50 Jahre später ist der Weißwal noch präsent

Genau 50 Jahre ist es jetzt her, da wurde der Weißwal im Rhein gesichtet. Zwei Rheinschiffer hatten das große Tier im Mai 1966 vor Duisburg-Neuenkamp gesichtet. Nach erfolglosen Fangversuchen schwamm der Wal damals weiter ins Landesinnere, wo er nach vier Wochen unmittelbar vor dem Bonner Regierungsgebäude auftauchte und Geschichte schrieb.

Ein halbes Jahrhundert später ist das ungewöhnliche Ereignis bei den Duisburgern noch immer präsent. Künstler Jörg Mazur setzte dem Tier ein Denkmal. Seine Skulptur „Rhineheart“ taucht nun zum zweiten Mal im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort auf. Das Foyer des Museums war zuvor eine der ersten Stationen gewesen, an denen der Bildhauer seine Idee auch präsentiert hatte.

Begonnen hatte Mazur mit der Arbeit an der Wal Büste im letzten Jahr. Im Rahmen der 36. Duisburger Akzente zum Thema „Heimat“ nahm er sich des Wales als Symbol an. Das besondere: Es waren damals die Pressefotos und Berichte des mit Altöl verdreckten Weißwals, die auch die starke Verschmutzung des Rheins in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit brachten. „Der Rheinwal liefert eine märchenhafte Metapher für unseren Umgang mit der Natur“, erklärt Jörg Mazur seine Faszination für das Thema. „Ohne Worte hat er den Blick aufs Wesentliche geschärft und tausende Menschen bewegt.“

Die mittlerweile vollendete Wal-Büste, die nun oberflächenveredelt vor dem niederländischen Lastensegler „De Goede Verwachting“ in der ehemaligen Herrenschwimmhalle auftaucht, soll noch vergrößert und in Bronze gegossen werden. „Rhineheart“ soll ein nachhaltiges und freundliches Symbol für den Umweltschutz werden, sobald die Finanzierung des Abgusses gesichert und die Frage des Standortes geklärt ist. Als Wahrzeichen soll das Wal-Denkmal die Geschichte lebendig halten und einen optimistischen Blick in die Zukunft wagen.

Pünktlich zum 50. Jubiläum der Wal-Geschichte sind im Museum dazu auch ein Plakat und eine Postkarte erhältlich.

 
 

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