A59-Sanierung in Duisburg wird Stressfaktor für Wirtschaft

Wegen der im Mai beginnenden Sanierung der Autobahn 59 müssen sich auch viele ortsansässige Firmen auf verlängerte Fahrtzeiten einstellen.
Wegen der im Mai beginnenden Sanierung der Autobahn 59 müssen sich auch viele ortsansässige Firmen auf verlängerte Fahrtzeiten einstellen.
Foto: Stephan Eickershoff
Vom 1. Mai bis 2. Oktober wird die A59 saniert - und jeweils einseitig zwischen den Autobahnkreuzen Duisburg Nord (A42) und Duisburg (A40) für die täglich 80.000 Fahrzeuge gesperrt. Auch Firmen im Hafen und in Ruhrort verlieren damit ihre direkte Zufahrtsstraße.

Duisburg. Das Thema verspricht schon jetzt der Dauerbrenner des Sommers zu werden: 80.000 Fahrzeuge, die Duisburg täglich auf der A59 passieren, müssen umgeleitet werden, wenn die Berliner Brücke sechs Monate lang saniert wird. Für Ocke Hamann, Verkehrsexperte der IHK Duisburg, sind die Konsequenzen klar: „Im Sommer lähmt Stau die Stadt.“

Vom 1. Mai bis 12. Juli ist die A59 zwischen den Autobahnkreuzen Duisburg Nord (A42) und Duisburg (A40) in Fahrtrichtung Düsseldorf komplett gesperrt, vom 20. Juli bis 2. Oktober die Fahrtrichtung Dinslaken. Umgeleitet wird der Verkehr über die A40, die A3 und A57. „Auf der A3 sind aber schon jetzt täglich 130.000 Fahrzeuge unterwegs“, so Hamann, „wenn da nun die Hälfte der A59-Nutzer hinzukommt, sind dort mehr Autos unterwegs als auf dem Kölner Ring, der Staustrecke Nummer 1 in NRW.“

Verluste für Logistikbranche

Pendler sind nicht die einzigen Leidtragenden. Betroffen ist auch die Stahlindustrie in Ruhrort, die mit Lagern in anderen Stadtteilen verflochten ist und die die A59 als kurzen, verlässlichen Transitweg nutzt. Der Logistikbranche in Ruhrort wird mit der A59 ebenfalls die direkte Zufahrt genommen. Jeder Umweg, jede Staustunde schlägt in diesem zeitsensiblen Metier allerdings mit Verlusten zu Buche. „Firmen müssen ihre Prozesse jetzt planen“, so der IHK-Experte, „sie müssen wissen, wie viele zusätzliche Fahrer und Wagen sie benötigen, um ihre Fristen einhalten zu können.“

Braucht ein Lkw mit Containern für die Strecke zwischen Logport und Ruhrort derzeit 20 Minuten, schafft er drei Touren am Tag. Verdoppelt sich die Zeit wegen Staus, sind weniger Rundläufe möglich. Logistik und Routen dafür müssen früh durchdacht werden. „Ohne funktionierende Verkehrswege kann unsere komplexe Wirtschaft nicht erfolgreich sein“, hatte IHK-Chef Burkhard Landers bereits beim Neujahrsempfang am Dienstag angemahnt.

Arbeitsgruppe tüftelt an einer Lösung

Ein Konzept für die innerstädtische Lenkung der unvermeidbaren Blechlawine lässt allerdings auf sich warten. Erst im Frühjahr soll die Öffentlichkeit informiert werden. Fest steht bislang nur, dass eine Arbeitsgruppe aus Verkehrsplanern der Stadt, Straßenbaubehörde und ÖPNV-Experten seit Ende Oktober an Lösungen tüftelt. Dazu sollen Umleitungsrouten durch die Stadt, andere Ampelschaltungen und zusätzliche Angebote der Verkehrsbetriebe zählen.

Dass die Sperrung im Endeffekt wie bei der A40-Sanierung glimpflich verläuft, glaubt Hamann indes nicht: „Dort ist der Verkehr großräumig abgegriffen und um Essen herumgelenkt worden. Diese Option gibt es in Duisburg nicht.“