„24 Stunden von Duisburg“ – mehr als ein Radrennen

Pause und Stärkung für die Teilnehmer des Radrennens.
Pause und Stärkung für die Teilnehmer des Radrennens.
Foto: Funke Foto Services
Bei den „24 Stunden von Duisburg“ passierte auch abseits der Strecke eine Menge, es gab Campende Teams und alte Mountainbike-Hasen.

Duisburg.. Im Sommer ist man im Landschaftspark Nord volle Parkplätze gewohnt. Egal, ob Traumzeit, Streetfood-Festival oder Sommerkino: An der Emscherstraße ist dann die Hütte voll. Doch was sich am vergangenen Samstag dort abspielte, war selbst für die Verhältnisse des vielbesuchten Industriedenkmals ungewöhnlich. Die „24 Stunden von Duisburg“, ein Mountainbike-Rennen, lockte nicht nur Fahrerteams samt Anhang aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland, sondern auch viele Wochenendausflügler an, die am Streckenrand Balance und Kraft der Fahrer bestaunten.

Möglicherweise nicht ganz die Maße des olympischen Dorfs in Rio hatte das Fahrerlager rund um den Hochofen, die Stimmung stand der am Zuckerhut aber in nichts nach. Zwischen Wagenburgen und Zeltlagern grillten, schliefen und feierten alle Staffelfahrer, die gerade ein Päuschen einlegten, zusammen mit Familien und Freunden. Sie feierten sich selbst und die gesamte Veranstaltung.

"Kulisse ist klasse"

Alte Hasen waren die „Haldenbiker“. Die Radler nahmen zum sechsten Mal teil – diesmal mit drei Teams à vier Fahrern. Heike Koch und Flavio Gamboz fuhren am Samstag nicht mit, kamen aber, um das Feeling zu spüren. „Wenn man hier einmal Blut geleckt hat, lässt einen das Rennen nicht mehr los“, erzählte Gamboz. „Die Kulisse ist klasse, aber das Gemeinschaftsgefühl ist auch sehr wichtig“, sagte Koch. Ihre Teamkollegen Heiko und Steffen Brusis entspannten sich da gerade in den Liegestühlen und flößten sich vor der nächsten Übergabe des Staffelstabs noch ein wenig Kaffee ein.

„Der wird vor allem heute Nacht sehr wichtig“, sagte Ute Brusis mit besorgtem Gesicht. Als Begleiterin und Zuständige für die moralische Unterstützung konnte sie schon in den vergangenen Jahren Erfahrung sammeln. „Bis Mitternacht geht alles einigermaßen, aber ab dann bis zum Sonnenaufgang ist jede Runde ein Kampf.“ Für die Fahrer gibt es dann Kaffee und Pausen in den Schlafsäcken – und für das Team am Streckenrand eine Flasche Wein, für die eigene Moral. Die sei oft ein wenig im Keller, so Ute Brusis, denn eigentlich seien alle Teilnehmer Anti-Camper. „Unser Picknick und viel Kaffee helfen aber, und Glück mit dem Wetter haben wir dieses Jahr auch gehabt“, freute sich Brusis.

Ein Bühnenprogramm sorgte noch für die restliche Dauer des Rennens für Unterhaltung abseits der Strecke und bewies, dass die „24 Stunden von Duisburg“ mehr sind als nur Extrem-Radler, die im Kreis fahren.

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