Duisburg

Wie ist der Stand bei den Problemhäusern in Duisburg? Wie viele gibt es noch? Wie geht's weiter?

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Duisburg. Der Kampf gegen die Problemhäuser in Duisburg muss weitergehen. Auch in diesem Jahr will sich die „Task-Force Problemimmobilien“ um Häuser kümmern, die aufgrund von zu hohen Sicherheitsmängeln nicht mehr bewohnbar sind.

Problem sind die Eigentümer

Seit 2014 gibt es in Duisburg die Task-Force Problemimmobilien der Stadt. Das Problem in Duisburg: Immer mehr Immobilieneigentümer bieten Wohnungen mit erheblichen Mängeln zu überhöhten Mieten an. Zuwanderer aus Südosteuropa mieten diese Wohnungen. Die Eigentümer bereichern sich auf Kosten der Ärmsten der Armen.

Zum Schutz der Zuwanderer vor unzumutbaren Wohnverhältnissen greift die Stadt ein.

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Häuser stehen auf einer Liste

Doch wie viele Problemhäuser gibt es in Duisburg? Ein Stadtsprecher sagt: „Wir haben eine flexible Liste mit sogenannten Problemimmobilien, die immer wieder aktualisiert wird. Aktuell stehen 55 Immobilien auf der Liste der Task Force.‟

Die Task Force muss also aktuell 55 Häuser untersuchen. Bei den Überprüfungen werden sehr häufig mangelhafte Elektronik, bauliche Mängel, Feuchtigkeit, Schimmelbildung, Glasbruch, mangelhafte sanitäre Anlagen und beschädigte Haustüren entdeckt.

Ende September 2016 waren es noch 120 Problemhäuser

Oft sind die Häuser total vermüllt und mit Schädlingen befallen. Eine Rattenplage hält oft die ganze Nachbarschaft in Atem. Auch der Brandschutz wird nicht immer eingehalten. Dann gibt es häufig keinen zweiten Rettungsweg oder Brandlasten stehen in den Fluren und es gibt keine feuerfesten Türen.

Ende September 2016 standen noch 120 Problemhäuser auf der Liste. Heute sind es weniger als die Hälfte. Seit Herbst letzten Jahres wurden 30 Häuser begutachtet, davon 26 komplett geschlossen, zwei teilweise geschlossen, eins nicht.

Was passiert mit den Mietern?

Die Mieter sind in der Regel EU-Bürger. Sie müssen sich selbstständig neue Wohnungen oder Unterkunftsmöglichkeiten bei Freunden oder Verwandten suchen. Droht allerdings Obdachlosigkeit, handelt die Fachstelle für Wohnungsnotfälle des Amtes für Soziales und Wohnen.

Bei Bedarf betreut ein sozialer Dienst des Jugendamtes die Familien.

Stadt kann Schrottimmobilien kaufen

Das Land hat ein Modellvorhaben der Städtebauförderung ins Leben gerufen, das es Kommunen ermöglicht, so genannte Schrottimmobilien aufzukaufen. Die Stadt Duisburg hat Fördermittel in Höhe von 7,5 Millionen Euro beantragt.

Im Fokus stehen die Stadtteile Marxloh und Hochfeld. Das erste Haus in Marxloh wurde mittlerweile durch die städtische GEBAG erworben.

Stadt muss gegen Schlepperbanden vorgehen

Armutszuwanderung von Menschen aus Südosteuropa stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Zuwanderer, die in ihren Heimatstaaten oft in bitterer Armut und ohne Perspektiven leben, werden meist von kriminellen Schlepperbanden nach Deutschland geholt. Hier werden sie immer wieder Opfer von skrupellosen Vermietern, die Wuchermieten für Wohnungen verlangen, in denen nicht die geringsten Standards eingehalten werden.

Die Task Force soll nicht nur die Wohnverhältnisse der Zuwanderer verbessern, sondern auch kriminellen Vermietern und Scheinarbeitgebern das Handwerk legen. Gleichzeitig sind enorme Anstrengungen erforderlich, um Menschen eine neue Perspektive zu geben, die hier leben und arbeiten wollen.

Task Force wurde im letzten Jahr neu aufgestellt

Im Herbst 2017 wurde die Task Force unter der Leitung von Rechtsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister neu aufgestellt.

Viele Ämter und Behörden arbeiten hier zusammen: Rechtsamt, Bürger- und Ordnungsamt, Feuerwehr und Zivilschutzamt, Amt für Soziales und Wohnen, Jugendamt, Gesundheitsamt, Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Amt für Baurecht und Bauberatung, Büro OB, Polizei, Stadtwerke, Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR und werden durch die Steuerfahndung und die Zollbehörde verstärkt.

Dezernentenstelle ist momentan unbesetzt

Dr. Daniela Lesmeister ist mittlerweile oberste Polizistin des Landes. Die Dezernentenstelle ist momentan noch nicht neu besetzt. Allerdings steht am 5. März eine Neuwahl auf der Tagesordnung des Rates.

Die Task Force wird ihre Einsätze wie gewohnt fortsetzen, die Problemhäuser untersuchen und wenn nötig für unbewohnbar erklären.

Oberbürgermeister Sören Link erwartet Unterstützung vom Bund

„Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Regeln der Freizügigkeit und unsere sozialen Systeme durch kriminelle Geschäftemacher missbraucht werden. Zu den Regeln der Freizügigkeit gehört auch, dass zugewanderte EU-Bürger ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und nicht in die Sozialsysteme einwandern", sagt OB Sören Link dazu.

Sören Link erwartet von der neuen Bundesregierung eine entsprechende Regelung. „Denjenigen, die hier bleiben und sich integrieren wollen, bieten wir alle notwendige Unterstützung an, so Link. „Hierfür benötigen wir die finanzielle Unterstützung von Bund und Land, beispielsweise für den Bau von zusätzlichen Schulen und Kindergärten."

 
 

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