4337 Tiere leben derzeit im Zoo

Ein großes schwarzes Brett wird auf das weitläufige Glasterrarium der Pantherschildkröten im Duisburger Zoo gehievt. Alexander Nolte, Leiter des Äquatoriums, verlegt ein Kabel bis zu der Holzplatte und verbindet dieses mit einem Messgerät, welches an eine überdimensionale Küchenwaage erinnert. Es ist Inventur im Zoo. Das bedeutet, dass auch das kleinste Lebewesen gezählt, gewogen und vermessen wird, um seine jeweilige Entwickelung im vergangenen Jahr akribisch festzuhalten.

Da mussten gestern auch alle Pantherschildkröten durch, die in Duisburg im Affenhaus beheimatet sind. „Zum Glück sind Schildkröten keine Fluchttiere. Sie kann man leichter wiegen“, sagt Nolte, während er das vermutlich schwerste Exemplar auf die Waage setzt.

Das Tier zieht reflexartig seinen Kopf zurück in den gemusterten Panzer. „Das ist der Schutzreflex vor Feinden“, erklärt der Äquatoriumsleiter. Satte neun Kilogramm wiegt das Reptil. Wo hingegen das kleinste vorhandene Exemplar im Gehege lediglich 70 Gramm auf die Waage bringt. Die Pantherschildkröten werden mit einem im Panzer integrierten Chip überwacht. Denn es muss sichergestellt und überwacht werden, dass ihre Entwickelung planmäßig verläuft.

Insgesamt wurden im Zoo gestern 4337 Tier-Individuen gezählt. „Das sind 400 Tiere weniger als im Vorjahr“, sagt Dr. Jochen Reiter, der wissenschaftliche Leiter des Zoos. So mussten zum Beispiel die Jungdelfine Dolly und Donna in 2014 nach Nürnberg umziehen. „Beide haben sich dort gut eingelebt“, erläutert Reiter.

Auch Todesfälle sind verantwortlich für den zahlenmäßigen Rückgang. Unter anderem verstarb Nashornkuh Nongoma. Dafür wurde ein Nashornbulle namens Kifarou willkommen geheißen und mit dem Geschick der Duisburger Feuerwehr in sein neues Heim manövriert. Ebenfalls fand ein neues Goodfellow-Baumkanguru ein neues Zuhause im Duisburger Zoo. Er ist nun einer von 20 Exemplaren, die in europäischen Zoos leben.

Aber am Kaiserberg wurden auch zehn neue Arten verzeichnet, was die Artenvielfalt im Zoo auf 356 erhöht. Eine Menge neuer Fischarten hielt Einzug im Aquarium, welches mit viel Aufwand renoviert worden war. Weitere Bauprojekte – wie die Riesensalamander-Anlage, die auch ihren Platz im neuem Aquarium gefunden hat oder die Kaiserberganlage, welche die europäische Fauna, mit diversen Wildkatzen und Luchse repräsentiert – sind als Erfolg des vergangenen Jahres zu verbuchen.

In 2015 konzentrieren sich die Zoo-Verantwortlichen speziell auf die bedrohten sibirischen Tiger. Deshalb wird dank großzügiger Sponsorenhilfe ein neues Großgehege für die fast ausgerotteten Wildkatzen gebaut.

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