640 Millionen Euro für die Innenstadt

Willi Mohrs
Das neuen Mercator-Quartier gegenüber dem Rathaus muss umgeplant werden.
Das neuen Mercator-Quartier gegenüber dem Rathaus muss umgeplant werden.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Eine „Innenstadt-Konferenz“ oder einen „Runden Tisch Innenstadt“ soll es geben, damit aus dem gestern der Politik vorgestellten „Integrierten Handlungskonzept Innenstadt“ (IHI) auch konkrete Handlungen erwachsen. Immerhin stehen darin für die nächsten fünf bis sechs Jahre knapp 640 Mio Euro an öffentlichen, aber auch privaten Investitionen.

Von den Haus- und Grundeigentümern über die Bewohner der Innenstadt bis zu den Einzelhändler möchte Planungsdezernent Carsten Tum alle Akteure in der Innenstadt einbinden, um mit zehn Schwerpunkten zwischen Hauptbahnhof und Innenhafen die Weichen in Richtung Erneuerung zu stellen. Das Handlungskonzept ist Grundlage der Förderung durch das Land, die Stadt muss nur einen Eigenanteil von 3,9 Mio Euro beisteuern.

Bau der Bahnsteigüberdachung ab 2017

„Die öffentlichen Investitionen zielen darauf ab, private Investitionen zu flankieren und weitere nach sich zu ziehen“, hieß es gestern von Seiten der Stadtplaner. Große Brocken sind unter anderem das Landesarchiv, das seiner Fertigstellung zügig entgegen geht, und die 120 Mio Euro teure wellenförmige Bahnsteigüberdachung am Hauptbahnhof, deren Bau ab 2017 vorgesehen ist.

Unter den privaten Investitionen in die Innenstadt finden der Neubau der Volksbank an der Düsseldorfer Straße, ein Neubau an der Unterstraße, mit dem die Innenhafenentwicklung in diesem Bereich fortgesetzt würde, und der Umbau der Börsenstraße, um eine Verbindung zu schaffen zwischen dem „Forum“ und einem dann wiedererstarkten Einzelhandelsstandort Düsseldorfer Straße zu schaffen.

Es soll grüner werden

Für private Investoren, warb Tum gestern, werde es nicht nur Beratungsangebote von der Stadt geben, sondern auch Informationen zu Förderprogrammen. „Es müssen auch nicht immer teure Maßnahmen sein“, erläuterte Duisburgs oberster Planer. Man sei schon einen Schritt weiter, wenn es beispielsweise statt verbretterter Schaufenster eine Zwischennutzung für verwaiste Ladenlokale gebe. So etwas könnte auch schon eine Aufgabe sein für einen Quartiersmanager, der in der Altstadt für Bewegung sorgen soll. Tum: „Wir wollen einen Prozess initiieren – das ist die Idee.“ Problematisch sei es nur in den Bereichen, wo man an die Haus- und Grundeigentümer nicht herankomme.

Grüner soll es in der Innenstadt in den nächsten Jahren auch werden. 300.000 Euro stehen im Handlungskonzept unter dem Posten Baumpflanzungen, für die Einschätzung der Planer noch an vielen Straßen Platz ist.