Duisburg

Abschiebung von Bivsi (14) - So wollen Duisburger Eltern für die Familie kämpfen

Eltern und Schüler sind ersvhüttert: Die 14-jährige Bivsi wurde aus dem Unterricht geholt und abgeschoben.
Eltern und Schüler sind ersvhüttert: Die 14-jährige Bivsi wurde aus dem Unterricht geholt und abgeschoben.
Foto: Funke Foto Services / Privat / Montage: Der Westen
  • Mitten im Unterricht erfährt die Gymnasiastin Bivsi R., dass sie abgeschoben werden soll
  • Noch am selben Tag muss die ihre Heimat verlassen
  • Elternpflegschaft sagt: „Wir werden diese Ungerechtigkeit nicht hinnehmen“

Duisburg. Stephan Kube will kämpfen. „Wir werden diese Ungerechtigkeit nicht hinnehmen“, sagt er mit Bestimmtheit.

Kube ist Vorsitzender der Elternpflegschaft am Steinbart-Gymnasium in Duisburg. Was dort am Montag passiert ist, erschüttert ihn noch immer: Mitten im Unterricht wird die 14-jährige Bivsi zum Schulleiter gerufen.

Aus dem Klassenraum zur Abschiebung - Der Schock bei den Duisburger Schülern sitzt tief
Aus dem Klassenraum zur Abschiebung - Der Schock bei den Duisburger Schüler sitzt tief

Dort erfährt sie, dass ihre Eltern und sie selbst nach Nepal abgeschoben werden. Sofort! Der Flieger startete noch am selben Tag.

„Können wir uns das leisten?“

„Können wir uns das leisten? Diese Menschen wegzustoßen, die im Gegensatz zu einigen anderen so wunderbar in die Gesellschaft integriert sind?“

Es soll eine rhetorische Frage sein, die Kube stellt: Nein, wir können uns das nicht leisten, soll die Antwort sein.

Bivsi ist in Duisburg geboren, spricht perfektes Deutsch. Ihre Eltern lebten anderthalb Jahrzehnte in Deutschland, betrieben ein Sushi-Restaurant. Ein älterer Sohn studiert, lebt bei Osnabrück. Trotzdem müssen die Eltern und Bivsi Deutschland verlassen. Ob der Bruder nach dem Abschluss seines Studiums ebenfalls abgeschoben wird, steht noch nicht fest.

„Es trifft die Falschen“

„Rechtlich mag das ja stimmig sein, aber auch die Art und Weise ist ein Unding. Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde haben Bivsi regelrecht rausgerupft“, sagt Kube. Bivsis Mitschüler hätte das alles stark mitgenommen, erzählt er.

„Ich habe den Verdacht, dass die Behörden besondere Härte bei Abschiebeverfahren zeigen wollen, nachdem jahrelang vieles zu lax gelaufen ist“, sagt Kube. Nur habe es hier die Falschen getroffen.

„Wir wollen, dass Bivsis Familie zurückkommt“, sagt er. Briefe an Abgeordnete wollen sie schicken, an die Stadt, an den Oberbürgermeister - auch wenn die Aussichten auf Erfolg gering seien.

„Da sind sicher noch viele andere Kinder in ähnlicher Lage“

Es gehe auch darum, ein Zeichen zu setzen. „Es gibt sicher noch viele andere Kinder in Duisburg, die in einer vergleichbaren Lage wie Bivsi sind“, sagt Kube. Deshalb wollen er und seine Pflegschaftskollegen andere Eltern motivieren, an den Schulen ihrer Kinder nachzufragen, ob es dort ähnliche Fälle gibt.

„Ich will ja nicht zum zivilen Ungehorsam aufrufen. Was die Eltern mit den Informationen machen, sei ihnen überlassen“, so Kube.

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