreditiert viele, die unterschrieben haben – eben nur wegen des OB. „Jetzt erst recht“ wird die Losung auf beiden Seiten sein.

 
 

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