Duisburg

Eskalierter Großeinsatz mit 250 Störern: Schwester des verletzten Falschparkers erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Die Schwester des beschuldigten Fahrers wollte nicht vor der Kamera sprechen. Trotzdem äußerte sie sich zu den Vorwürfen.
Die Schwester des beschuldigten Fahrers wollte nicht vor der Kamera sprechen. Trotzdem äußerte sie sich zu den Vorwürfen.
Foto: DERWESTEN
  • 250 Menschen sollen Polizisten beim Einsatz in Duisburg gestört haben
  • Park-Chaos war der Grund für die Beamten, in die Reinerstraße zu kommen
  • Die Schwester eines beschuldigten Fahrers sagt klar: „Nein so war es nicht.“

Duisburg. 250 Menschen sollen die Arbeit von zwei Polizeibeamten in Duisburg gestört haben. Und das alles nur wegen einiger falsch parkender Wagen. Einer der Fahrer wollte eine Wasserpumpe ins Haus bringen, der Polizist hielt ihn auf, nachdem er ihn mehrfach aufforderte stehen zu bleiben. Jetzt liegt der Mann im Krankenhaus, hat nach Aussage seiner kleinen Schwester Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und bekommt eine Computertomographie.

„Der Polizist war böse. Er hat vollkommen übertrieben und unnötig mit dem Pfefferspray rumgesprüht.“ Ihr kleiner Bruder habe das Gas in die Augen bekommen, ihm ginge es aber mittlerweile besser. Ihr großer Bruder, der die Wasserpumpe ins Haus habe bringen wollen, liege aber immer noch im Krankenhaus.

Der Polizist habe den Mann im Schwitzkasten festgehalten, ihm dabei Schmerzen zugefügt. Man habe in der Straße bisher noch keine größeren Probleme gehabt mit der Polizei. Sie verstehe deshalb nicht, warum das so ausgeartet ist.

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Von 250 Leuten könne auch keine Rede sein, es seien nur einige Passanten anwesend gewesen. Vielleicht ganz am Ende als alles schon vorbei war, da seien vielleicht mehr Menschen dabei. Die hätten aber nur geguckt, sagt sie. Aber nur der kleine Bruder habe seinem großen Bruder beistehen wollen, als der Polizist ihn in den Schwitzkasten genommen habe.

Reinerstraße ist eine Fußgängerzone

Die Reinerstraße in Duisburg-Bruckhausen ist eine Fußgängerzone, viele Parkplätze stehen bereit. Auch vor dem Haus des Mannes, der vor einer Einfahrt gegenüber seines Eingangs parkte, stehen Parkplätze zur Verfügung.

Warum er trotzdem so chaotisch parkte? „Es war kein Platz frei. Und er musste das doch irgendwie ins Haus bringen“, beschwert sich seine Schwester.

Anwohner sind geschockt

Auch andere Bewohner der Straße haben das Geschehen mitbekommen - und sind geschockt. Zwei Frauen reagieren aufgebracht und wild gestikulierend, als sie auf das Geschehene angesprochen werden. „Unsere Straße verkommt eh immer mehr. Da wundert es mich nicht, dass die Polizisten hier härter reagieren als anderswo. Die denken ja sofort bei uns Ausländern, dass wir sofort ein Messer zücken, wenn wir bedroht werden.“

Dabei sei die Straße äußerst friedlich. „Jeder hilft jedem“, sagt die Schwester vom Wasserpumpen-Mann.

Gegenüber DER WESTEN wollte die Polizei keine weiteren Angaben zu dem Einsatz machen. „Die Ermittlungen dazu laufen noch“, gab die Sprecherin der Polizei bekannt.(fb)

 
 

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