200 Tierschützer protestieren gegen Welpenverkauf bei Zoo Zajac in Duisburg

Erneut lautstarker Wortführer des Protests gegen den Welpenverkauf bei Zoo Zajac: Protest-Initiator Massimo Zerbo bei der bislang größten Demo gegen den Verkauf kleiner Hunde im Zoofachgeschäft.  Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Erneut lautstarker Wortführer des Protests gegen den Welpenverkauf bei Zoo Zajac: Protest-Initiator Massimo Zerbo bei der bislang größten Demo gegen den Verkauf kleiner Hunde im Zoofachgeschäft. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
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Bei der bisher größten Demo gegen den Welpenverkauf bei Zoo Zajac sind am Montagnachmittag rund 200 Tierschützer vor den Tierfachmarkt in Neumühl gekommen. „Wir machen weiter, bis er damit aufhört“, kündigte Protest-Initiator Massimo Zerbo an.

Duisburg.. „Welpenverkauf gehört...!“ schreit ein Demonstrant ins Megafon – „...abgeschafft!“, antwortet ein Chor von rund 200 Demonstranten, die dem Facebook-Aufruf der „Initiative gegen Welpendiscount“ am Montagnachmittag gefolgt sind. Von Parkplatz des Zoofachhandels von Norbert Zajac aus kann man sie gut hören, aber nicht sehen - um die Kunden des größten Zoofachhandels der Welt vom Protest gegen den Hundehandel abzuschirmen, hat der Zoohändler einen mit schwarzer Folie überzogenen Bauzaun aufgestellt.

Dahinter, auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig, drängeln sich die Demonstranten mit ihren Plakaten, Sprechchören und Spruchbändern – und einer gemeinsamen Botschaft: „Zajac, stoppen Sie den Hundeverkauf!“. Mit Spruchbändern wie „Hundelend stoppen“ oder „Hunde ‘to go’ – eine Zumutung“ machen sie ihrer Empörung Luft, dass Zoo Zajac seit Freitag als erstes Tierfachgeschäft des Landes nach vielen jahren wieder Hundebabys zum Verkauf anbietet.

„Damit entwickelt sich Deutschland in Sachen Tierschutz zurück! Hundeverkauf wie im Supermarkt, das gab es zuletzt in den 70er Jahren“, sagt Gabriele Albrecht. Dass mit Zoo Zajac das erste Tierfachgeschäft im Land nun auf den Verkauf von Hundekindern im großen Stil setzt, empört die Tierschützerin. Einem Tierschutzverein gehört sie nicht an, aber als sie von „diesem Skandal“ in den Medien hörte, entschied sich die Dortmunderin, sich dem Straßenprotest vor Ort anzuschließen. Wie für die meisten hier, ist Zajacs Geschäft mit den Hundewelpen in ihren Augen ein Tabubruch. Wenn nun niemand dagegen aufsteht, fürchtet sie, wird Zajac viele Nachahmer finden.

Tierschutzbund mobilisiert gegen Welpenverkauf

Auch der Tierschutzbund hat kräftig Unterstützung aus den eigenen Reihen mobilisiert: „Wir sind mit etwa 40 Menschen gekommen“, so Marius Tünte, Sprecher des Bundesverbandes, der als Dachorganisation für die Tierheime und Tierschutzvereine in Deutschland fungiert. Die Präsentation und den Verkauf von Katzen- und Hundewelpen lehne der Tierschutzbund vehement ab.

So erklärte jüngst der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder: „Kein seriöser Zücher und kein verantwortungsvoller Halter, der seine Tiere liebt, würde Welpen an einen profitorientierten Zwischenhändler liefern.“ Das Zajac sich durch die Proteste tatsächlich von seiner jüngsten Geschäftsidee abbringen lassen wird, bezweifelt Marius Tünte allerdings. „Der scheint ein dickes Fell zu haben. Wir können nur hoffen, dass unser Protest die Leute davon abhält, Tiere bei Zoo Zajac zu kaufen.“

Duisburger Tierheim fürchtet mehr abgegebene Hunde

So sehen es auch vier Bottroper Tierschützerinnen, die sich vor Ort gegen Zajac engagieren. Wie viele andere haben auch sie ihre vierbeinigen Freunde mitgebracht. „Die sind natürlich aus dem Tierschutz“, betont Corinna Otto, die in Bottrop für die Streunerhilfe aus Rumänien arbeitet, einem Verein, der Straßenhunde aus Osteuropa an tierliebende Menschen in Deutschland vermittelt. Zajacs Vorwurf, die Demonstranten kämpften vornehmlich aus Furcht, dass der eigene Tiervermittlungs-Markt einbrechen würde, dementieren sie kopfschüttelnd. „Vereine wie unserer sind gemeinnützig und am Wohle der Tiere interessiert.“ Zwar würden Hunde nur gegen eine Schutzgebühr vermittelt, diese decke aber gerade einmal die Kosten für Transport, Impfungen und Welpenuntersuchungen. „Leute, die sich heute für einen Hund aus dem Tierheim interessieren, die werden das auch weiterhin tun!“

Auch Monika Lange vom Duisburger Tierschutzzentrum hält solche Vorhaltungen für „Quatsch“. Im Gegenteil: „Unser großes Problem wird nicht sein, dass wir weniger Hunde vermitteln. Künftig werden wir wohl viel mehr Hunde aufnehmen müssen, die hier vorschnell gekauft werden und die niemand mehr haben will.“

Initiative gegen Welpendiscount kündigt weitere Proteste an

Massimo Zerbo gibt auch bei der bislang größten Demo gegen Zajac den lautstarken Wortführer. „Welpenvermehrer abschaffen“ ruft er unablässig ins Megafon. Der Initiator der Demo, der von Peta und „Animal Peace“ unterstützt wird, ist für den Tierschutz heute wieder aus Stuttgart ins Ruhrgebiet gereist. Der Tierschützer freut sich über so großen Zuspruch: „Es sind noch mehr gekommen, als zugesagt hatten.“ Er will weiter kämpfen. „Wir machen weiter bis Zajac aufhört.“

Ungerührt dessen bricht drinnen beim Zoofachriesen das Interesse an den Hundebabys nicht ab, Menschentrauben lassen sich von den putzigen Kleinen hinter Glas verzücken. Norbert Zajacs selbst sagte, dass allein Samstag 10.000 Kunden und Neugierige im Geschäft gewesen seien: „So voll war der Laden noch nie.“

 
 

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