Duisburg

500 Millionen Euro will Thyssenkrupp einsparen: Proteste nach Ankündigung von Sparprogramm

Gehen die Stahlarbeiter bald wieder auf die Straße?
Gehen die Stahlarbeiter bald wieder auf die Straße?
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Thyssenkrupp muss sparen

Zwei Standorte im Ruhrgebiet stehen vor der Schließung

Duisburg. Gehen die Stahlarbeiter bald wieder auf die Straße? Erst am 31. August waren in Duisburg 9000 Arbeiter vor die Hauptverwaltung von Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) in Bruckhausen gezogen. Sie kämpfen um ihre Jobs und den Erhalt von Zhyssen-Krupp in Duisburg.

Thyssenkrupp will Hunderte Jobs streichen. In den kommenden Jahren will der Konzern rund 500 Millionen Euro sparen. Das ist seit Freitag raus. Der Betriebsrat reagierte prompt mit Protestaktionen.

Proteste wegen Sparkurs

Der Betriebsrat von Thyssen Krupp reagiert mit Protestaktionen und kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen auf das angekündigten Sparprogramm in der Stahlsparte des Konzerns.

Arbeiter beim Schichtwechsel am Sonntag informiert

Am Sonntag seien Arbeiter in Duisburg-Hüttenheim beim Schichtwechsel am Mittag über die geplanten Einschnitte informiert worden, sagte der Hüttenheimer Betriebsratsvorsitzende Werner von Häfen der Deutschen Presse-Agentur.

Durch Info-Veranstaltung gibt es Einschränkungen im Betrieb

Durch solche - auch in den kommenden Tagen geplanten - Informations-Veranstaltungen kann es nach Angaben des Betriebsrats zu spürbaren Einschränkungen in der Produktion kommen.

„Wir planen weitere Arbeitskämpfe", sagte von Häfen. Zentrum der Proteste sei zunächst der Standort Hüttenheim mit rund 1300 Mitarbeitern.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat geplante Einsparungen von 500 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren und die Schließung von Teilanlagen angekündigt.

Bochum und Duisburg sind gefährdete Standorte

Der Betriebsrat befürchtet den Wegfall von mehr als 300 Arbeitsplätzen. Demnach sollen die Anlagen zur Verarbeitung von Grobblech in Duisburg-Hüttenheim und Bochum vor der Schließung stehen.

Schon am Freitag hatte es in der Hüttenheimer Anlage eine Belegschaftsinformation gegeben. Thyssenkrupp hatte erklärt, im Mittelpunkt der Sparmaßnahmen stünden Effizienzsteigerungen bei Personal, Instandhaltung und Reparatur, Logistik, Vertrieb und Verwaltungskosten.

Es sei eine „Salamitaktik" zu befürchten, in deren Folge weitere Stellen gestrichen würden, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe, Günter Back.

Auch Fusion mit Konkurrenz steht an

Zudem könne bei einer möglichen Fusion mit dem Konkurrenten Tata ein weiterer Aderlass drohen. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte mehrfach betont, dass der geplanten Umbau der Stahlsparte unabhängig vom Ergebnis der laufenden Gespräche mit dem Konkurrenten notwendig sei.

Thyssenkrupp beschäftigt in seiner Stahlsparte in Deutschland knapp 26 000 Mitarbeiter, davon knapp 22 000 in Nordrhein-Westfalen. Während sich die Stahlbranche insgesamt derzeit über steigende Aufträge freuen kann, hat der Bereich Grobblech in der Vergangenheit nach Angaben des Betriebsrats rote Zahlen erwirtschaftet. Zudem leidet die Branche unter Überkapazitäten, die nach Einschätzung von Konzernchef Hiesinger eine Konsolidierung notwendig machen.

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