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360-Grad-Bilder zeigen spektakuläre Ansichten aus Duisburg

Das Spannende an den Duisburger Aussichten ist häufig die Mischung aus Industriekulisse und Moderne. Im Bildvordergrund die "Five-Boats" im Innenhafen, dahinter das Stahlwerk von Arcelor Mittal in Ruhrort.
Das Spannende an den Duisburger Aussichten ist häufig die Mischung aus Industriekulisse und Moderne. Im Bildvordergrund die "Five-Boats" im Innenhafen, dahinter das Stahlwerk von Arcelor Mittal in Ruhrort.
Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services
Interaktive Fotos zeigen den Rundum-Blick von Duisburgs schönsten Aussichtspunkten. Aus 51 Einzelaufnahmen entsteht dabei ein Panoramabild.

Duisburg bietet ein spektakuläres Panorama. In der Ruhrgebietsstadt trifft Industrie auf Natur - und Geschichte auf den steten Wandel. Das zeigen auch unsere neuen 360-Grad-Bilder, die wir auf den schönsten Aussichtspunkten geschossen haben. Dabei setzt die Technik 51 einzelne Aufnahmen zu einem Panorama zusammen.

Wir waren in der ganzen Stadt unterwegs und haben das Panorama im Norden (Alsumer Berg), Westen (Rockelsberghalde), Süden (Tiger & Turtle) und in der Mitte (Hoist-Hochhaus) eingefangen. Seltene Aufnahmen sind auf dem Dach des Gebäudes der Ostasienwissenschaften der Universität in Neudorf entstanden. Ein echter Klassiker ist dagegen fast schon die Aussicht vom Hochofen 5 im Landschaftspark-Nord. Der Stadtwerketurm fehlt in der Sammlung, da er wegen Bauarbeiten bis Ende des Jahres nicht betreten werden kann.

Blauer Himmel über dem Duisburger Süden

Ortstermin auf der Landmarke Tiger & Turtle auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe in Wanheim: Sanfte Schleierwolken ziehen über den azurblauen Himmel, es weht ein leichtes Lüftchen - das perfekte Weitsicht-Wetter. Die begehbare Achterbahn auf dem Gipfel des Magic Mountain - des magischen Bergs - ist allerdings seit seiner Eröffnung 2011 nicht lange ein Geheimtipp geblieben. Gerade für Besucher von außerhalb ist die Landmarke ein Magnet. An diesem Tag spricht man auf der Stahl-Konstruktion Französisch, Italienisch, Niederländisch und Schweizerdeutsch. "Grüezi Duisburg!"

Den Namen Tiger & Turtle haben die beiden Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth gewählt, weil die Dynamik des Kunstwerks der eines Tigers gleicht und der Aufstieg auf die 66 Meter hohe Heinrich-Hildebrand-Höhe mitunter nur im Tempo einer Schildkröte gelingt. Der höchste Punkt des 90 Tonnen schweren und 1,7 Millionen Euro teuren Kunstwerks liegt 86 Meter über Normalnull. Die Aussicht ist wirklich grandios: Im Süden taucht am Horizont der Düsseldorfer Fernsehturm auf. Dessen Mülheimer Pendant ragt im Osten in den Himmel. Gen Norden reicht der Blick über Wanheim, Wanheimerort und Hochfeld bis zur Skyline der Duisburger Innenstadt. Im Westen prägen das Hüttenwerk Krupp-Mannesmann und der Rhein die Optik. Wer hier oben steht, der kommt zu einem eindeutigen Urteil: Nicht nur der Berg besitzt seine eigene Magie, sondern auch der Ausblick.

Der Uni auf das Dach gestiegen

Wir durften auch der Uni Duisburg-Essen auf das Dach steigen. Genauer gesagt sind wir auf das Dach des LE-Gebäudes am Forsthausweg geklettert - dem höchsten Gebäude am Campus Duisburg. Schon die Büros der Ostasienwissenschaftler im siebten Stockwerk bieten eine tolle Fernsicht. Ein paar Stufen weiter oben und eine dicke Stahltür später steht man auf dem Dach des 1973 gebauten Gebäudes. Zu unseren Füßen liegt Neudorf. Richtung Norden baut sich die Innenstadt mit dem Stadtwerke-Turm, dem Hoist-Hochhaus und dem Sitz der Targobank auf. Im Nordosten markieren die Umrisse der Lutherkirche den Nachbarstadtteil Duissern. Im Osten wird es grün: Dort verhindert der Stadtwald den Blick nach Mülheim. In südlicher Richtung dominieren der Bettenturm der Sportschule und die MSV-Arena das Bild.

In direkter Nachbarschaft zum LE-Gebäude liegen weitere Einrichtungen der Uni wie die Bibliothek oder das neue Audimax. Uni-Kenner werden auf der 360-Grad-Ansicht noch ein weiteres interessantes Detail erkennen: Von unserem Aussichtspunkt kann man die Dachterrasse von Rektor Ulrich Radtke einsehen. Dort war an diesem regnerischen Tag naturgemäß niemand zu sehen.

Volle Ladung Industrie-Kulisse am Alsumer Berg

Die volle Ladung Industrie-Kulisse erwartet Spaziergänger auf dem Plateau des Alsumer Bergs am Rande des Rheindeichs an der Stadteilgrenze zwischen Bruckhausen und Marxloh. Schon während des Aufstiegs auf die Halde bietet sich den Besuchern ein tolles Panorama: Malerisch schimmert der Rhein hier in der Nachmittagssonne. Als Lohn für den Fußmarsch gibt es dann in gut 50 Metern Höhe gleich drei Aussichtspunkte. Von dem südlichsten bietet sich der Blick auf den massiven Kühlturm des Gaskraftheizwerks Hamborn und den Rhein. Der mittlere Aussichtspunkt ist zum Niederrhein hin ausgerichtet. Das Sahnehäubchen ist jedoch die Aussicht von der nördlichsten Plattform des Alsumer Bergs. Hier am Gipfelkreuz ist man dem hellgrünen Rohrsystem der chemischen Anlage, die zur Kokerei Schwelgern gehört, extrem nah. Schade nur, dass ein dichtes Blattwerk während der Sommmermonate das Blickfenster extrem einschränkt.

Neben der tollen Aussicht verfügt der Alsumer Berg auch über eine spannende Geschichte, denn unter ihm liegen die Reste eines untergegangenen Stadtteils. 1954 beschloss der Stadtrat, die Bürger Alsums umzusiedeln. In den Jahren zuvor war der Stadtteil durch den darunter stattfindenden Bergbau um mehr als einen Meter abgesunken. Weitere Bergsenkungen wurden von den Experten prognostiziert. Bis 1965 verließen die Alsumer nach und nach ihre geliebte Heimat am Rhein. Die Fläche wurde zugeschüttet, der Alsumer Berg entstand als Deponie.

Über dem Landschaftspark, Blick vom Kaiserberg und tolle Sicht in Ruhrort

Der Hochofen 5 im Landschaftspark-Nord ist für Gipfelstürmer mit Höhenangst schon eine kleine Herausforderung. 252 Stufen sind zu absolvieren, bis man die windige Plattform in 70 Metern Höhe erreicht hat. Der Hochofen wurde 1973 in Betrieb genommen und vor der Schließung des Hüttenwerks im Jahr 1985 noch einmal komplett saniert. Seit der Eröffnung des Landschaftsparks 1994 existiert hier die Aussichtsplattform, die ein einzigartiges Panorama des westlichen Ruhrgebiets bereithält. Gen Osten reicht die Sicht bis zum Tetraeder in Bottrop und zur Essener Innenstadt. Im Westen steht das Thyssen-Werk in Bruckhausen. Im Hintergrund ist am Horizont noch Moers zu erkennen. Das markante grüne Dach des Hamborner Rathauses sticht im Norden ins Auge. Im Süden kann der Betrachter die ganze Vielfalt der Duisburger Innenstadt und der dahinter liegenden Landmarken begutachten.

Für diejenigen, die von Höhenangst geplagt werden, gibt es übrigens noch eine Light-Version der Aussichtsplattform. In exakt 51,65 Metern über dem Meeresspiegel gibt es beim alten Windenhaus eine Zwischenstation auf dem Weg nach ganz oben. Dort stören allerdings noch die umliegenden Industrie-Denkmäler den Blick. Die pure Rundumsicht gibt es eben nur ganz oben.

Drei Riesen vom Schnabelhuck aus beobachten

Der Kaiserberg in Duissern ist bei Spaziergängern, Hundebesitzern und Joggern gleichermaßen beliebt. Bis 1881 hieß er noch Duissernberg. Mit über 80 Metern Höhe befindet sich der höchste natürliche Punkt Duisburgs auf einem 34 Hektar großen Areal zwischen Schweizer Straße, Mülheimer Straße und A3. Der nördliche Ausläufer des Waldparks hat am Ende die Form eines Entenschnabels, deshalb heißt das Plateau dort auch Schnabelhuck. Wirklich viele Duisburger treten den Aufstieg über die Steubenstraße aber nicht an. Meist ist man auf dem Schnabelhuck alleine.

Das Erlebnis vor Ort macht vor allem die Konfrontation von Natur und Wirtschaft aus. Mitten im Grünen haben Panorama-Fans den Blick auf die Umrisse der Industrie-Riesen im Norden. Das Thyssen-Krupp-Werk in Bruckhausen, die Hochöfen in Schwelgern und der Kühlturm des Kraftwerks Walsum bilden ein beeindruckendes Trio.

Friedrich-Ebert-Brücke: Bewegte Geschichte und freies Blickfeld

Für einen tollen Ausblick sind nicht immer ein steiler Aufstieg oder hunderte von Treppenstufen zu überwinden. Die Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Ruhrort und Homberg verfügt über ein ganz anderes Plus: das freie Blickfeld. 1907 wurde die Brücke eingeweiht. Mit der heutigen Stahlkonstruktion hatte das Fachwerkkonstrukt allerdings wenig gemein. 1945 wurde die frühere Admiral-Scheer-Brücke von Wehrmachtssoldaten gesprengt. Es dauerte bis 1954, ehe eine neue und größere Brücke wiedereröffnet wurde. Benannt wurde sie nach dem berühmten Sozialdemokraten Friedrich Ebert. Zwischen 1999 und 2003 wurde der Weg über den Rhein für 40 Millionen Euro modernisiert. Das zunehmende Verkehrsaufkommen machte Verstärkungselemente aus Stahl notwendig.

Nach der Geschichtsstunde geht es zurück in die Gegenwart: Beim Blick in südlicher Richtung fällt das Hotel Rheingarten auf. Links daneben türmt sich die Anlage des Chemieunternehmens Huntsman (ehemals Sachtleben) auf. Und auch die Pfeiler der A42-Brücke zwischen Beeckerwerth und Baerl sind bei guten Wetterverhältnissen zu erkennen. Vorbei am leuchtenden Kunstwerk Rheinorange schweift der Blick zum Ruhrorter Hafen. An diesem Morgen liegen die Frachtschiffe dort wie an der Perlenkette aufgereiht. Im Norden flattern die bunten Fahnen am Ruhrorter Flaggenmast im Wind. Im Hintergrund markiert der Oberhausener Gasometer, dass die Aussicht bis über die Stadtgrenze reicht.

Wedau zu Füßen, ein Geheimtipp und der Logenplatz über der City

Hoch über den Baumwipfeln an der Sechs-Seen-Platte ragt der Aussichtsturm Wolfsberg in den Himmel. Wer die Aussicht über den Duisburger Süden von dort aus genießen möchte, muss allerdings erst einmal auf die Suche nach dem Stahlkonstrukt gehen. Ausgeschildert ist der Punkt nicht. Am einfachsten ist der Turm noch über den Parkplatz am Strohweg zu finden. Sind die Besucher erst einmal am Fuße des Aussichtspunktes angelangt, sind noch 86 Stahlstufen bis zur obersten Plattform zu erklimmen. Oben belohnt der ungestörte Blick über den Haubach- und den Wolfssee für die Mühen. Im Freibad herrscht allerdings an diesem Tag gähnende Leere - es ist zu kalt. In diese Blickrichtung bauen sich im Hintergrund die Bürogebäude in der City auf. Der Stadtwerketurm verschwindet beinahe schon im Dunst. Deutlich klarer heben sich da schon im Westen der Komplex der Unfallklinik und die Hochhäuser am Golfplatz aus dem Wald ab. Im Hintergrund liegen die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann. Mit südlicher Blickrichtung lässt sich auf unserem 360-Grad-Bild zudem noch Düsseldorf mit seinem Fernsehturm ausmachen.

Der Aussichtsturm am Wolfsberg ist bereits das zweite Exemplar an dieser Stelle. Der erste Turm aus 41 Kubikmetern verbautem Holz brannte am 27. Juli 2002 bis auf das Fundament nieder. Die Polizei ging von Brandstiftung aus. Obwohl 5000 Euro Belohnung für die Ergreifung der Täter ausgesetzt waren, wurden diese nie gefunden. Auch aus Trotz schoben die Mitglieder des Bürgervereins Wedau-Bissingheim einen Wiederaufbau an. Dabei übernahmen die Wirtschaftsbetriebe die Ingenieursleistungen, Thyssen-Krupp Steel zeichnete für die Konstruktion und die Fertigung verantwortlich. Im Oktober 2005 wurde der neue Turm aus Stahl schließlich eröffnet und ermöglicht seitdem wieder diese idyllische Aussicht über die Sechs-Seen-Platte.

Die Rockelsberghalde, ein echter Geheimtipp

Tiger & Turtle, der Wedauer Aussichtsturm und der Alsumer Berg - diese Punkte sind den meisten Duisburgern durchaus ein Begriff. Ein echter Geheimtipp ist dagegen die Rockelsberghalde in Hochemmerich. Von einem Parkplatz an der Rheinstraße führt ein geschwungener Weg hinauf auf das Hochplateau, das 70 Meter über Normalnull liegt. Die ehemalige Schlacke-Deponie der Krupp-Hütte Rheinhausen befindet sich in direkter Nähe zum Rhein und trumpft mit einer tollen Rundumsicht auf. Geräuschlos gleiten die großen Schiffe über den Fluss. Die Rheinauen erstrecken sich kilometerlang am Ufer. Auf der anderen Rheinseite ist der 200 Meter Hohe Turm von DK Recycling (ehemals Kupferhütte) ein Blickfang im Osten. Daneben verbindet die rot-blaue "Brücke der Solidarität" Rheinhausen und Hochfeld. Das Hoist-Hochhaus, der Stadwerketurm und das orangene Landesarchiv (von rechts) wirken in zweiter Reihe erstaunlich nah. Im Norden gleitet der Blick über die A40-Brücke hin zu den "Weißen Riesen" in Hochheide. Weiter westwärts breitet sich der Niederrhein aus. Südlich von der Halde befinden sich Rheinhausen und Friemersheim. Die Aussicht geht jedoch noch viel weiter bis nach Wanheim, wo die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann am Horizont erscheinen.

Logenplatz mit City-Blick im Hoist-Hochhaus

Die traumhafte Aussicht aus den Büros im 18. Stock des silber-grauen Hoist-Hochhauses ist leider nicht frei zugänglich. Sie ist den Mitarbeitern des städtischen Amtes für Umwelt und Grün vorbehalten. Um unsere Panorama-Bilder machen zu können, haben wir jedoch freundlicherweise den Zutritt erhalten. 360-Grad-Aufnahmen sind naturgemäß nicht möglich, denn auf der einen Seite befinden sich bloß Büroräume. Ein Panorama-Bild haben wir trotzdem gemacht, denn es dokumentiert den Stand der Bauarbeiten auf der Bahnhofsplatte und der Mercatorstraße.

Das Panorama von links nach rechts: Am äußeren Bildrand bilden der Glockenturm der Salvatorkirche, das Landesarchiv und der Rathausturm ein interessantes Trio. Daneben liegen das Sparkassen-Gebäude und das Forum mit seiner goldenen Leiter und das Amts- und Landgericht dicht beieinander. Im Hintergrund verorten die "Five-Boats" den Bereich des Innenhafens. Vis-à-vis lässt sich hinter dem Citypalais noch die Spitze des Stadttheaters erkennen. In der Sonne glänzt das Bürogebäude am Averdunkplatz. Die Reihe der hohen Gebäude setzten der Fernsehturm und der Sitz der Targobank fort. Im Rücken des Hauptbahnhofs arbeiten die Mitarbeiter des Stahl- und Metallhändler Klöckner. Nochmals dahinter erhebt sich der Kaiserberg. (tric/mas)

 
 

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