Abrissarbeiten für Grüngürtel-Projekt in Duisburg fast beendet

Erstes Grün sprießt schon auf dem Gelände des künftigen Grüngürtels in Duisburg-Bruckhausen.
Erstes Grün sprießt schon auf dem Gelände des künftigen Grüngürtels in Duisburg-Bruckhausen.
Foto: Udo Milbret
Die Gestaltung des Grüngürtels im Duisburger Stadtteil Bruckhausen hat schon begonnen. Die Anwohner sind ausdrücklich zum Mitreden über die Gestaltung eingeladen. Bis zum Ende nächsten Jahres muss der Park fertig sein, sonst gibt es Probleme mit der Finanzierung.

Duisburg. Regen ist gut gegen Staub, aber auch in den Vortagen war mit dicken Wasserschläuchen Vorsorgen getragen, dass die Abrissarbeiten in Bruckhausen nicht zur Wolkenbildung beitrugen: „Wir sind gut in der Zeit“, sagt Heiner Maschke, Chef der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) zum Stand der Arbeiten am künftigen Grüngürtel zwischen Thyssen-Krupp und den Wohngebieten.

Das heißt konkret: Die Abrissbagger leisten ganze Arbeit, Schuttberge und Reste von Kellern verraten nur noch, wo einst Häuser standen, nur vereinzelt stehen noch Gebäude oder Teile davon. Ausgebreiteter frischer Mutterboden und sprießendes frisches Grün verraten an einigen Stellen schon, wie’s einmal im Park aussehen könnte, für den etliche stolze Bäume erhalten bleiben. Brettermanschetten schützen sie vor Nebeneffekten der Abbrucharbeiten.

Rund 800 Bewohner mussten umziehen

Bis Ende dieses Jahres soll der bis zu sechs Meter hohe Wall fertiggestellt sein entlang der Kaiser-Wilhelm-Straße, in dessen Schutz allein in Bruckhausen sieben Hektar Parkflächen entstehen sollen, weiter knapp vier Hektar in Beeck und Marxloh. Ende 2015 muss alles fertig sein, Abriss und Park, sonst gibt’s Probleme mit der Finanzierung. 2009 waren erstmals die Bagger angerückt, ein ehrgeiziger Zeitplan.

„Das Langwierigste war der Ankauf“, blickt Projektleiter Kajetan Lis zurück. Inzwischen sind von den 121 Gebäuden, die dem Grüngürtel wichen müssen, 118 erworben. Mehr als 75 Prozent dieser Häuser sind bereits abgerissen worden.

„Die Mieter sind alle raus“, sagt Lis. Rund 800 Bewohner mussten umziehen, und die Hälfte von ihnen hat nach Angaben des Projektleiters in Bruckhausen eine neue Bleibe gefunden: „Nur zwei Menschen haben die Stadt Duisburg verlassen.“ Es sei ausdrückliches Ziel der Grüngürtel-Planung gewesen, betont Maschke, „die Menschen da zu halten, wo sie leben wollen“. Ermöglicht habe man das durch ein „soziales Umzugsmanagement“ und intensive Betreuung.

Gestaltung des Parks läuft seit April

Zudem sei ja auch nicht ganz Bruckhausen von der umfangreichen Abrissaktion betroffen gewesen, sondern etwa 19 Prozent des gesamten Wohnraumes im Stadtteil und ebenso knapp ein Fünftel der Einwohner. Wann das letzte Haus fällt? „Es ist eine Frage von Tagen“, sagt Maschke. Die drei noch nicht erworbenen Gebäude störten den weiteren Ablauf nicht.

Seit April läuft bereits die Gestaltung des Parks, der ein „Nutzpark“ sein soll, bei dem die Anwohner ausdrücklich zum Mitreden eingeladen sind. Einige sind sogar mit nach Herne gefahren, um sich großformatige Bilder anzusehen, die eingefräst in Mauerteile des künftigen Walls an den „Schimmi“-Hochofen oder die Gaststätte „Schwarzer Diamant“ erinnern werden. Identifikation mit dem Park ist das Ziel und letztlich eine Stabilisierung. Die scheint schon zu beginnen: Erste Häuser am künftigen Park wurden schon renoviert.

 
 

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