A40-Baustelle am Kreuz Kaiserberg kommt gut voran

Bis zu 30 Zentimeter des bisherigen Standstreifens vor dem Autobahnkreuz Kaiserberg wurden abgefräst, der neue Asphalt soll bald folgen.
Bis zu 30 Zentimeter des bisherigen Standstreifens vor dem Autobahnkreuz Kaiserberg wurden abgefräst, der neue Asphalt soll bald folgen.
Foto: WAZ FotoPool
Autofahrer in Duisburg müssen derzeit wieder Nerven wie Drahtseile haben. Gleich auf mehreren Autobahnabschnitten gibt es Baustellen, die den Verkehr bremsen. Ein Überblick über den Stand der Bauarbeiten auf der A40 am Kreuz Kaiserberg, der A42 im Kreuz Nord, am Kreuz Süd und der A 59.

Duisburg. Die Bauarbeiten auf der A 40 in Fahrtrichtung Essen zwischen den Autobahnkreuzen Duisburg und Kaiserberg liegen voll im Zeitplan. „Nach bisherigem Stand werden wir Mitte April fertig sein“, erklärte Projektleiter Karsten Uhrig vom Landesbetrieb Straßen NRW bei einer Baustellenbesichtigung mit der WAZ. Zwei Millionen Euro werden investiert, um diesen unfallträchtigen Abschnitt, auf dem bereits zahlreiche Verkehrsteilnehmer schwer verletzt oder getötet wurden, zu entschärfen. Das Geld für diese Maßnahme stammt aus Bundesmitteln.

Im Rahmen der seit Mitte Januar laufenden Arbeiten wird der bisherige Standstreifen in eine zweite Abbiegespur ins Kreuz Kaiserberg umgebaut. Zudem entsteht eine neue, etwas nach hinten verlagerte Zuführung zur Abfahrt Duisburg-Kaiserberg. Somit verlaufen diese sich bislang kreuzenden Verkehrsströme künftig voneinander getrennt. Trotz der Maßnahmenfülle muss bis Mitte April alles fertig sein. Denn dann naht die Komplettsperrung der Berliner Brücke auf der A 59. Ist diese dicht, soll über die A 40, das Kreuz Kaiserberg und die A 3 die wichtigste Umleitungsstrecke verlaufen. „Bisher hat uns das milde Wetter in die Karten gespielt“, erklärt Uhrig. Er hofft, dass dies so bleibt.

Abschnitt zählt zu jenen mit höchstem Verkehrsaufkommen

Der nur knapp über einen Kilometer lange Abschnitt zwischen den Autobahnkreuzen zählt zu jenen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen: In Spitzenzeiten werden hier bis zu 110.000 Fahrzeuge täglich gezählt. Doch nicht nur die Fahrbahnen und die Verkehrsführung werden erneuert, sondern auch die Beschilderung: Laut Karsten Uhrig werden vier Verkehrszeichenträger abgebrochen – darunter zwei Brücken. Diese werden durch drei neue Exemplare ersetzt, ein viertes wird instand gesetzt. Und es werden zehn neue Großschilder montiert. Diese Tafeln sind bereits fertig, die Träger hingegen noch nicht. „Staus wird es trotz allem auch künftig dort geben“, so Uhrig. „Wir sind aber sicher, dass der Verkehr dort viel besser und flüssiger laufen wird.

So gut wie abgeschlossen sind die Arbeiten am Ausbau der A 59 auf je drei Spuren zwischen Hochfeld und Kreuz Duisburg. Zehn Jahre lang wurde an der Verbreiterung gearbeitet, in deren Folge die Autobahn vorm Hauptbahnhof auch abgedeckelt wurde, um Platz für einen Bahnhofsplatz zu schaffen. Besonders stolz ist man bei Straßen NRW, bei dem Großprojekt mit 110 Mio Euro exakt im kalkulierten Kostenrahmen geblieben zu sein.

Die vereinfachte Kreuz-Fahrt auf der A40 in Kaiserberg 

Im Sekundentakt donnern die Laster über die A 40. Keine zwei Meter Luftlinie neben dieser nicht enden wollenden Lkw-Kolonne steht Karsten Uhrig auf einer der gesperrten Spuren und begutachtet die abgefräste Fahrbahndecke. Der 50-jährige Mar­ler ist Projektleiter auf dieser Großbaustelle, die derzeit den Verkehrsfluss zwischen den Autobahnkreuzen Duisburg und Kaiserberg spürbar hemmt – vor allem während des Berufsverkehrs. In Spitzenzeiten passieren täglich 110.000 Fahrzeuge diesen neuralgischen Punkt. Wenn alles fertig ist, soll der Verkehr aber deutlich besser und flüssiger laufen, verspricht Uhrig.

Beseitigung des Engpasses

Eine 30-köpfige Kolonne soll eine wichtige Mission erfüllen: die Beseitigung des Engpasses zwischen den beiden Autobahnkreuzen. Dabei kommt schweres Gerät zum Einsatz. Eine Fräse hat den bisherigen Standstreifen auf eine Tiefe von bis zu 30 Zentimetern abgetragen, neuer Asphalt wird zeitnah aufgetragen. „Der hat dann eine Dicke von 34 Zentimetern und ist dann auch für den Schwerlastverkehr geeignet“, erklärt Bauingenieur Uhrig. Doch vorher muss der so genannte Grader noch seinen Job erledigen. Dieser motorisierte Riese auf sechs Rädern ist für die Begradigung des Unterbaus verantwortlich.

Am Dienstag ruhte er jedoch. So wie die Arbeiten auf der gesamten Baustelle. „Wir bekommen oft E-Mails von Autofahrern, die dort jeden Tag im Stau stehen und erbost fragen, warum es nicht weitergeht“, erzählt Uhrig. Dabei sind er und seine Truppe voll im Zeitplan.

Wettergott war dem Projekt wohlgesonnen

Seit Mitte Januar laufen die Arbeiten bereits. Zunächst wurden Spuren mit Baken gesperrt und mit Hilfe von provisorischen Streifen – der so genannten Gelbmarkierung – der veränderte Verkehrsverlauf abgesteckt. „Dazu benötigen wir immer trockenes Wetter, sonst hält das nicht“, sagt Uhrig. Bislang war der Wettergott dem Projekt aber wohlgesonnen: kein Eis, kein Frost, kein Schnee, kaum Regen. Das heißt: kaum Zwangspausen.

Dass an dieser Stelle, wo sich seit langem die Unfälle häuften, Handlungsbedarf besteht, erkannten alle zuständigen Behörden. Die Bezirksregierung Düsseldorf, das Landesverkehrsministerium und der Landesbetrieb Straßen NRW wissen um die große Bedeutung dieser Baumaßnahme. Zu ihr gehört natürlich auch der Austausch und die Erneuerung der Beschilderung und der dazugehörigen Träger. Die Betonfundamente für einige der neuen Schilderbrücken sind bereits gegossen. Manche sind bereits ausgehärtet, bei anderen braucht es noch einige Tage. „Wir brauchen aber gar nicht in Hektik zu verfallen, weil die Schilderträger teilweise noch gar nicht fertiggestellt sind“, sagt Uhrig. Wenn die fertigen Schilderbrücken im April in Position gebracht werden, soll ein Spezialkran den Job erledigen. Dann wartet auf A 40-Fahrer eine Vollsperrung. „Das dauert aber nur einige Minuten. Und wir werden das an einem Sonntag machen“, stellt Uhrig klar.

Warten auf den Flüsterasphalt für die A59 

„Wir haben den Opa noch nicht drauf“, antwortet Peter Belusa, Projektleiter für den Ausbau der Autobahn A 59 im Bereich Duisburg-Mitte, auf die Frage nach dem Stand der Arbeiten. Und klärt die Familienverhältnisse auch gleich auf: „Opa“ – das ist die Abkürzung der Autobahnbauer für „offenporigen Asphalt“, vom Laien auch gerne „Flüsterasphalt“ genannt.

Wahrscheinlich an zwei Wochenenden Vollsperrung

Ende März werde die letzte Fahrbahnschicht zwischen Bahnhofsdeckel und der Brücke über die Karl-Lehr-Straße aufgetragen, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Denn „Opa“ mag weder Regen noch Schnee oder Frost. „Er ist viel schwieriger aufzubringen als andere Beläge“, sagt Belusa. Bei passendem Wetter müsse die Autobahn in der Stadtmitte wahrscheinlich noch einmal an zwei Wochenenden voll gesperrt werden. „Mitte April soll alles fertig sein“, ist der Projektleiter zuversichtlich. Außer „Opa“ fehlten nur noch ein paar Leitplanken und Fahrbahnmarkierungen. Und für Mitte April ist auch schon eine Eröffnungsfeier vor dem Hauptbahnhof terminiert – auf dem Deckel über dem sechsspurigen Verkehr.

Bis zu dem Termin soll auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die A 59 im Zuge der Güntherstraße freigegeben werden.

Fragezeichen steht hinter der Erstbegehung

Ein Fragezeichen steht noch hinter der Erstbegehung oder Erstberadelung der weiter südlich gelegenen neuen Brücke im Zuge der früheren Bergisch-Märkischen Hochfeldbahn mit ihren zwei eleganten Stahlbögen. Die Überführung über die A 59 gehört zum „Grünen Ring Hochfeld“, der schon geplant wurde, als noch das Einkaufszentrum „Multi Casa“ am Hauptbahnhof in den Köpfen der Planer spukte.

Inzwischen ist Möbelhaus-Riese Kurt Krieger Eigentümer des größten Teils des früheren Güterbahnhofareals. Und dessen geplantes Möbelzentrum verzögert sich, was Folgen für die Brücke hat. Auf dem Krieger-Gelände liege in den Plänen der „zentrale Abschnitt“ des Weges vom Rhein nach Wedau, für den die Brückenbögen errichtet wurden, erläutert Axel Brenner vom Planungsdezernat. Doch der Weg wird wohl erst kommen, wenn das Möbelhaus steht.

Anderthalb Jahre Verzug beim Autobahnkreuz Duisburg-Süd 

Seit nunmehr vier Jahren gibt es eine weitere Autobahn-Großbaustelle auf Duisburger Stadtgebiet: Es entsteht das neue Autobahnkreuz Duisburg-Süd mitsamt zugehöriger Verlängerung der Autobahn 524 von Rahm-West bis in Höhe Ungelsheim/Serm. Bis zum Sommer, so hieß es zuletzt beim Landesbetrieb Straßen NRW, soll zumindest das Autobahnkreuz selbst fertig sein. Ursprünglich sollte das schon Anfang 2013 geschafft sein.

Schwierigkeiten mit Untergrund sind Ursache für Verzögerung

Aber wie Bauleiter Roland Schmidt im Januar erklärte, sind unvorhergesehe Schwierigkeiten mit dem Untergrund die Ursache für die Verzögerung. Was nämlich noch fehlt, ist das nordwestliche „Ohr“ des Kreuzes, das die Verbindungen zwischen Duisburg und Krefeld sowie zwischen Kreuz Breitscheid und Düsseldorf herstellt. Man sei entgegen den angefertigten Bodengutachten doch auf einem nicht geeigneten Baugrund – etwa Bauschutt – gestoßen. Und der müsse im Umfang von rund 50.000 Tonnen oder 2000 Lkw-Fahrten entsorgt und ausgetauscht werden. Monate seien 2013 darüber vergangen, das Ausmaß dieses Austauschs gutachterlich abzuklären, ebenso die zusätzlichen Kosten von mehreren 100.000 Euro.

Derweil ist aber nicht Abtransport auf der Baustelle zu beobachten, sondern das Aufschütten der nördlichen Hälfte der künftigen Autobahn für die Fahrbahnen in Richtung Krefeld. Auch sie werden auf Dammhöhe gebracht, so wie die Gegenrichtung es bereits ist.

Eine Ende der Bauarbeiten ist auch damit nicht verbunden. Weiter geht es anschließend mit dem Ausbau in Richtung Serm.

A42 im Kreuz Duisburg-Nord erst Ende 2016 komplett saniert 

Verengte Fahrspuren und Tempo 80: Seit Monaten schlängelt sich der Verkehr auf der A42 zwischen dem Kreuz Duisburg-Nord und der Ausfahrt Beeck durch die Baustelle. Was die meisten Pendler wundert: Es geht nicht weiter an dieser Baustelle, nirgends ist auch nur ansatzweise eine Art von Bautätigkeit zu erkennen. Wie Straßen.NRW jetzt bestätigt, werden sich Autofahrer an die Baustelle gewöhnen müssen: Frühestens in einem Jahr geht es dort weiter. Dann wird es an dieser Stelle noch deutlich mehr Verkehrsbehinderungen geben, die Arbeiten werden wohl erst Ende 2016 abgeschlossen sein.

Tempo auf 60 gedrosselt

Eine „unangenehme Geschichte“ nennt Projektleiterin Annegret Schaber die dort notwendige Brückensanierung. Denn bei Routineuntersuchungen im September des Vorjahres hatten Brückenkontrolleure festgestellt, dass auf der Brücke „Bahnhof Grünstraße“ die Metallkonstruktion beschädigt und die Lagersockel gerissen sind. Für drei Monate wurden jeweils die rechten Spuren gesperrt und das erlaubte Tempo auf 60 gedrosselt.

„Es war quasi eine Notmaßnahme, wir haben die Sockel auf die Schnelle repariert, damit wieder eine dritte Spur freigegeben werden konnte“, sagt Schaber. Für eine vollständige Sanierung, die rund anderthalb Jahre dauert, passte der Zeitplan nicht.

Verkehr soll über A42 abfließen

Denn zwischen Mai und Oktober wird bereits die A59 saniert und gesperrt, ein Teil des Verkehrs soll auch über die A42 abfließen. „Wir versuchen Baustellen an den angrenzenden Autobahnen zu vermeiden“, sagt Projektleiterin Schaber. Allerdings werde man die Arbeiten an der Brücke in Beeck nicht kurz vor dem Winter beginnen, sondern erst im Frühjahr.

In der dann folgenden Bauzeit von anderthalb Jahren soll der komplette Abschnitt der A42 dann vollständig in Stand gesetzt werden, inklusive neuer Fahrbahndecke, neuer Brückenlager und neuer Entwässerungssysteme. Während dieser Arbeiten wird die Fahrbahn wieder auf zwei Spuren je Richtung verengt.

Bis zum Frühjahr 2015, also noch ein gutes Jahr, bleibt es aber erstmal bei der derzeitigen Situation mit verengten Fahrstreifen und gemindertem Tempo.

 
 

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