190 Radler starten von Duisburg zur Nordsee

Geschafft, aber glücklich: Dieses Quintett hat noch Kraft, das Rad für ein Finisher-Foto zu heben.
Geschafft, aber glücklich: Dieses Quintett hat noch Kraft, das Rad für ein Finisher-Foto zu heben.
Foto: WAZ FotoPool
Ziemlich genau 300 Kilometer lang ist die Ruhr-to-North-Sea-Challenge. Bei der zweiten R2NSC starteten doppelt so viele Radler wie 2015.

Duisburg.. Morgens, 4.30 Uhr, Stadionvorplatz: 190 Menschen in bunter Kleidung reißen Rennschienen, Mountainbikes und Trekkingräder in die Höhe. Doppelt so viele Radler wie bei der Premiere der „Ruhr2NorthSeaChallenge“ im vergangenen Jahr machen sich auf den Weg nach Bensersiel an der Nordseeküste. „Auf geht’s“, ruft Organisator Thomas Kaiser. Von Wedau zum Wattenmeer an einem Tag lautet die Aufgabe – sportliche Tour für wenige, Test der eigenen körperlichen Grenzen für die meisten, die hier dabei sind.

Die Bedingungen sind gut für den Marathon: 15 bis 18 Grad, leichter Seitenwind. Optimal, wäre nicht der Regen ab Kilometer 50 und während der letzten Fahrstunde vor dem Ziel gewesen. Volldusche für die Rennradler, die ohne Schutzbleche unterwegs sind.

Jede Menge Lob verdient sich das Organisationsteam um Petra und Thomas Kaiser. Die Wedauer haben mit leichten Retuschen der Route die Schwächen des Vorjahres beseitigt, der Postversand der Startunterlagen verhindert Gedrängel und Hektik kurz vor der Abfahrt. Alle 50 Kilometer gibt’s einen Servicepoint mit den obligatorischen Bananen, Fitnessriegeln und Iso-Getränken – Nudeln mit Hackfleisch waren bei Kilometer 200 willkommene Abwechslung als Treibstoff für die letzten beiden Etappen.

Nach 200 Kilometern aufgegeben

Schnell zieht sich das Feld nach dem Start auseinander. Vorn formiert sich eine etwa 20-köpfige Rennradler-Gruppe, die zügig tritt. Als acht Fahrer, wie schon im vergangenen Jahr angeführt von Mountainbiker Christian, nach gut 9,5 Stunden Fahrzeit am Fährhafen von Bensersiel einlaufen, zeigt der Tacho ein 33-er-Durchschnittstempo. Damit dürfen die Duisburger sticheln gegen die Auricher Triathleten, die nach einem Reifendefekt am Anfang vergeblich versuchten, den Rückstand noch aufzuholen. Auch das macht für die sportlich ambitionierten Radler den Reiz einer solchen Tour aus.

Für die meisten Tourenbiker, die große Mehrheit aus der Generation 40+, geht’s deutlich gemütlicher zum Ziel. Zwischen 13 und 16 Stunden benötigen die meisten für die 300 Kilometer, als die letzten eintrudeln, ist die Sonne schon in der Nordsee versunken.

Paule ist da wohl wieder daheim. Der Neudorfer mit dem alten Stahlross ohne Gangschaltung, musste 2015 nach 200 Kilometern erschöpft aufgeben. Nun hatte er sich mit drei Mitstreitern auf ähnlichen Gefährten als „Choppergruppe“ schon um 12 auf den Weg gemacht – sich aber trotz Handy-App so verfahren, dass sie acht Stunden später erst bei Kilometer 100 standen. Die Erkenntnis: Es gibt Räder, mit denen sollte man eine solche Distanz nicht in Angriff nehmen. Das gilt wohl auch für E-Bikes und Pedelecs. Drei schickte Sponsor RWE auf die Strecke – und auch ein Servicefahrzeug mit Wechselakkus. Darüber dürften wohl nur die wenigsten Elektro-Radler verfügen.

Termin für das nächste Jahr steht schon: 24. Juni

Radmarathons sind beliebt: Die Zahl der Starter hat sich deshalb auch in Duisburg binnen eines Jahres verdoppelt. Am Samstag war der jüngste Starter 14, der älteste 74 Jahre alt. Auch zehn Frauen radelten mit – nur drei waren es bei der Premiere. Die komplett flache Strecke ist mit überschaubarem Trainingsaufwand zu schaffen.


Wer im nächsten Jahr erneut oder zum ersten Mal dabeisein möchte, kann sich den Termin schon vormerken: Am Samstag, 24. Juni 2017, startet die dritte „Ruhr- to-North-Sea-Challenge“. Alle Infos: www.r2nsc.de

 
 

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