15.000 Euro für neue Bäume im Duisburger Stadtwald

Die Schäden, die Pfingststurm „Ela“ im Duisburger Stadtwald hinterließ, waren gewaltig.
Die Schäden, die Pfingststurm „Ela“ im Duisburger Stadtwald hinterließ, waren gewaltig.
Foto: Fabian Strauch
Die große Leser-Aktion „WAZ pflanzt Bäume“ hilft auch der Stadt Duisburg: 15.000 Euro der Spendensumme fließen in die Aufforstung des Stadtwaldes.

Duisburg. 200.000 Euro – diese stolze Summe ist dank des Engagements und der Spenden zahlreicher Leser bei unserer Aktion „WAZ pflanzt Bäume“ zusammengekommen. Exakt 15.000 Euro fließen nach Duisburg. Eine erfreuliche Nachricht, hatte die Stadt nach dem Pfingststurm „Ela“, der im Süden und Osten Duisburgs beträchtliche Schäden in einer Gesamthöhe von über 2,5 Millionen Euro angerichtet hatte, doch vergeblich auf Finanzhilfe des Landes gehofft: Null Euro flossen aus dem NRW-Sturmhilfefonds. „Schön, dass wir dank der WAZ nun zumindest etwas Hilfe bekommen“, sagte Stadtförster Axel Freude gestern.

„Uns war bewusst, dass auch Teile Duisburgs vom Orkan schwer getroffen wurden. Und wegen der ausgebliebenen Hilfe durch das Land war es uns wichtig, dass ein Teil der Spenden nach Duisburg fließt“, berichtet Josef Tumbrinck, der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu). Er gehörte zu der Jury, die über die Vergabe der Spendensummen in die betroffenen Kommunen entschied und in der auch der WAZ-Chefredakteur Andreas Tyrock saß. 1700 Einzelspender hat es gegeben, darunter einige Firmen. Die meisten Spender seien aber, so Tumbrinck, Privatpersonen gewesen. „Der Löwenanteil kam aus Essen, viele aber auch aus Duisburg.“ Das Geld liegt derzeit noch auf dem Nabu-Spendenkonto. „Alles fließt aber 1:1 in die Projekte. Der organisatorische Aufwand ist unser Beitrag zu dieser Aktion“, so Tumbrinck.

Lob für das Projekt des Jobcenters

Eines der Projekte in Duisburg wird vom Jobcenter gesteuert. Etwa 20 junge Menschen, die zuvor arbeitslos waren, erledigen seit dem 1. Oktober im Stadtwald im Rahmen eines Ein-Euro-Jobs verbliebene Aufräumarbeiten. Diese Maßnahme sollte eigentlich zum 31. Dezember auslaufen. Jetzt wird sie laut Katrin Hugenberg, der Pressesprecherin des Jobcenters, um ein Jahr verlängert. Für die 15.000 Euro sollen Setzlinge angeschafft werden, um die klaffenden Lücken, die Orkantief „Ela“ in den Stadtwald gerissen hatte, perspektivisch wieder zu füllen. „Ich bin hocherfreut, wie motiviert die Teilnehmer die dramatischen Folgen des Pfingstunwetters beseitigen. Sie leisten hiermit einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit“, sagte Norbert Maul, der Geschäftsführer des Jobcenters.

Über die Spendensumme freute sich auch Stadtförster Axel Freude. Vor allem zwei- bis dreijährige Setzlinge mit Höhen – je nach Baumart – zwischen 80 Zentimetern und 1,50 m sollen im Stadtwald gepflanzt werden. Darunter Laubbäume wie die Stieleiche, die Rotbuche oder die Traubeneiche, aber auch Edellaubhölzer wie Bergahorn, Vogelkirsche oder die Winterlinde. Da der Bestandteil von rund zehn Prozent Nadelhölzern im Stadtwald gehalten werden soll, werden auch Douglasien gepflanzt. Am Straßenrand oder in Parks müssten hingegen Hochstämme (acht bis zehn Jahre) gepflanzt werden. Diese kosten laut Freude 300 Euro pro Stück.

Hoffen auf weitere Hilfe aus einem anderen Landes-Topf

Die beiden Stadtförster Axel Freude und Stefan Jeschke haben die Hoffnung auf weitere finanzielle Hilfe noch nicht aufgeben. Sie versuchen, dass aus einem anderen Finanztopf des Landes NRW zusätzliches Geld nach Duisburg fließt.

„Nach dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 haben wir 80.000 Euro vom Landesbetrieb Wald und Holz in Arnsberg erhalten“, erinnert sich Jeschke. Das Geld stammte aus dem Fonds „Verbesserung des Agrarstruktur und des Küstenschutzes“. Jeschke hat bereits den Kontakt zum Regionalforstamt Ruhr in Gelsenkirchen gesucht, das ihn unterstützen will. Die entsprechenden Anträge sind gestellt, deren Bearbeitung läuft.

 
 

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