Abwahl-Initiative von OB Sauerland ist mit Resonanz beim Start zufrieden

„Neuanfang für Duisburg“ heißt die Bürgerinitiative, die nur ein Ziel hat: die Abwahl von Adolf Sauerland als Oberbürgermeister von Duisburg.  Foto: Volker Hartmann/dapd
„Neuanfang für Duisburg“ heißt die Bürgerinitiative, die nur ein Ziel hat: die Abwahl von Adolf Sauerland als Oberbürgermeister von Duisburg. Foto: Volker Hartmann/dapd
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Duisburg.. Die Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg" hat am Montag die Unterschriftensammlung für einen Bürgerentscheid zur Abwahl des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU) begonnen. Die Resonanz in der Innenstadt war überwältigend, sagte Theo Steegmann, einer der drei Sprecher der Initiative.

Der Info-Stand der Bürgerinitiative, die das Abwahlverfahren von Oberbürgermeister Adolf Sauerland in Gang bringen will, war noch nicht ganz aufgebaut, da kamen schon die ersten Bürger, um sich in die Unterschriftenliste einzutragen. Rund 100 Unterschritten in den ersten 15 Minuten – wenn sich das fortsetzen sollte, wird die Initiative „Neuanfang für Duisburg“ keine vier Monate brauchen, um 15 Prozent der Wahlberechtigten zu erreichen. Die Resonanz in der Innenstadt war überwältigend, sagte Theo Steegmann, einer von drei Sprechern der Initiative.

Seit Sonntagabend hat die Initiative drei gleichberechtigte Sprecher: Neben Werner Hüsken und Theo Steegmann gehört der Architekt Harald Jochums dazu. „Wir verstehen uns als Team und möchten auch so gesehen werden“, unterstrich Werner Hüsken. Theo Steegmann, vor rund 25 Jahren einer der Führungsfiguren im Widerstand gegen die Schließung des Krupp-Werkes in Rheinhausen, hofft, dass auch viele wahlberechtigte Jugendliche (ab 16 Jahren) das Vorhaben unterstützen. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, sie einzubeziehen.“ Die jungen Leute will die Initiative etwa über soziale Netzwerke wie Facebook ansprechen.

Bürgerinitative will „Neuanfang für Duisburg“

Vor dem kleinen Infostand bildete sich sehr schnell eine Traube von Menschen, die sich in die Unterschriftenliste eintragen wollten. Magdolna Totvasvari: „Es kann nicht so weitergehen, dass sich der Oberbürgermeister über die Wünsche der Bürger hinwegsetzt. Er soll endlich die Verantwortung übernehmen.“. Eine andere Frau, die nicht mit Namen genannt werden möchte, sagte: „Wenn er bischen Moral hätte, würde er zurücktreten.“

"Der Oberbürgermeister ist Chef der Verwaltung und für alle Entscheidungen verantwortlich", sagte etwa der 24-jährige Student Rafael Kempny, der mit seiner Freundin selbst an der Loveparade teilgenommen hatte. Hans-Werner Hartig (56) zeigte sich überzeugt, dass "Sauerland großen Anteil an dem hat, was alles schiefgelaufen ist".

"Duisburg muss positiv nach vorn gehen. Das ist mit Sauerland nicht möglich", meint Günter Jörg (76). "Die Stadt braucht einen würdigen OB. Er soll seinen Platz räumen."

Nach Angaben von Werner Hüsken gibt es schon „gute Signale“, dass bald in allen Stadtbezirken Unterschriften an Informationsständen gesammelt werden. In einigen Tagen sollen Informations-Flyer verteilt werden, die noch einmal das Ansinnen der Bürgerinitiative erläutern werden.

Zu den Initiatoren zählt auch Günter Niel von der Gruppe Duisburg 21, die in der letzten Woche zu einem ersten gemeinsamen Treffen eingeladen hatte: „Wir müssen unsere Kräfte bündeln. Einzelaktionen nutzen nichts.“

Auch Duisburger Parteien unterstützen Abwahl-Versuch

Mit Ausnahme der CDU und eines Teils der Grünen unterstützen auch die Duisburger Parteien das Vorhaben. Es ist der erste Versuch in NRW, einen Oberbürgermeister durch eine Initiative aus der Bürgerschaft abzusetzen. Nach der kürzlich geänderten Gemeindeordnung sind rund 55.000 Unterschriften zur Durchsetzung einer Abstimmung über das politische Schicksal des Stadtoberhauptes erforderlich.

Die Bürgerinitiative hat jetzt auch eine eigene Homepage, über die sie informiert. Jeden Mittwoch ist ab 19 Uhr ein offenes Treffen im Kirchencafé der Evangelischen Gemeinde Duisburg-Marxloh an der Karl-Marx-Straße. (mit dapd)

 
 

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