79.193 Duisburger fordern Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland

79.149 Duisburger haben in den vergangenen vier Monaten die Listen der Initiative Neuanfang unterzeichnet.  Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
79.149 Duisburger haben in den vergangenen vier Monaten die Listen der Initiative Neuanfang unterzeichnet. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
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Duisburg. Riesenerfolg für die Bürgerinitiative, die die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland herbeiführen will. Genau 79.193 Duisburger (Stand: 15.00 Uhr) haben die Listen der Initiative unterschrieben. Das gaben die drei Sprecher von „Neuanfang für Duisburg" am Montagmittag bei einer Pressekonferenz bekannt.

Unter begeistertem Applaus präsentierte die Abwahlinitiative „Neuanfang für Duisburg" vor rund 50 Journalisten, zehn Kamerateams und etlichen Unterstützern diese eindrucksvolle Zahl im Café Museum. Erst kurz vor Beginn der Pressekonferenz stand das Ergebnis fest: Die Unterschriften, die die Aktivisten am Wochenende noch gesammelt hatten, waren noch nicht ausgezählt. Insgesamt füllen die Listen nun 17 Ordner, die um 15 Uhr an den Rat der Stadt Duisburg übergeben werden. Zur Einleitung des Abwahlverfahrens sind nach der Gemeindeordnung 55.000 Unterschriften notwendig.

Für Werner Hüsken, einen der Sprecher der Initiative Neuanfang für Duisburg, ist „unser großartiger Erfolg" ein eindeutiges Zeichen der Duisburger: „Wir haben mehrere tausend Stimmen mehr gesammelt als Adolf Sauerland bei seiner Wahl bekommen hat." Bei der Kommunalwahl 2009 konnte der CDU-Politiker und damals amtierende OB 74.193 Stimmen auf sich verbuchen.

Erneute Aufforderung zum Rücktritt

„Unsere Initative ist zu einer regelrechten Bürgerbewegung geworden“, erklärte Hüsken. „Wir erwarten, dass Adolf Sauerland bei seiner Pressekonferenz sagt, was die Bürger hören wollen“, erneuerte er auch die Forderung nach einem Rücktritt des Oberbürgermeisters. „Sauerland und die Stadtspitze haben Duisburg in den letzten 15 Monaten einen Imageschaden im höchsten Maße zugefügt. Adolf Sauerland hat die Würde dieses Amtes verletzt.“

Seit dem 20. Juni hatten die Sauerland-Gegner in der Stadt Unterschriften gesammelt. Dabei sind sie mit vielen Bürgern ins Gespräch gekommen, die immer wieder ähnliche Gründe nannten, weshalb sie das Abwahlverfahren unterstützen. „Drei Dinge wurden von den Bürgern an unseren Ständen immer wieder angeprangert“, sagte Harald Jochums, ebenfalls Sprecher von „Neuanfang für Duisburg". „Erstens die Undurchsichtigkeit beim Handeln von Rat und Verwaltung, etwa bei Personalentscheidungen in den städtischen Gesellschaften. Zweitens, dass Pläne auswärtiger Investoren bei der Stadtentwicklung unkritisch durchgesetzt werden.“ Obendrein, so Jochums, kreideten die Duisburger ihrem obersten Bürger und der Stadtspitze die alleinige Konzentration auf die Innenstadt bei der Stadtentwicklung und die Vernachlässigung der Stadtteile an.

Hüsken: „Wir sind immer unterschätzt worden und darin liegt unsere Stärke“

Kritik übte der dritte Sprecher der Gruppe, Theo Steegmann, aber auch an den Politikern im Stadtrat, die sich weder an den Ständen gezeigt und bislang auch wenig zur Aufklärung der Loveparade-Katastrophe beigetragen hätten: „Ich wünsche mir, dass sie sich jetzt während des Abwahlverfahrens zeigen.“

Für eine Abwahl Sauerlands müssen beim nun sehr wahrscheinlichen Bürgerentscheid 92.000 Duisburger stimmen – ein Viertel der Wahlberechtigten. Wie hoch diese Hürde ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Kommunalwahl 2009: Die aktuelle Mehrheit im Rat, das Bündnis aus SPD, Grünen und Linken, kam damals insgesamt auf 90.934 Stimmen. Dennoch gaben sich Hüsken, Jochums und Steegmann zuversichtlich: „Wir sind immer unterschätzt worden. Darin liegt unsere Stärke", meinte Hüsken. „Ich bin überzeugt davon, dass der Mobilisierungsgrad am Stichtag sehr hoch sein wird. Wenn 50 Prozent der Duisburger wählen geben, ist Oberbürgermeister Adolf Sauerland Geschichte."

 
 

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