Duisburg

„Duisburg besteht definitiv nicht nur aus Problemimmobilien“ - So reagiert OB Sören Link auf Steinmeiers Besuch in Marxloh

Sören Link möchte erneut Oberbürgermeister von Duisburg werden.
Sören Link möchte erneut Oberbürgermeister von Duisburg werden.
Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Dienstag bei seinem Antrittsbesuch in NRW auch nach Duisburg. Doch hier besucht er nur den deutschlandweit bekannten Problemstadtteil Marxloh. Oberbürgermeister Sören Link sieht das kritisch.

Besuch weckt Erwartungen

Sören Link sagt über den Antrittsbesuch in Duisburg: „Wenn Personen des öffentlichen Lebens von so herausragender Stellung wie der des Bundespräsidenten Duisburg besuchen, ist das natürlich ein Ereignis. Letztlich wecken solche Besuche bei den Bürgern allerdings auch Erwartungen – werden diese enttäuscht, gibt es am Ende nur Verlierer.‟

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Aber Sören Link weiß, dass er die Probleme der Stadt nicht alleine stemmen kann: „In den Bereichen Integration, Problemimmobilien und Sauberkeit haben wir mit hohem Einsatz auch Erfolge erzielt. Aber es nützt nichts, darum herum zu reden: Allein werden wir die Herausforderung der Integration von über 18.400 Armutszuwanderern nicht stemmen können.“

„Wir zahlen hier vor Ort die Zeche für Entscheidungen, die auf EU- und Bundesebene getroffen wurden. Und dabei geht es nicht nur um abstrakte Dinge, wie Millionen Mehrbelastungen in einem städtischen Haushalt, der nur noch aus Einsparvorgaben besteht. Sondern es geht auch ganz konkret um Nachbarschaften, die wegbrechen, um Menschen, die sich dort, wo seit Jahrzehnten ihre Heimat war, auf einmal nicht mehr zuhause fühlen.‟

Sören Link hofft, dass der Bundespräsident einen realistischen Eindruck mit nach Berlin nimmt und dort auch transportiert, dass es Städte wie Duisburg gibt, in denen es besondere Problemlagen gibt.

Er hätte Steinmeier gern anderes gezeigt

Für den Oberbürgermeister ist klar, dass Duisburg mehr ist: „Duisburg besteht definitiv nicht nur aus Problemimmobilien. Wir hätten unserem prominenten Besuch aus Berlin auch gerne andere Seiten unserer Stadt gezeigt. Wer Duisburg nur auf einen Teil von Marxloh reduziert, macht einen großen Fehler. Die Stadt hat Riesenpotenzial und wahnsinnig viel zu bieten. Wer die Problemstellungen, die Marxloh zweifelsohne aufwirft, stets sinnbildlich für die gesamte Stadt sieht, wird Duisburg nicht gerecht."

 
 

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